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Auktionstitel:Alte Kunst
Auktionator:Van Ham Kunstauktionen
Startdatum:17. 11. 2005 - 19. 11. 2005 [ Auktion bereits vorbei ]
Einbringung von Obj.:Einladung zur Einbringung von Objekten: Einlieferungen zu allen Auktionen sind ab sofort bis 2 Monate vor der Auktion möglich. Darüber hinaus bieten wir Ihnen die Möglichkeit, bei einer Objektbewertung Ihre Kunstobjekte unverbindlich und kostenfrei durch unsere Experten begutachten und schätzen zu lassen.
Beschreibung:Möbel, Silber, Porzellan, Jugendstil,
Schmuck, Bronzen, Skulpturen,
Gemälde Alter und Neuerer Meister
Zusatzinformationen:Pressemitteilung  November 2005


Nachbericht zur 245. Auktion "Alte Kunst" vom 17. bis 19. November 2005


VAN HAMs größter Auktionserfolg


Mit einem Auktionsergebnis von € 4.25 Mio ging am Samstagabend die erfolgreichste Auktion des Hauses zu Ende. Das Titellos, eine arabische Löwenjagd, des javanesischen Künstlers Raden Saleh wurde an einen indonesischen Privatsammler für € 805.000 abgegeben. Auch dies ein Rekordergebnis dieses Künstler für ein nicht-indonesisches Motiv.

Einen außergewöhnlich spannenden und höchst erfolgreichen Auktionstag bot VAN HAM mit der Versteigerung der Alten und Neueren Gemälde. Der Saal war von Beginn an mit einem internationalen Publikum voll besetzt, die Telefonleitungen beständig belegt.
 
Das herausragende Highlight stellte hierbei fraglos das Titelbild, eine dramatische Löwenjagd des javanesischen Künstlers Prinz Raden Sarief Bustaman dar. Der Maler, der als erster Künstler überhaupt den Weg von der niederländischen Kolonie nach Europa fand, malte es 1840 während seines Aufenthalts in Dresden. Mit dieser Arbeit begründete er seinen Ruf als Maler exotischer Jagdbilder, der bis heute nachhallt. Bislang wurden seine Werke hauptsächlich in Hong Kong auf Auktionen mit Spitzenpreisen gewürdigt. Die Versteigerung seiner Löwenjagd in Deutschland mit einem Schätzpreis von € 220.000 stellte ein Novum dar, das mit Spannung erwartet wurde (Lot 1714). VAN HAM ist es im Vorfeld gelungen, alle wichtigen Sammler und Händler zu aktivieren. So gab es ein langes und zähes Bietgefecht zwischen dem Saal und den Telephonen aus Fernost. Am Ende lautete das Ergebnis für dieses herausragende Werk, das im Übrigen als Leihgabe des Vorbesitzers im Leipziger Museum der Bildenden Künste aufbewahrt wurde, € 805.000. Neuer Besitzer ist ein indonesischen Privatmann, der somit das teuersten Objekt des Jahres bei VAN HAM ersteigerte und gleichzeitig einen neuen Rekordpreis für ein nicht-indonesisches Motiv von Raden Saleh aufstellte.
 
Mit nicht allzu großem Abstand folgte als zweitbestes Ergebnis mit € 488.000, die Überraschung der Auktion. Lot 1514, im Katalog vorsichtig als Schule des Jacopo Bassano aufgeführt und mit
€ 5.500 bewertet, wurde nicht zuletzt durch die überwältigende internationale Resonanz als ein Originalgemälde des Künstlers geadelt. Nicht weniger als 25 Bieter am Telefon wollten gegen den sichtlich nervösen Saal zum Zuge kommen. Schlussendlich ging die vielfigurige Hirtenszene – rückseitig mit alter Inventarnummer des Kölner Wallraf-Richartz-Museums – in den Besitz eines italienischen Händlers über. Ein aufregendes Bietgefecht, das im Applaus des Publikums endete.
 
Das kurze Zeit später als Lot 1605 aufgerufene Gemälde von Theodor van Loon, eine großformatige Beweinung Christi, verdeutlicht den positiven Aufwärtstrend, den sowohl das Haus, als auch der Auktionsmarkt insgesamt zurückgewonnen hat. Dieses museale Werk, lange Jahrzehnte in Privatbesitz, zeigte sich im Zustand stark restaurierungsbedürftig. Trotzdem war seine bestechende malerische Qualität so überzeugend, dass es von € 38.000 auf € 262.000 gehoben wurde. Dies ist ein neuer Preislevel für diesen Künstler, da der bisherige Rekordzuschlag von € 100.000 (Dorotheum 1.10.2003, Lot 271) mehr als verdoppelt wurde. Hier konnte sich der deutsche Handel gegen die Kaufkraft aus Italien und Russland durchsetzten.
 
