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Auktionstitel:407. Kunst- und Antiquitätenauktion
Bilder:
Auktionator:Nagel Auktionen
Startdatum:02. 04. 2008 - 03. 04. 2008 [ Auktion bereits vorbei ]
Beschreibung:Europäische Meisterwerke aus Jahrhunderten:
Das Angebot der 407. Kunst- und Antiquitätenauktion

Die biblische Geschichte der schönen und frommen Susanna, die zu Unrecht des Ehebruchs beschuldigt wird, ist von zahlreichen Künstlern dargestellt worden. Am bekanntesten ist wohl das Motiv der „Susanna im Bade“, die von zwei Richtern, die im Haus ihres reichen Mannes verkehren, begehrt wird. Weitaus seltener dagegen ist die Szene, in welcher Daniel die beiden als Lügner identifizierten Alten dem Volk ausliefert.

In der 407. Kunst- und Antiquitätenauktion, die am 2./3. April 2008 stattfindet, kann Nagel Auktionen eine solche Darstellung anbieten. Sie stammt von Francois-Guillaume Ménageot (1744-1816), der dieses Thema auch für sein vielbeachtetes und kontrovers diskutiertes Meisterwerk „La Justification de Suzanne“ in der Benediktiner-Abtei von Anchin gewählt hat (heute Douai, Stiftskirche Saint-Pierre). Nach Meinung des Experten Alastair Laing (The National Trust, London) könnte es sich bei der vorliegenden Skizze in Öl auf Leinwand um einen Bozzetto handeln (siehe Abbildung, Maße 97 x 129 cm, Schätzpreis 60.000 €).

Wie dieses Gemälde stammt auch die „Flusslandschaft mit Reisenden“ von Jacob Philipp Hackert (1737-1897) aus Privatbesitz. Claudia Nordhoff, die Autorin des maßgeblichen Werkverzeichnisses von Hackert, datiert die künstlerische reife Komposition in die Zeit des Übergangs „von der französischen zur italienischen Periode“. In Paris, wo Hackert von 1765 bis 1768 verweilte, hatte er eine „eine Vielzahl von Landschaftsbildern geschaffen, die durch Ruinen, verfallene Bauernhäuser und friedliche Landleute belebt werden“. Vorliegendes Gemälde könnte vor der Abreise Hackerts nach Rom oder unmittelbar nach der Ankunft im Winter 1768/69 in Rom entstanden sein (Maße 45 x 60,5 cm, Schätzpreis 48.000 €).

Zu den ältesten Offerten der Gemälde-Sparte gehört eine „Marine mit Segelschiffen“, bei der es sich nach Meinung von Irene Jacobs (Maritiem Museum, Rotterdam) und Ron Brand eindeutig um ein charakteristisches Werk des Haarlemer Marinemalers Cornelis Claesz. van Wieringen (1577-1633) handelt. Dargestellt ist eine Schiffswerft an einer Mole mit zwei Schiffen in Reparatur und ein vorbei segelndes Handelsschiff. In der Fahne sind Reste des Monogramms zu erkennen „CC(W)“. Wieringen gilt als Schüler des Hendrik Vroom und wird zu den Begründern der holländischen Marinemalerei gerechnet (Schätzpreis 6.500 €). Von Claes Moeyert (1591-1655) ist ein außergewöhnliches Nachtbild zu haben. Der Sohn eines aristokratischen Amsterdamer Händlers hat eine mythologische Szene in Öl auf Holz festgehalten: „Vulkan zeigt Venus seine Schmiede“ (Maße 45 x 80,5, Schätzpreis 12.000 €).

Auch bei den Gemälden des 19. Jahrhunderts bilden in diesem Frühjahr holländische Werke einen Schwerpunkt. Allen voran die „Kanallandschaft im Abendlicht“ von Jan Jacob Spohler (1811-1866), dessen Bilder sich schon zu Lebzeiten sehr gut verkauften (Maße 39 x 58, Schätzpreis 9.500 €). Wouterus Verschuur (1812-1874) ist mit einem ländlichen Motiv vertreten. Sein auf Holz gemaltes Ölbild zeigt einen „Bauer mit einem Schimmel an einer Tränke“ (Maße 37 x 43 cm, Schätzpreis 20.000 €). Cornelis Springer (1817-1891), ein bedeutender Architektur- und Vedutenmaler, hat mit der Ansicht der „Oudezijdskapel in Amsterdam“ im Sommer 1880 ein heute weitgehend zerstörtes Bauwerk in Öl auf Holz dokumentiert (Maße 63 x 48 cm, Schätzpreis 150.000 €).

