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Berufsbild des Goldschmiedes im 21. Jahrhundert

Ein Beitrag/Beschreibung von Alfred J. Römer (im PDF-Format)


Vorwort

Bis in die zweite Hälfte des 20. Jhdts hinein war der Arbeitsbereich des gewerblichen Goldschmiedes in Österreich vor allem darauf ausgerichtet, den Schmuckhändler (Juwelier) mit Ware zu beliefern. Die Berufsqualifikation des Schmuckmachers war auf die technische Umsetzung und Erzeugung von Schmuckstücken konzentriert, die nach standardisierten oder vorgegebenen Entwürfen gefertigt wurden. Der selbständige Meister war die Ausnahme, das Profil eines unselbständig Beschäftigten war die Regel.

Mit der Einführung und Umsetzung industrieller Fertigungsmethoden und der damit verbundenen Auslagerung der Produktionsbetriebe an günstigere Standorte[1] fiel der Schmuck & Juwelenhandel als Abnehmer der heimischen Schmuckerzeugung großräumig und innerhalb kurzer Zeit weg. Der Aufbau einer neuen Kundenschicht (Stichwort ‚Privatkunden’) begann.

Einige Veränderungen der Jahre 1970-1990 scheinen mir besonders erwähnenswert:
 

  • Schmuck aus Edelmetall wird zum Konsumgut (zusätzlich zu seinem Status als Luxusgut)
  • Die Konkurrenz erhöht sich durch die Öffnung des österreichischen Marktes in Richtung Europa, einfachere Importregelungen der EFTA / EWR gipfeln im Beitritt zur EU
  • Die Firmengrößen schrumpfen drastisch (heute sind bereits 80 - 90% aller Goldschmiede echt, oder unecht selbständig!)
  • Die Wertschöpfung verlagert sich von der Produktion zur Dienstleistung
  • Einführung der Luxussteuer 30% (32%) in Österreich, Ölpreisschock, Goldpreis-Höchststände

Nachfolgende Übersicht illustriert die branchenspezifischen Veränderungen im letzten Jahrhundert im Wechselspiel mit den gesellschaftlichen Entwicklungen in Österreich und der Internationalisierung der Wirtschaft.

Die erweiterte Schmucklandschaft im 21. Jahrhundert weist dem zeitgenössischen Edelmetall-Schmuckmacher einen konkreten Platz zu und zeigt für welche gesellschaftlichen Aufgaben er  zuständig ist und sinnvoll ausüben kann, und welche nicht.

Unschwer lässt sich daraus ein neues und erweitertes Berufsbild ableiten, das sowohl an die Ausbildung als auch an die Umsetzungsstrategien des Goldschmiedes neue Anforderungen stellt.

[1] bezüglich Österreich war dies zunächst die deutsche und italienische Schmuckindustrie, dann erfolgte eine Verlagerung nach Fernost. Eine weitere Umlagerung nach China lässt sich absehen.



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Mehr über den Verfasser des Artikels: Alfred J. Römer

Schmuckerzeugung im 20. Jahrhundert>>


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