Daß die dortigen Interessenten auch bei dieser Auktion kräftig und mutig steigerten, zeigten noch viele erfreuliche Zuschläge weit oberhalb der angesetzten Taxen: So wurden die drei Schauspielerporträts aus der Werkstatt des Giovanni Battista Piazetta (Lot 1625) von € 3.300 auf € 26.800 getrieben; auch die italienischen Landschaften von Consalvo Carelli (Lot 1719) und Friedrich August Elsasser (Lot 1784) wurden stark beboten (Taxe € 22.000, bzw. € 9.500, Ergebnisse bei € 40.000, bzw. € 20.700); große Beachtung fand ebenso ein Genrestück von Gaetano Chierici (Lot 1723: Taxe € 44.000, Ergebnis € 61.000); selbst der relativ unbekannte Sergei Ivanovitch Svetoslavski (Lot 2099) war heftig umkämpft (Taxe € 1200, Zuschlag € 24.400).
 

Überaus erfreulich sei auch bemerkt, dass zahlreiche deutsche private Liebhaber ihre Sammlungen mit alter Malerei und den klassischen deutschen Malerschulen erweiterten. Die acht Altartafeln des Peter Candid (Lot 1529) gingen für € 18.300 nach Süddeutschland (Taxe € 8.000); wie immer waren die Arbeiten von Oswald Achenbach beliebt (Lot 1667: Taxe € 24.000, Ergebnis € 33.000; Lot 1668: Taxe € 45000, Ergebnis € 54.900; Lot 1670: Taxe € 4.500, Ergebnis € 10.000); das herbstliche Gartenlokal in München von Rudolf Schramm Zittau war einem Sammler € 17.000 wert (Lot 2061, Taxe € 3.800. Auktionsrekord für diesen Künstler !)
 
Auch beim Kunstgewerbe gabe es einige wichtige Zuschläge. Unter Varia erzielte aus einer Rheinischen Privatsammlung eine Kaminuhr von Laurent, Paris, € 4.000 (Lot 229, Taxe € 2.500).  Das hübsche Paar französischer Ziervasen in vergoldeter Bronze mit Marmorsockel (Lot 231, Taxe € 1.200) war einer Kölner Liebhaberin € 4.200 wert. Eine Eichenkassette mit Eisenbeschlägen aus dem 15.Jahrhundert (Lot 262) wurde auf € 5.800 hochgesteigert.
 
Bei den Porzellanen sind folgende Ergebnisse herauszugreifen: Eine reich gestaltete, große  Meißener Pendule, die bei € 7.200 (Lot 2971, Taxe € 4.000) abgegeben werden konnte und eine große Aufsatzschale mit Sockel (Lot 3001, Taxe €3.000), die auf € 4.200 gehoben wurden.
Spitzenreiter beim Jugendstil war eine prächtige Daum-Vase mit Wiesenschaumkraut (Lot 3155), die € 6.100 einspielte und der von F. Liebermann gestaltete Straußenritt von Rosenthal (Lot 3183, Taxe 600), der sich auf € 4.200 verbesserte.
Zu den wichtigsten Ergebnissen beim Silber zählte ein Sechser-Satz von Augsburger Leuchtern von C.S.Bettkober und J.B.Heckenauer. 1773-1775/1783-1785, (Lot 3200, Taxe €8.000), der
€ 12.200 einspielte und ein interessantes Art Deco Kaffee- und Teeservice, dass erste bei € 5.200 (Lot 3287, Taxe € 1200) einen neuen Käufer fand.
Die überragenden Ergebnisse beim Schmuck lagen mit je € 17.000 bei einem Smaragd-Diamantcollier aus dem 19. Jh. (Lot: 325, Taxe € 14.000) und einem 5,75ct Altschliff-Diamantring (Lot 327: Taxe € 7.200). Übertroffen wurde dieses Ergebnis noch mit € 31.700 von einem 5.53ct. wesselton-VSI-Vollschliff Solitärbrillantring (Lot 639: Taxe € 15.000).
Von den Ergebnissen der antiken Möbel seien zum Schluß folgende erwähnt: Ein Schreibsekretär mit Pultaufsatz, der sich durch originale Schlösser und Beschläge auszeichnete, wurde von einem Sammler von € 4.900 auf € 10.300 gesteigert (Lot 10). Ein heftiges Bietgefecht entwickelte sich um einen 1671 datierten Elsässer Dielenschrank. Mit moderaten € 4.400 taxiert, wurde der reich geschnitzte Schrank an einem Liebhaber aus Mulhouse für € 18.300 abgegeben (Lot 4). Für ähnliches Interesse sorgte eine italienische Kommode aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Bei einer Schätzung von € 3.400 wurde sie einem telefonischen Bieter aus Italien bei € 12.200 übergeben (Lot 210). Ein holländischer Kabinettschrank aus Pyramidenmahagoni fand mit
€ 5.800 ebenfalls den Weg zurück in seine Heimat (Lot 206, Taxe 2.800).
 
Nach den herausragenden Ergebnissen für Gustav Bauerfeind und Gerrit Dou, hat VAN HAM mit dieser Auktion wieder einmal bewiesen, dass man für herausragende Werke auf dem internationalen Kunstmarkt neue Rekordpreise erzielt, selbst wenn diese üblicherweise nicht in Deutschland gehandelt werden. Für Inhaber Markus Eisenbeis, war es die erfolgreichste Auktion in der Firmengeschichte und schon vor der Versteigerung „Moderne und Zeitgenössische Kunst“ (1. Dezember) steht fest, dass 2005 auch das erfolgreichste Jahr des Hauses wird.

 

Alle Angaben ohne Gewähr.