Sehr interessant, vor allem unter regionalgeschichtlichen Aspekten, ist die Darstellung des „Gefecht bei Souffelweyersheim“ (Elsass) am 25. Juni 1815. Das von Johann Baptist Pflug (1785-1866) signierte und 1827 datierte Gemälde zeigt die Schlacht zwischen den napoleonischen Truppen unter dem Kommando von General Jean Comte de Rapp und den alliierten Truppen, die unter dem Oberkommando des Kronprinzen Wilhelm von Württemberg standen. Die Schlacht endete mit dem Sieg der Alliierten: Bis auf drei Regimenter, die bei der Okkupationsarmee in Frankreich verblieben, waren die württembergischen Truppen im Oktober 1815 wieder in der Heimat. Die größte Kriegszeit, die Württemberg erlebt hatte, war damit zu Ende gegangen - 269 Offiziere und 26.623 Mann hatten ihr Leben gelassen (Maße 54 x 81 cm, Schätzpreis 95.000 €).

Im Angebot dieser Auktion sind auch Gemälde russischer Künstler, darunter die um 1912 entstandene konstruktivistische Darstellung „La Ville“ von Alexandra Exter (Maße 80 x 50 cm, Schätzung 240.000 €) und die signierte und 1914 datierte „Dame auf Balkon“ von Konstantin Korovin (Maße 96 x 80 cm, Schätzung 140.000 €).

Das umfangreiche und qualitativ hochwertige Angebot an Skulpturen umfasst eine vollrund aus Eichenholz geschnitzte Muttergottes, die in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts in Nordfrankreich entstanden ist. Die 1,60 hohe Skulptur besticht durch edlen Gesichtsschnitt und langgezogene Falten, die das Körperliche stark zurückdrängen (Schätzpreis 50.000 €). Das Relief einer Thronenden Muttergottes mit Kind und Rosenzweig in der Hand ist dagegen im 14. Jahrhundert am Niederrhein bzw. in Köln entstanden und könnte ursprünglich an einer Chorwange befestigt gewesen sein (Maße 52 x 27 cm, Schätzpreis 6.500 €). Ins Auge fällt ein Stehender Heiliger, der um 1480/90 im Umkreis des Hans Glocker in Südtirol vollrund in Linde gearbeitet worden sein dürfte. Bei der schönen Figur mit steiler Diagonalfalte und kantigem Faltenwurf sowie bemerkenswert tiefer liegenden Stirnfalten könnte es sich um den hl. Urban handeln (Höhe 80 cm, Schätzpreis 5.000 €). Zudem gibt es eine umfangreiche Auswahl an Bronzen.

Bei den Möbeln der 407. Kunst- und Antiquitätenauktion ragen ebenfalls einige meisterliche Arbeiten heraus. Dazu zählen ein Rokoko-Armlehnsessel der Gebrüder Hoppenhaupt, um 1760 in Berlin geschnitzt und vergoldet (siehe Abbildung, Schätzpreis 25.000 €), und zwei aufwändig gearbeitete Braunschweiger Möbel: einen Aufsatzsekretär und einen Hallenschrank, die beide um 1740 in Nussbaum und anderen Hölzern hergestellt worden sind. Beide bestechen zudem durch gravierte Einlagen in Elfenbein und Zinn (Schätzpreis jeweils 80.000 €). Ein barocker Stollensekretär stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und befand sich ursprünglich in bischöflichem Besitz (18.000 €).


Die Kunstgewerbe-Abteilung verweist auf einen japanischen Cachepot mit Cloisonné-Emaille-Dekor der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das mit floralem Dekor und Vögeln verzierte Gefäß war ein Geschenk der Herzogin Wera von Württemberg an den Herrn Hofrat Hermann und stammte aus dem Erbe Ihrer Adoptiv-Mutter, Königin Olga von Württemberg (Schätzpreis 4.000 €).

Das Uhrenangebot besteht aus französischen Pendulen, darunter ein in Paris um 1800 gefertigtes feuervergoldetes Exemplar mit Mohren und Affe (Schätzung 18.000 €), und Präzisionsuhren, wobei eine Sägeuhr des - wie auf dem Ziffernblatt angegeben - „Mathäus Honer von Spaichingen“ aus dem 18. Jahrhundert zu den Besonderheiten zählt (Höhe 73 cm, Schätzpreis 15.000 €). Klassische Einrichtungs-Teppiche runden das Angebot ab.
Zahl der Auktionsstücke:über 1.000 Objekte - Auktionsstücke anzeigen »

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