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Auktionstitel:Design-Auktion
Auktionator:Dorotheum GmbH & Co KG (Wien)
Startdatum:09. 05. 2007 - 09. 05. 2007 [ Auktion bereits vorbei ]
Auktionsbeginn:DESIGN, 9. Mai 2007, Beginn: 17.00 Uhr
Beschreibung:

Charismatisch geschwungen - von Danhauser bis Zaha Hadid: Design-Auktion am 9. Mai im Wiener Dorotheum

Moderne, schnörkellose Formgebung ist nicht eine Erfindung des 20. Jahrhunderts. Die Einheit von Schlichtheit und Funktion, eine modernistische, fast minimalistische Komponente, zeigen sich etwa in den Entwürfen aus der Zeit des Biedermeier. Auch deshalb hat Dorotheum-Design-Expertin Gerti Draxler bei ihrer Auktion am 9. Mai 2007 im Wiener Dorotheum auch hervorragende Beispiele sehr frühen Designs im Repertoire.

Craig Morrison
Craig Morrison
Auch wenn er damals nicht unter Design firmierte passt der runde „Teetisch Nr. 19“ von Josef Danhauser, Wien, perfekt in die Auktion (Schätzwert 7.000 - 9.000 €). Er stammt aus den Jahren 1815/20 und ist das älteste Exponat der insgesamt sehr zeitgenössischen Offerte.

Diesmal stehen auffallend viele Designobjekte und vor allem rare Prototypen der vergangenen Dekade auf dem Programm. Ist man bei den Stilmerkmalen der 80er Jahre noch sicher, schwindet die genaue Begrifflichkeit für die 90er und die ersten Jahre des neuen Jahrtausends. Trotz aller Unterschiede stellt Gerti Draxler dennoch Gemeinsamkeiten fest: „Bei den meisten zeigen sich Anklänge an das Radikaldesign der 60er und 70er Jahre, es herrscht jedoch ein viel unbefangener Umgang mit allen (neuen) Materialien, die zur Verfügung stehen“. So etwa bei Craig Morrisons mundförmigem Noppen-Sofa aus grauem Latex, wo der Fetisch Design wörtlich genommen wird. Das als „MTV-Sofa“ entstandene Objekt entstand 1990 und wurde nur in drei Stücken und unterschiedlichen Farben produziert (7.000 - 9.000 €).

Aus weichem Kunststoff sind Karim Rashids insgesamt drei poppige Sitzelemente, wobei eines in Blau einer Sitz-Wurst mit rosa Polstern gleicht („Superblob“-Sofa, 2001, 4.000 - 6.000 €).

“Papel“-Screens-Sofas
„Arme“ Materialen wie Pappe setzen die brasilianischen Brüder Fernando und Humberto Campanaein. Für Edra/Italien entstanden 2001 „Papel“-Screens-Sofas und -Sessel aus Karton, Metall und Leder – eine nur bis 2003 hergestellte Kleinserie (Paar Screens 32.000 - 38.000 €).

Ebenfalls für Edra ersann Flavia Alves de Souza 2001 den „Pororoca“-Lounge-Chair mit Hocker. Die Stahlkonstruktion und der damit kunstvoll verwobene Spezialkunststoff machen das Objekt fast zu einem Stück Couture (3.800 - 4200 €).

Die Grenzen zwischen bildender Kunst, Architektur und Design sind fließend. Dies zeigt sich besonders bei den Arbeiten des Briten Danny Lane, der mit seinen Monumental-Skulpturen aus aufeinandergeschichtetem Glas bekannt wurde. Seine wuchtige „Broken Bench“, eine Glas-Stahl-Bank, die wie abgebrochen erscheint, sowie sein „Etruscan Chair“, beide 2004 entworfen, zählen zu besonders auffallenden Stücken (45.000 – 50.000 bzw. 12.000 - 13.000 €).

Console-Table
Lane hat in frühen Jahren auch Objekte mit einem weiteren, auch in den Dorotheum-Auktionen extrem beliebten Designer konzipiert: Mit Ron Arad entstanden zwei Tische, jener aus Alu und Glasbruch ist ein Unikat („Console-Table“, 18.000 - 25.000 €).

Von Arad selber stammt etwa der stählerne, geschwungene Mini-Cartier-Table von 1998 oder ein früher Doppel-Rover-Chair. Der in London lebende Designer über die neuen Produktionsbedingungen und Materialien beim Design: „Es gibt praktisch keine Grenzen mehr. Intelligente Materialien und Werkzeuge, Produktionsmethoden wie aus der Sciencefiction-Welt – es ist alles da. Jetzt.“

G. Rietveld Stuhl
Der Tisch dieser Auktion ist auch reichlich gedeckt mit seltenen Beispielen des Design des 20. Jahrhunderts: etwa mit Gerrit Rietvelds Zig Zag-Stuhl in Schwarz (14.000 - 18.000 €) oder einem Hauptwerk des tschechischen Funktionalismus, einem perfekt erhaltenen Stahlrohrmöbel, dem „Sieste“-Fauteuil“ von Ladislav Zak, Prag 1930/31 (10.000 - 15.000 €).

Aus einer Kleinserie kommt das „Mobile Totale“ von Ammanati/Vitelli, 1965 entworfen für Albizzante/Italy und ein Jahr später am Salone del Mobile in Mailand ausgestellt. Dieses maximal 3,2 mal 2,3 Meter ausdehnbare Objekt aus weiß lackiertem Schichtholz integriert Bett, Gästebett, Kleiderschrank, Arbeitstisch, Kochgelegenheit, Bücherregal, Musik und Licht. Eine Wohneinheit für drei Personen, geschätzt zwischen 9.000 und 12.000 Euro.

“Mobile Totale“
Einen besonderen Schwerpunkt legt diese Auktion auch auf Lichtobjekte. Hier vor allem besonders reizvolle kinetische Objekte aus den 60ern bis heutigen Entwürfen, etwa einer sich mit dem Atem des Betrachters verändernder Lichtstele von Siegfried Kreitner oder der Lichtskulptur „Vortexx“ von Zaha Hadid. Letztere ist ein Highlight im ursprünglichen Sinn, auch ein Preishighlight der Auktion mit geschätzten 100.000 bis 150.000 Euro, das 2006 mit dem europäischen Designpreis „Lights of the Future“ ausgezeichnet wurde. „Die charismatisch geschwungene Kontur erinnert an eine Doppelhelix und erscheint dem Betrachter als ewig fließende Form – schwerelos, impulsiv und strahlend“ sagt die Architektin über das gemeinsam mit Patrick Schuhmacher geschaffene Werk, von dem derzeit drei Exemplare existieren. „Design ist das ganze Erlebnis des Daseins“, sagt Karim Rashid unbescheiden. Ein wohl perfektes Credo auch für die kommende Auktion.
Zusatzinformationen:
Besichtigung:ab 28. April 2007
Ort:PALAIS DOROTHEUM, Wien 1, Dorotheergasse 17
Expertin:Dr. Gerti Draxler, Tel. ( +43 1) 515 60-226
Email:gerti.draxler@dorotheum.at
Information &
Katalogbestellung:

Tel. ( +43 1) 515 60-200

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