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Plumier, Charles

Gest. 1704. Populär wurde Plumier als Verfasser eines 200 Seiten starken reich bebilderten Werkes mit dem Titel „L’Art de Tourneur“. Es erschien erstmals 1701 in Lyon in französischer und lateinischer Sprache und gilt als das erste umfassende Lehrbuch der Drechselkunst. Weitere Auflagen davon wurden 1706 und 1749 in Paris gedruckt. Zar Peter d. Gr. Veranlasste die Übersetzung ins Holländische und ins Russische. 1776 erschien in Leipzig eine Überarbeitung in deutscher und in französischer Sprache. Die Grundbegriffe am Drehstuhl erlernte Plumier bei seinem Vater, der ein passionierter Drechsler war.

Weitere Kenntnisse, bis zur absoluten Beherrschung der Drechselkunst, vermittelten ihm Mönche des Bettelordens der Minimen, dem er angehörte, und ferner die Meister Faucher aus Poitiers, Marotti aus Marseille und Maubois, der für den Hof in Paris tätig war und das Privileg genoss, im Louvre zu wohnen. Eine große Hilfe war für Plumier, dass er zu dem „Mechanischen Kabinett“ Nicolas Grolliers, Comte de Servière, Zugang hatte, das eine Sammlung gedrechselter Schaustücke umfasste. Einen Teil davon bildete Plumier in seinem Buch ab. Abgesehen von der Liebe zur Drechselei war Plumier vielseitig interessiert. U. a. findet er auch als Hersteller kleiner Elfenbeinobjekte religiösen Charakters Erwähnung. Seine Berichte über weite Reisen, die ihn u. a. zu den Antillen und nach Westindien führten, wurden besonders von Ludwig XIV. sehr geschätzt, der 1693 die Herausgabe seines ersten Werkes finanzierte, das die Fauna Amerikas zum Thema hat.

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