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Elfenbeinkunst im Odenwald

Neben der „Elfenbeinstadt Dieppe“ sind besonders die im deutschen Odenwald liegenden Orte Erbach und Michelstadt für die Elfenbeinschnitzarbeiten der dort beheimateten Bildhauer bekannt. Ein wichtiges Ereignis war für sie die Weltausstellung von 1873 in Wien, an der aus dem Odenwald ein „Ausstellungs-Collectiv“ teilnahm, bestehend aus 16 Erbacher und 4 Michelstädter „Graveuren“.

Um auf die nur mit Sticheln zu bewerkstelligende Kleinteiligkeit ihrer Arbeiten hinzuweisen, bezeichneten sich die Odenwälder Elfenbeinschnitzer in der zweiten Hälfte des 19. Jh. als Graveure. Die Teilnehmer aus dem Odenwald wurden von der international besetzten Kommission mit einer Verdienstmedaille geehrt, was in Anbetracht von 39.500 Ausstellern als großer Erfolg anzusehen ist. Besonders bewundert wurden die „Erbacher Jagdbroschen“ sowie Broschen und Anhänger in Form einer einzelnen als „Erbacher Rose“ bezeichneten Rosenblüte.

Aus Elfenbein geschnitzte Blumensträuße mit Moosröschen und anderen Blüten waren in Frankreich und Deutschland als Schmuckstücke bereits im Biedermeier bekannt und beliebt. Die Idee, eine einzelne Blüte, eine Solitärrose zu gestalten, geht der Überlieferung nach auf den Michelstädter Bildhauer Friedrich Hartmann zurück. Durch die Weltausstellung wurde dieses Motiv als „Erbacher Rose“ international bekannt.

<<VIGER, Pierre
Elfenbeinkunst in Erbach>>


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