Stücksuche:
Bitte mind. 2 Zeichen eingeben. Weitere Suchmöglichkeiten »

Bauert, Johann Ephraim

Laut Philippovich wurde der Kunstdrechsler Bauert 1726 in Stockholm geboren, möglicherweise als Sohn deutscher Eltern, wobei diese Annahme mit der späteren Verbindung Bauerts zur deutschen St. Petri-Gemeinde in Kopenhagen begründet wird. (Bibl., E. v. PHILIPPOVICH, 1982, S. 130). Gestorben ist der Künstler 1799 in Kopenhagen.

Von Bauert bzw. seinen Mitarbeitern stammen neben gedrechselten Schaustücken aus Elfenbein vor allem geschnitzte Figuren und Porträtmedaillons aus dem gleichen Material; berichtet wird auch von Porträtmedaillons aus Metall. (Bibl., G. GALSTER 1936). Man nimmt an, dass Bauert von 1752–1761 in Kopenhagen im Atelier Spenglers tätig war und dessen gedrechselte Schaustücke mit Schnitzarbeiten verzierte.

Nach Faaborg handelt es sich bei den geschnitzten Objekten an den aus der Werkstatt Spenglers stammenden Vitrinenstücken im Schloss Rosenborg in Kopenhagen nahezu ausnahmslos um Werke Bauerts. (Bibl., Th. FAABORG, 1930). Das ist jedoch unwahrscheinlich, weil mehrere Kleinbildhauer in der Spenglerschen Werkstatt beschäftigt waren und auch der Hofdrechsler selbst mitunter zum Schnitzmesser griff.

Da man am dänischen Hof zur Zeit Bauerts vor allem auf der Drehbank hergestellte Schauobjekte schätzte und Schnitzereien deshalb nur als verzierendes Beiwerk der gedrechselten Vitrinenstücke fungierten, ist über die bildhauerisch tätigen Künstler wenig überliefert. Manche Werke Bauerts sind mit „B“ oder „IEB“ monogrammiert. An einem von seiner Hand stammenden Objekt im Schloss Rosenborg sind sogar beide Monogrammierungen zu finden.

Das in Verbindung mit einem bekrönten Porträtmedaillon von König Friedrich V. gestaltete allegorische Sujet ist mit den Initialen „I E B“ bezeichnet und weist zusätzlich am genannten Medaillon in erhöhter Form den Buchstaben „B“ auf. Das Objekt ist ohne Sockel 19 cm hoch und besteht aus einer vor einem Felsen und einem blattlosen Baum stehenden Frauenfigur, die Blumen über das Bildnismedaillon des Königs hält. Die am Boden liegende Lyra und das Winkelmaß symbolisieren die Schirmherrschaft des Königs über Künste und Wissenschaft. Das Basisstück des zum Teil in Ajourarbeit ausgeführten Sockels weist das für Spengler charakteristische gedrechselte Zickzack-Muster auf. (Bibl., E. v. PHILIPPOVICH, 1982, Abb. 100).

Die nachfolgend angeführten Arbeiten Bauerts befinden sich gleichfalls alle im Schloss Rosenborg in Kopenhagen. Mit „J. E. B.“ ist eine 16 cm hohe vollrunde Elfenbeingruppe bezeichnet, die aus einer fast nackten Frauengestalt und einem am Boden liegenden Kentaur besteht, auf dessen Kruppe ein nackter alter Mann seinen Fuß setzt, während er den Pferdemenschen mit seiner linken Hand bei den Haaren gepackt hält und ihn mit einem in der erhobenen Rechten gehaltenen Knüppel attackiert. Auf dem als steinigen Grund gestalteten Sockelstück ist weiters ein kopfüber nach unten gepurzeltes Knäblein zu sehen. (Bibl., E. v. PHILIPPOVICH, 1982, Abb. 101).

Zugeschrieben wird Bauert ferner ein Objekt, das aus mehreren separat aus Elfenbein geschnitzten Gruppen besteht, die das Motiv „Atalante und der Kalydonische Eber“ zum Thema haben. Atalante steht hoch auf einer hölzernen Säule mit korinthischem Kapitell, den Pfeil, mit dem sie den Kalydonischen Eber schwer verwundete, in ihrer Rechten. An der Säulenbasis ist nochmals die böotische Jägerin mit einem ihrer Hunde zu sehen. Flankiert wird das Mittelstück von zwei Figuren, auf der einen Seite Atalante, die in ihrer Rechten den Jagdbogen hält, mit dem sie auf den gefürchteten Wildeber geschossen hatte, und als Pendantfigur Meleager, mit dem Haupt des Keilers zu seinen Füßen. Der dreigeteilte profilierte Holzsockel ist mit farbigen Steineinlagen verziert.
Faaborg berichtet, dass sich Bauert mit seinem Monogramm an dem mit Jagdgerät aus Elfenbein dekorierten Säulenschaft verewigte; laut Philippovich ist diese Monogrammierung nicht zu finden. (Bibl., E. v. PHILIPPOVICH, 1958, Heft 3/4, S.111, Abb.2).

Als Arbeit Bauerts angesehen werden weiters zwei mit Kronen und Wappenschilden versehene Frauenfiguren, bei denen es sich um Allegorien der Länder Dänemark und Norwegen handelt. Sie stehen auf einem aus Elfenbein gedrechselten und mit 31. März 1758 datierten Sockel, der mit gedrechseltem Zickzack-Muster verziert ist. Im Schloss Rosenborg sind ferner zwei von Bauert modellierte äußerst lebensecht wirkende Wachsbüsten ausgestellt, die Friedrich IV. und seinen Spielkameraden Carl als Knaben in fast natürlicher Größe wiedergeben. (M. BENCARD, Katalog: Rosenborg, Kopenhagen, 1982, Abb. S. 53).

Zu sehen ist ferner ein mit „Bauert 1759“ signiertes aus Biskuitporzellan bestehendes Porträtrelief der Königin Juliane Marie. (O.THAMDRUP; J. HEIN, 1986, No 1348) Im gleichen Museum befindet sich auch eine Schale aus Bernstein, mit einem verschnörkelt geformten Elfenbeinfuß. Diese Objekte beweisen, dass Bauert vielseitig tätig und nicht nur auf das Stoßzahnmaterial fixiert war, wie häufig angenommen wird. 1763 erhielt Bauert die fixe Anstellung als Stempelschneider des Münzamtes in Kopenhagen. Viele der von ihm entworfenen und gravierten bzw. geprägten Münzen und Medaillen sind in dem Werk „Danske Mynter og. Medaillen“, Kopenhagen 1789-1794 Fol. beschrieben.

<<Elfenbeindrechsler
De La Condamine, Charles Marie>>


Aktuelle Objekte:

sig. Mela Ko... >

Saphirring >



Aktuelle Objekte:

sig. Mela Ko... >

Herbert Boec... >