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Schmuck und Mode des Biedermeier
Als "Biedermeier" bezeichnet man in Österreich die Zeitspanne zwischen dem Wiener Kongress 1814 und der Revolution von 1848.
In Frankreich wird diese Epoche "Restauration" genannt.
Die politische Lage hatte sich in Mitteleuropa ganz anders entwickelt, als man es während der Befreiungskriege erhofft hatte.
Statt der bürgerlichen Freiheiten herrschte wieder der Absolutismus der alten Mächte vor ("Metternich'sches System") und führte ein strenges Regiment, das zu bekämpfen nur wenige den Mut hatten.
Das Volk verhielt sich dem gemäß vorsichtig und bescheiden. Es zog sich angesichts der politischen Voraussetzungen und Zwänge in die gemütliche Häuslichkeit zurück. |
Mode:
Zwischen 1815 und 1820 verwandelte sich die bis dahin klassisch inspirierte Mode total; nach der endgültigen Niederlage Napoleons wollte man die Erinnerung an die verflossene Ära auslöschen. |
Damenmode:
Die Silhouette der Damenmode blieb bis ca. 1825 dem klassischen Ideal der antiken Statue angepasst, jedoch zeigten Ärmel und Ausschnitt schon ganz andere Tendenzen.
Die Modefarbe bis 1820 war noch immer weiß.
Das Frauengewand verkürzte sich bis über die Knöchel und war viel dekorativer als jenes des Empire.
Die Frauenkörper wurden wieder stärker verhüllt – bedingt durch die Kegel- und Walzenformen der Kleider.
Gerade in dieser Zeit begann sich die Abendkleidung von der Tageskleidung im heutigen Sinn des Wortes wesentlich zu unterscheiden.
Geschlitzte Puffärmel werden modern, hohe gefältelte Krägen (erinnern an die Renaissance) oder Krägen mit breit ausladenden Spitzenornamenten, man nennt diese Gewänder "Altdeutsche Kleiderform".
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Herrenmode:
In der Zeit zwischen 1800 und 1830 fällt die Blütezeit des Englischen "Dandytums".
Berühmt und bekannt wurde diese Moderichtung durch den Engländer George Bryan Brummel, genannt "Beau Brummel", dessen Ziel es war, körperliche Eigenschaften, Bewegungen, Inhalt und Form der Sprache, Gesten und Kleidung zu einer vollkommenen Einheit zu formen.
Geblieben ist aus dieser Ära der schwarze Frack, der als einziges Kleidungsstück neben dem Zylinder bis heute alle Zeitläufe und Moden überdauert hat.
Im Biedermeier trugen die Herrn den Frack mit "Vatermörderkragen"-Hemd, langen Hosen, Halbschuhe, Zylinder und gestreifte Westen.
Neben dem schwarzen Frack trug man am häufigsten blaue oder braune Fräcke, dazu bunt geblümte kurze Westen und kunstvoll geknüpfte Krawatten.
Besonderheit der Frisur: Bartstreifen an den Wangen, sogenannte "Favoris". |
Schmuck:
"Eine Elegante trug um 1800 zu gleicher Zeit im Haar neben dem Diadem noch einen Kamm und Nadeln, um den Hals ein Collier und eine lange, dünne Goldkette, Armbänder über den Ärmeln, Ringe über den Handschuhen, lange Ohrringe, Brosche am Kleid und ein Schloss am Gürtel; wenn sie dazu noch einen "Bukett Halter" von Silber oder Gold und einen Fächer von echtem Material besaß, so hatte sie nicht mehr Schmuck bei sich, als es die Mode für unerlässlich hielt". (Entnommen aus einem zeitgenössischen Mode-Journal).
Diese Modevorschriften entsprachen jedoch nicht der mitteleuropäischen Realität: die bürgerliche Gesellschaft Deutschlands und Österreichs trug – wie man auf zeitgenössischen Bildern sehen kann – schon aus wirtschaftlichen Gründen sehr sparsam und wenig Schmuck.
Einzige Ausnahme: Ohrgehänge.
In der Biedermeier Zeit bemühte man sich auch nicht mehr um die zwingende Stileinheit von Kleidung und Schmuck.
Die weiten Ausschnitte der Kleider, die nach hinten frisierten Haare, die freien Handgelenke und die betonten Taillen boten trotz aller Sparsamkeit genug Gelegenheit, Schmuck zu tragen.
Das Diadem, der bevorzugte Kopfschmuck des Klassizismus, wurde bis 1820 in adeligen Kreisen noch getragen, ab dann bevorzugte man auch da naturalistische Blumenranken oder die sogenannte
"Ferronière", ein Juwel (Stein in goldener Fassung, ein Herz oder eine tropfenförmige Perle), das an einer Gold- oder Perlenkette oder an ein Samtband gehängt um den Kopf gelegt wurde.
Dazu wurden öfter auch Zierkämme, Haarnadeln und Haarpfeile getragen. |
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