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Schmuck und Mode in der Gründerzeit

Mode des "Fin de siecle" (Gründerzeit)


Die Gründerjahre brachten ein Stilgemisch in allen Bereichen.
Nach dem Krieg zwischen Preußen und Frankreich 1870/71 protzten die "Neureichen" mit ihrem Besitz, mit Haus, Wohnung und Kleidung.
Der Effekt war wichtiger als Echtheit und Qualität.

Damenmode um 1870:

Die Krinoline wurde vom engen Rock verdrängt.

Der sogenannte "Cul de Paris" und die "Tournüre" schufen dafür ein unnatürliches Profil des Frauenrockes.

Enge Mieder betonen die Brust.

Spitzte Ausschnitte und reich verzierte Krägen.

Aufgesteckte Haare, die mit Schleifen und Nadeln zusammengehalten wurden.

Fächer, Sonnenschirme.

Damenmode um 1880:

Die Linie der Frauenkleidung änderte sich wesentlich.

Die Kleider umspannten nun den Körper vom Hals bis zu den Knien, so eng es nur ging.

Die Knie wurden oft sogar zusammengebunden, damit eventuell lange Schritte den Gang nicht beeinträchtigen konnten.

Erst unterhalb der Knie verbreiterte sich der Rock und bildete eine flache Schleppe.

In der 2. Hälfte des Jahrhunderts wurde die Kleidung – gesamt gesehen – immer einfacher, die Zahl der Bestandteile verringerte sich ebenfalls.

Herrenmode:

Sie folgt weder in den Formen noch in den Farben der Vielfalt der Damenmode.

Keine neuerlichen Rokoko Tendenzen.

Wenig Zierrat und Buntheit, der Bürger wollte ein Gewand, das ihn bei der Arbeit und Bewegung nicht behinderte.

Die komplizierten Halsbinden der Biedermeierzeit verschwanden nach und nach.

Nüchterne, zweckmäßige Sakkos mit langen Hosen, die sich stets von der Farbe des Sakkos unterschieden.

Niedrige, steife Hüte.

Farbige Krawatten.

Überröcke und Schuhe mit niedrigen Absätzen.

Bärte, nüchterne Frisuren.

Die Herrenmode wurde immer einfacher und schlichter, so dass sie der ökonomischen und politischen Entwicklung ebenso entsprach, wie der Stellung des Mannes als Mitglied der zeitgenössischen Gesellschaft.

Die wichtigsten Elemente der Herrenkleidung waren Jacket, Sakko und Frack. Gegen Ende des Jahrhunderts wurde der Gehrock durch den "Cutaway" mit abgerundeten Vorderschößen ersetzt.

Später kam noch der Smoking hinzu.

Mantelformen:
Doppelreihige Ulster, Chesterfield mit verdecktem Knopfverschluss, taillierte Paletots, sportlich bequeme Raglans.

Farben:
Schwarz, grau, braun, blau.

Schmuck:

Die 2. Hälfte des Jahrhunderts ist erfüllt von vielfältigen eklektizistischen Nachahmungen vergangener Stilepochen.

Nach neuerlichen bedeutenden archäologischen Entdeckungen , orientierte sich der Zeitgeist wieder an den Goldschmiedearbeiten alter Kulturen, wie z.B. der Etrusker, der Römer, der Assyrer und der Griechen.

Wohlhabende und interessierte Bürger besuchten nun, da das Reisen bequemer wurde, die Stätten des Altertums in Griechenland, Italien und Ägypten und brachten neue Anregungen mit.

Ungeachtet des Abgleitens der Kreativität blieb die handwerklich technische Qualität des Kunsthandwerkes erhalten.

Das Goldschmiedehandwerk fand neue Fertigungsmethoden und entdeckte auch verschüttetes Handwerksgut erneut, wie z.B. die etruskische Granulationstechnik.

Vor allem gelang es mit der Galvanotechnik, hauchdünne Goldfilme auf unedles Metall aufzutragen.

Zu den bereits bekannten Edelmetallen Gold und Silber gesellte sich das PLATIN: zuerst als Doublierung (ab 1880), später wurden ganze Schmuckstücke und Edelsteinfassungen daraus hergestellt (um 1920).

Um 1860 entdeckte man in Sibirien Demantoide die im Schmuckschaffen reichlich Verwendung fanden, wie z.B. bei eidechsenförmigen Diamantbroschen.

Die Schmuckindustrie stand ganz im Zeichen der Massenproduktion.

Schmuckstücke wurden zu Millionen aus dünnem Blech gestanzt, maschinell geprägt oder gepresst.

Durch die beginnende Emanzipation der Frau kamen um 1890 auch sportliche Accessoires in Mode wie z.B. Spangen mit Golfschlägern, Reitpeitschen, Steigbügel und Tennisrackets.

Die ägyptische Mode brachte eine häufige Verwendung von Skarabäen mit sich.

(Paruren im ägyptischen Stil).

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