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Chinesische Bälle oder Wunderkugeln

Sie zählen zu den faszinierendsten kunstgedrechselten Objekten aus Elfenbein. Es handelt sich dabei um hohle Bälle, in deren Innerem sich weitere Hohlkugeln mit immer kleinerem Durchmesser befinden.

Kunstgedrehte Kugeln (chinesische Bälle, Wunderkugeln, devil-work-balls), Ø der größten Hohlkugel 10 cm
Kunstgedrehte Kugeln (chinesische Bälle, Wunderkugeln, devil-work-balls), Ø der größten Hohlkugel 10 cm
Während die in Europa entstandenen Exemplare glattwandig sind, d. h. keinen geschnitzten oder gebohrten Dekor aufweisen, sind bei den aus China zu uns gelangten „Chinese balls“ die beiden äußeren Kugeln mit reichem Schnitzdekor und die meisten der inneren Hohlkugeln mit symmetrischen, gebohrten Mustern verziert.

Experten vertreten die Ansicht, dass die Herstellungstechnik dieser kunstgedrehten Objekte in Europa erfunden wurde. Die Voraussetzung dafür war eine große Praxis auf dem Gebiet der Drehkunst, was auf China nicht zutrifft.

Vor allem in Deutschland ausgebildete Kunstdrechsler reisten viel und verblüfften mit ihren passig gedrechselten, gewendelten, getreppten oder in durchbrochenem mehrfachen Wund hergestellten „Kunststücken“ die Nobilität Europas.

Einer dieser Meisterdrechsler wird vermutlich bis China gelangt sein. Es ist bekannt, dass Fachleute der verschiedensten Gebiete u. a. mit der Ostindischen Kompanie nach China reisten. In China spezialisierte man sich dann offensichtlich auf die Fertigung solcher Kugeln, die dann nach Europa gelangten. Mitunter wird behauptet, dass die Chinesen die Bälle nicht drechselten, sondern dass bis zu drei Generationen lang an einer Garnitur der „Chinese balls“ geschnitzt wurde. Es liegt jedoch auf der Hand, dass es technisch unmöglich ist, solche aus zahlreichen dünnen Hohlkugeln bestehenden Objekte mit hakenförmig gebogenen Schneidstählen zu schnitzen. Dass die Chinesen bereits vor dem 16. Jh. in der Lage waren zu drechseln, ist zwar durch gedrechselte Gebrauchsgegenstände belegbar; die kontinuierliche Entwicklung kompliziert gedrechselter Schaustücke, für die vor allem deutsche Drechsler bekannt waren, ist für China aber nicht überliefert.

Es war den Künstlern und Handwerkern verboten, Fremde in Herstellungstechniken einzuweihen. Man zeigte Neugierigen zwar die Schneidwerkzeuge, d. h. die in der Form der Kugeloberfläche gebogenen Drehstähle, verschwieg aber, dass die Herstellung der Kugeln dann auf einer Drehbank erfolgte. Wie solche „gefüllten Hohlkugeln“ entstehen, ist deshalb weitgehend unbekannt geblieben, und aus diesem Grund gelten sie noch immer als Wunderkugeln.

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