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Perlen in der Malerei

17. Jahrhundert

Das von Scipione Pulzone gemalte Porträt zeigt die französische Königin Marie de’ Medici, die 1600 Henri IV. geheiratet hatte. Das Bild befindet sich heute in der Galleria Palatina des Palazzo Pitti in Florenz. Die zur Schau gestellten Perlen zeigen nicht nur, dass sie denen der englischen Königin in nichts nachstehen, sie übertreffen sie noch in Größe und Üppigkeit.

Marie de’ Medici besaß persönlich wertvollen Schmuck und erhielt darüber hinaus von ihrem Gatten kostbare Stücke geschenkt, unter anderem erwarb Henri IV. den großen und den kleine Sancy. Nebenbei ist vielleicht noch zu bemerken, dass der Jardin den Luxembourg in Paris für sie gebaut wurde. Marie de’ Medici ist die Mutter Louis XIII. und sie ist zeitweise Regentin.

Die Kronjuwelen werden umgearbeitet, als Louis XIII. die Tochter spanischen Königs, Anne d’Autriche, heiratet. Seine Schwester Elisabeth heiratet den Infanten von Spanien, den späteren König Phillip IV.

Anne d’Autriche brachte ein außergewöhnlich schönes Perlencollier mit in die Ehe, das 1618 aus 80 Perlen bestand und auf 64.000 Ecus geschätzt wurde. Daneben besaß sie unter andrem ein Paar Ohrgehänge mit Tropfenperlen und ein Kreuz mit 6 großen Tropfenperlen und Diamanten. Anne d’Autriche, die für ihren minderjährigen Sohn die Regentschaft führte und die Macht am Hof später ihrem Günstling Kardinal Mazarin übertrug, begünstigte die Jesuiten in Frankreich. Nach ihrem Tod gehen die Perlen an ihre Söhne, den späteren König Louis XIV. und seien Bruder.

Auf der rechten Seite sehen wir ihre Schwiegertochter und Nichte Marie-Therèse d’Autriche, die Infantin von Spanien, die 1660 Louis XIV. heiratet.

Auf dem von Pierre Mignard gemalten Bild, das heute im Prado hängt, trägt sie das Collier der Anne d’Autriche.

Der Kopfschmuck lässt neben fünf riesigen Tropfenperlen u.a. zwei berühmte Diamanten, den „Miroir de Portugal“ und den „Grand Mazarin“ erkennen.

Collier und Anhänger sind mit Perlen und Diamanten im Tafelschliff besetzt, und das Gewand ist ebenfalls mit Diamanten und Perlen bestickt.

1691 wir das Collier von Anne d’Autriche mit 25 großen runden Perlen ergänzt, es wird zu diesem Zeitpunkt auf 250.000 Livres geschätzt. 1791, dem Jahr vor dem Raub der Kronjuwelen, wird der Wert nur noch mit 90.600 Livres angegeben, da die Perlen anscheinend gealtert waren. Zur Mitgift von Marie-Therèse grhörte eine große Perle aus dem spanischen Kronschatz, bei der es sich wahrscheinlich um die später als „Pelegrina“ bezeichnete Perle handelte, die 133.2 Grains wiegt. 1826 gelangt sie in den Besitz der russischen Prinzessin Tatyana Yussupov,

und im Mai 1987 wird sie durch das Auktionshaus Christie’s in Genf für fast 470.000 US Dollar verkauft.

Pierre Mignard arbeitete in Rom und Paris und war einer der bedeutendsten Meister des Porträts im ausgehenden 17. Jahrhundert.

1669 kaufte Louis XIV., der für seine Gattin zahlreiche Steine und Juwelen erworben hat, eine weitere große Perle. Die so genannte „Reine des Perles“ wog 110 Karat und wurde anscheinend vom König selbst in einer Krawattennadel getragen. Sie kam beim Raub der Kronjuwelen 1792 abhanden. 1791 war ihr Wert auf 200.000 Livres geschätzt worden.

Aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts stammt das Gemälde von Guido Reni: Der Tod der Kleopatra. Reni, von Eichendorf im „Leben eines Taugenichts“ erwähnt, gilt als vielseitiger Maler des italienischen Barock. Er verstand es, Motive aus der biblischen Geschichte in einfache, verständliche Bilder umzusetzen, die den Gläubigen als Vorbild dienen konnten. Er entwickelte dabei einen eigenen Stil barocker Prägung, dem ein gewisses heroisches Pathos zu eigen ist. Das trifft auch auf die Darstellung der Kleopatra zu. Die Größe der Perltropfen orientiert sich an der von Plinius überlieferten Beschreibung, der zufolge Kleopatra nach einer Wette mit Mark Anton eine Tropfenperle aus ihrem Ohrring in Essig auflöste und das Glas austrank.

Die zweite Perle gelangte anscheinend im Jahr 30 n.Chr. nach Rom, wo sie geteilt und zum Schmuck der Venusstatue im Pantheon verwendet wurde. Die Größe der Perlen, sofern sie wirklich den historischen Tatsachen entspricht, wirft die Frage nach dem Fundgebiet auf. Dies trifft übrigens auch ganz allgemein auf die vorher genannten großen Perlen zu. Perlen aus dem Roten Meer, dem Persischen Golf, Ostafrika und der Straße von Manaar zwischen Indien und Sri Lanka dürften die dargestellten Größen nicht oder nur im Ausnahmefall erreicht haben, selbst wenn sie aus Pinctada margaritifera stammten. Dies würde bedeuten, dass die Perlen aus dem weit entfernten Fundgebiet gekommen sein könnten, in dem Pinctada maxima, die große Perlmuschel, vorkommt. Es konzentriert sich auf Südostasien und die Nordküste Australiens zwischen dem Indischen und Pazifischen Ozean. Möglicherweise kommt auch die Ostküste des Golfes von Bengalen in Frage, doch wahrscheinlich ist Pictada maxima nie so weit nördlich vorgekommen.

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