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Schmuck im Zeitalter des Barocks

Barock / Barocco

Barock (1570-1750) (franz.) = barocco (ital.)= schief, verdreht, lebensfroh, verschnörkelt - (Zeit der Gegenreformation)

Der Barock ist die Epoche nach der Renaissance. Der Kunststil des Katholizismus und das Zeitalter des Diamanten. Auch Jesuitenstil genannt. Beginn in Österreich ca. 1650 mit dem Frühbarock und ca. 1740 als Spätbarock. Das Rokoko folgte etwa ab 1730.

In der Zeit der Gegenreformation wollte man mit prachtvollen Kirchenfeierlichkeiten die Sinne der Menge beeinflussen.
Auf Repräsentationen wurde großer Wert gelegt. Im Kunsthandwerk ist Barock der Stil des Übergangs von der strengen Ordnung zur Gelöstheit, der Übergang von der architektonischen Formgebung der Renaissance zur eher malerisch großzügigen Verarbeitung des Materials.

Barock als Stil ging von Rom aus, dem damaligen Kunst- und Kulturzentrum Europas. Als Vater des Barockstils wird der berühmte Renaissancebildhauer, Maler und Architekt Michaelangelo Buonarroti (1475-1564) angesehen. Der undisziplinierte Barockstil hatte sich allmählich aus der Renaissance entwickelt. Im Zeitalter des Barock beginnt sich Silber als Material für Gebrauchsgegenstände durchzusetzen. Die Formen werden schlichter und zeitloser, der Repräsentationszweck tritt bei diesen Geräten in den Hintergrund. Durch die bedeutenden Silberfunde in den englischen Kolonien, Amerika und Indien, wird Silber auch für das Bürgertum erschwinglich.

Die Schmuckherstellung im Barockzeitalter stand unter dem Einfluss Frankreichs, vor allem während der Regierungszeit Louis XIV. Frankreich errang zunehmend die Vormachtstellung in Europa.

Die spanische Mode, unter deren Einfluss sich Europa bis zum 30-jährigen Krieg (Österreich und Deutschland bis 1650) befand, wurde von der französischen Mode und Lebensart abgelöst. Wurde in der Hochrenaissance noch farbiger, kleinteiliger Schmuck bevorzugt, so entwickelte das prunkliebende Zeitalter des Barock eine Vorliebe für sehr luxuriöse Juwelen, besonders für Diamanten. Zugleich wurde der "figürliche" Schmuck der Renaissance von einem "floralen Stil" abgelöst, bedingt durch das neue Interesse an exotischen Pflanzen, das durch den Orienthandel gefördert wurde.

Bedeutende Fortschritte im Schleifen von Diamanten brachten ein zunehmendes Interesse für diesen Edelstein, der durch einen neuartigen Schliff mehr Strahlkraft und Fernwirkung erhielt.

Um 1640: 16 Facetten-Schliff. Silber wird als Edelmetall dem Gold vorgezogen, besonders für Diamantschmuck!
Email verzierte Fassungen dienten im Barock nur mehr dazu, die Wirkung der Edelsteine zu erhöhen. Email an sich wurde nur mehr für die Reverse der Schmuckstücke verwendet.
Ornamentstecher verbreiteten ihre Entwürfe und lieferten den Goldschmieden neue Anregungen für die Gestaltung von Broschen, Anhängern und Ringen: "Livre des Fleurs" von Francois Lefèbre um 1650. "Nouveau livre d’ornements" von Gilles Légarès um 1663. "Livre des fleurs propres pour orfèvres et graveurs" von Jean Vauqueur um 1680.

Die Schmuckstücke der Barockzeit: Diamantschmuck in Silber gefasst. Wenig Emailarbeiten. Weniger Armbänder, Ketten und Anhänger als Einzelschmuckstücke, es dominieren eher Broschen und Ohrringe. Aufkommen der "Parüre", der einheitlichen Schmuckgarnitur.
Im 17.Jh. trat der Diamant, der früher wegen der Schwierigkeit seines Schliffes wenig benutzt worden war, seinen Siegeszug an. Voraussetzungen waren die um 1670 neu entdeckten Vorkommen in Südamerika und die neu entwickelten Schliffarten und -formen. Bis ca. 1640 wurde bei Diamant geschliffen: Pyramide, Spitzstein ("Pointe naive"), Tafelschliff, Tafelschliff mit 8 Rondistfacetten.

Ab 1640 entwickelte sich der "Mazarin-Schliff" (32 Facetten). Bis Ende des 16.Jh.: Rosenschliff (Facettenschliff "en Rosé").
Fortschritt in der Schlifftechnik wurde dank der Förderung Kardinal Mazarins erreicht, der den Steinschleifern das Experimentieren ermöglichte.

Um 1650 trat ein entscheidender Wandel in der Schmuckgestaltung ein. Nach dem Diamant wurden auch andere kostbare Edelsteine geschliffen und facettiert. Von da ab hat man wertvolle Schmuckstücke vorzugsweise mit geschliffenen Steinen bestückt. Der bis dahin übliche Cabochonschliff trat in den Hintergrund.
Förderung des Goldschmiedegewerbes durch Ludwig XIV. und seinen Minister Colbert.

In Paris wurden die Königlichen Werkstätten (les Manufactures du Roi) errichtet. Frankreich war damit wieder in puncto Schmuck Vorbild für Europa. Die ersten Diamantimitationen entwickelten sich ebenfalls im 17. Jh. Erstmalige Diamantimittationen stammten aus England (George Ravenscroft nach einem italienischen Verfahren).

Um 1657 gab es erste Berichte über einen gewissen Monsieur d'Arre, der nachgemachte Diamanten (Rosenschliff) Smaragde, Topase und Rubine herstellte. Es handelte sich hierbei um ein "Kieselglas" auf Basis Bleioxid.
Im 18. Jh. errang Josef Strasser mit seinen "Pierres de Strass" Weltruhm.

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