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Schmuck des Art Deco

Auf der Pariser Ausstellung "Exposition Internationale des Arts Décoratifs et Industriels Modernes", die 1925 in Paris stattfand, wurden zu ersten Mal nach dem Krieg kunsthandwerkliche Erzeugnisse auf internationaler Ebene gezeigt.

Diese Pariser Ausstellung, die der Kunstströmung zwischen 1910 und 1935 ihren Namen gab, bot ein Kontrastprogramm zu den bisher bekannten Jugendstilobjekten.

Gegenwart und Zeitnähe drückten sich in den Zwanziger Jahren in einem Ensemble aus kühlen Farben, klaren Formen und nüchterner Sachlichkeit aus. Verwegenheit und Provokation, wie sie Picasso in seiner Malerei vorexerzierte, Filmateliers als Traumfabriken, Bars und Tanzlokale kennzeichneten diese Epoche.

Zu den wichtigsten Vertretern dieses Schmuckstils gehören auch Namen, die schon in der Periode des Jugendstils für Aufsehen gesorgt hatten:.
  • René Lalique war auch in den Zwanziger und Dreißiger Jahren noch in der Schmuckbranche tätig.

  • Der Goldschmied Georges Fouquet, Präsident der Abteilung Schmuck bei der Pariser Ausstellung von 1925, führte neben eigenen Entwürfen auch die seines Sohnes aus.

  • Cartier, Boucheron, Van Cleef & Appels.

Die traditionellen Juwelenfirmen setzten auch im Zeitalter des Art Déco einen neuen Standart für Schmuck.

Dazu kamen einige neue Namen, die bald zu großen wurden:

Raymond Templer, Gérard Sandoz, Jean Depres, u.v.a.

Für den deutschen Schmuck dieser Zeit waren vor allem das Weimarer Bauhaus (Naum Slutzky, Walter Gropius) und die Zeichenakademie Hanau richtungsweisend.

In Österreich wurde Art Déco–Schmuck von den Künstlern der Wiener Werkstätten wie Josef Hoffmann, Koloman Moser und Dagobert Peche erzeugt.

Beachtung fanden auch die Werke des dänischen Silberschmiedes Georg Jensen, der neben Jugendstilschmuck auch Art Déco–Schmuck erzeugte.

Mehrere Gründe führten in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg zu einem neuen Schmuckverständnis. Die totale Umwandlung der etablierten Staatsformen, die Entfernung der Gesellschaft von alten Werten und nicht zuletzt der Wandel des Frauenideals.

Die Frau der Zwanziger Jahre ist emanzipiert, aufgeklärt, selbstbewusst und sachlich.

Zu den neuen ärmellosen, kurzgeschnittenen Kleidern trug sie Schmuck am Hals und an den Handgelenken.

Eine Modeerscheinung waren die schweren, primitiven Armreifen, die aber von den meisten führenden Juwelieren nicht übernommen wurde.

Ausnahme waren die afrikanischen Armreifen von Jean Fouquet.

Der modische Bubikopf brachte eine große Nachfrage nach Kämmen und Haarnadeln mit sich.

Wer Hüte trug, setzte sich einen einfachen, glockenförmigen Hut auf, der, ebenso wie die Kleider, mit kleinen Broschen, Anstecknadeln oder Spangen geschmückt wurde.

Wichtigste Neuerung:

Doppelspangen, die sowohl ein Kleidungsstück zusammenhalten als auch getrennt als Brosche und Nadel verwendet werden konnten.

Die schönsten Schmuckstücke dieser Epoche kamen aus den Werkstätten der führenden Juweliere, sie wurden aber sehr schnell in billiger Ausführung imitiert, um der großen Nachfrage gerecht zu werden.

Sehr charakteristisch für den Schmuck der frühen Zwanziger Jahre sind ägyptische Motive, die besonders nach 1922 modern waren, nachdem das Grab des Pharaonenkönigs Tutenchamun entdeckt und geöffnet wurde.

Halsketten, Broschen, Armbänder und die hochaktuellen silbernen Netztäschchen für die Abendtoilette trugen Skarabäen, Sphinxköpfe und Horusfalken als Dekor.

Ende der Zwanziger Jahre begeisterte man sich für die "Mode der weißen Steine".

In erster Linie wurden Diamanten (in Baguette-, Dreieck- oder anderen Schliffarten ) verwendet, daneben aber auch eine Reihe von Imitationssteinen.

"Künstlicher Schmuck" war allgemein tragbar geworden, nachdem die Pariser Modeschöpferin Coco Chanel ihn als Tagesschmuck eingeführt hatte.

Verwendete Materalien:

Onyx, Ebenholz, Achat, Koralle, Lapis Lazuli, Iris Quarz, Mondstein, Jade, Perlmutt, Gagat, Plastik, Bakelit.

Gold (Weißgold). Silber, Platin, Lackmetalle, Chrom.

Neben dem teuren und erlesenen Schmuck der Juweliere, entstand auch eine große Menge billiger Schmuckstücke: Broschen, Ketten, Schnallen und Gürtelschließen aus Aluminium. Bakelit, Glasperlen sowie eine Reihe vergoldeter und versilberter Schmuckstücke (Pariser Firma Cardeilhac).

Sportmotive spielten in der Schmuckherstellung des Art Décos eine große Rolle.

Zum Schmuckschaffen vieler Künstler gesellte sich auch nach langer Zeit wieder Metallplastik:

Statuetten von Muskelmännern und Vampfrauen, sportliche Körper aller Art sowie Kühlerfiguren für die großen Limousinen der Zeit wurden in den Ateliers der Schmuckschaffenden hergestellt.

Die Farben des Art Déco waren Kontraste zwischen schwarz, rot, weiß und blau.

<<Art Deco
Die Kleidung im Art Deco>>


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