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Elfenbein und der Artenschutz

In den letzten Jahren wurde nahezu jeden Monat im Fernsehen und in Printmedien über gewilderte Elefanten berichtet. Es trifft ja ins Herz, wenn man neben einer toten Elefantenkuh das verwaiste Elefantenbaby stehen sieht. Immer wieder hat man ganz gezielt herzzerreißende Bilder dieser Art gebracht. Vergleicht man solche Reportagen, dann fällt auf, dass dabei oft dieselben Aufnahmen verwendet wurden.

Es heißt, dass die Anzahl der Afrikanischen Elefanten in den letzten Jahrzehnten rapide abgenommen habe, dass die grauen Riesen vom Aussterben bedroht seien, und dass der Bestand von 2 Mill. (1960) auf 625.000 (1990) zurückging. Mittlerweile ist er wieder auf mehr als 700.000 angestiegen. (Dem gegenüber ist der Bestand der Asiatischen Elefanten mit 32.000 bis 54.000 Wildtieren vergleichsweise gering.).

Der Rückgang der Elefantenpopulation wird stets mit dem Handel an Stoßzähnen in Verbindung gebracht. Verschwiegen wird bei diesen Meldungen immer, dass auch die Anzahl aller anderen Tiere in diesem Kontinent in den letzten Jahren stark abgenommen hat, und dass dies nichts mit dem Elfenbein zu tun hat, sondern damit, dass immer mehr Land für die Ernährung der in Afrika sich rapid vermehrenden Bevölkerung benötigt wird. Der Baumbestand Afrikas verringert sich stetig, viele Gebiete versteppen, der Regen bleibt aus, und sowohl die Menschen als auch die Tiere vieler Regionen sind dadurch in ihrer Existenz bedroht.

Die negativen Einflüsse auf die Umwelt wurden häufig von den Elefanten selbst ausgelöst: „Als Umweltzerstörer kommt der Elefant nach Meinung von Experten gleich nach dem Menschen.“ (Bibl., K. HERMANN & M. MOLDVAY, 1995). Die afrikanischen Regierungen und lokalen Behörden sind bestrebt, den Tierbestand zu erhalten und zu schützen, denn es ist klar, dass die Einnahmen aus dem Tourismus umgehend ausbleiben, wenn die Teilnehmer von Fotosafaris keine Elefanten und kein anderes Großwild mehr antreffen.

Im Zusammenhang mit dem Elefanten wird häufig mit unrichtigen Zahlen operiert, und es werden in Europa und in Amerika Entscheidungen von unwissenden Tierfreunden und selbsternannten Experten getroffen, die von den Verhältnissen in Afrika keine Ahnung haben und sich auch nicht informieren lassen wollen. Das unter dem Deckmantel des Tierschutzes laufende Geschäft ist einfach zu verlockend. Nicht einmal 1% der Berichte, die sich mit der Situation des Afrikanischen Elefanten befassen, können als objektiv angesehen werden. Gründe dafür sind, dass vorgegebene Informationen von vielen Medien ohne eigene Recherchen übernommen werden, und dass negative Schlagzeilen immer gut ankommen.

Eine der wenigen sachlichen Reportagen über die Situation des Afrikanischen Elefanten stammt von Kai Hermann und Mihaly Moldvay, erschienen im „Stern“ vom 19.1.1995. Die beiden Autoren schildern u. a. die ökologische Katastrophe im Amboseli-Nationalpark am Fuße des Kilimandscharo in Kenia, ausgelöst durch die Überpopulation der Elefanten durch falsch verstandenen Tierschutz. „Der Wald am Kilimandscharo ist nicht über Nacht gestorben. Baum für Baum haben die grauen Kolosse entrindet oder umgestoßen…. Dass der Elefant anderen Tieren die Lebensgrundlage raubt, nehmen seine engagierten Freunde in Kauf. Spitzmaul-Nashorn und blätterfressende Antilopen gibt es im Amboseli-Park längst nicht mehr…“. (Bibl., K. HERMANN & M. MOLDVAY, 1995, S. 56 ff.).

In die gleiche Richtung bewegt sich der Trend im Hwange-Nationalpark in Simbabwe. Dort und in vielen anderen Gebieten Afrikas ist der Baumbestand durch den Elefanten gefährdet und das Land von Verkarstung und Verwüstung bedroht. Auch im weltberühmten Serengeti-Nationalpark haben die Elefanten den Großteil der Akazienbäume des Parks zerstört. Das Geschrei gegen den Abschuss von Elefanten hilft den Tieren nicht; es entsteht in vielen Gebieten eine Überpopulation, wodurch die grauen Riesen sich selbst und ihre Umwelt gefährden. Übereifrigen Tierschützern gelang es 1967, die notwendigen Reduktionsabschüsse im Tsavo-Nationalpark zu stoppen, wodurch

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