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Epoche des Jugendstils

Schmuck und Mode des Jugendstils

Mode:

Die Mode der Jahrhundertwende zeichnet sich durch eine Vielfalt an Formen und Materialien aus.

Tonangebend waren für ganz Europa noch immer die Pariser Salons und jetzt auch die Pariser Künstler- und Theaterwelt, die von dem Maler Toulouse Lautrec auf den verschiedensten Theaterplakaten dargestellt wurden.

Die Mode der Jahrhundertwende zeigte noch keine wesentlichen Formveränderungen der Kleider, sie schritt noch weiter in den Spuren der ausklingenden Ära des Historismus.

Die Rufe nach Reformen und Erneuerung, die eine natürliche Silhouette, Bequemlichkeit und Gesundheit forderten, waren schon unüberhörbar.

Praktische Erfordernisse führten schließlich zu dieser Entwicklung.

Die Versuche, eine sogenannte "Reformkleidung" zu schaffen, blieben fast ohne Resonanz.

In Deutschland waren sogar Vereine gegründet worden, in denen Künstler, Ärzte und Schneider gemeinsam an Entwürfen für eine hygienische, ästhetische und zweckmäßige Frauenkleidung arbeiteten.

Der Hauptkampf dieser Vereinigungen galt natürlich dem Korsett; dem "gesundheitbedrohenden Frauenpanzer".

Die neue Kleidung fand jedoch zuerst wenig Anklang, setzte sich aber allmählich durch.

Damenmode:

Um 1900 wurden die Alltagskleider einfacher, die Röcke enger.

Die Linie der Taille und der Hüfte blieb schlank, die Schultern wurden jedoch durch Volants betont. Über den Kleidern wurden Pelerinen getragen.

Hüte mit Bändern, Federn oder Kunstblumen ließen die Gestalt größer erscheinen.

Die Silhouetten der Damen sollten sehr schlank wirken.

Man trug Straßenkleider aus verschiedenen gemusterten Materialien, durchwegs zweiteilig. Mäntel mit Boa und Muff.

Das Reformkleid war lose und fließend, die Figur nicht betonend. Viereckiger Ausschnitt, lange Ärmel und einen nicht allzu breiten, bis zur Erde reichenden Rock. Kein Korsett!

Gesellschaftskleider aus anspruchsvollem Material, meist bestickt, mit Spitzen und Pelzen verziert.

Die Damenkostüme ("Tailormadekostüm") bekamen den Schnitt des klassischen Sakkos. Sie hatten eine einfache, gerade Silhouette, waren enganliegend und meist aus zweierlei Material.

Dazu trug man eine Pelzstola, einen Hut mit Federn, Handtasche und Sonnenschirm.

Sportkleid: Es unterschied sich kaum vom Gesellschaftskleid, hatte einen ebenso breiten Pelzbesatz, Spitzenärmel und einen federgeschmückten Hut, nur war der Rock ein wenig kürzer.

Das Abendkleid um die Jahrhundertwende war noch weichfließend und hatte ein großes Dekolleté, das ebenso wie die Ärmel mit Spitzen besetzt war. Dazu wurden große Fächer aus Straußenfedern getragen sowie schwere Atlasröcke kombiniert mit Spitzen und Tüll.

Herrenkleidung:

Sehr einfach gehalten, wenig Änderung zu der vergangenen Epoche.

Die Herrenkleidung bestand weiterhin hauptsächlich aus einem Sakko, einer Weste und Beinkleidern, vorwiegend praktisch und bequem.

Schmuck:

Das 19. Jh. stand unter dem Zeichen der Nachahmungen historischer Stile.

Doch gegen Ende des Jahrhunderts wurden Stimmen laut, die nach und nach einen neuen, Originalstil und neue Formen verlangten.

Ausgangspunkt dieser Bewegung war England, wo schon um 1860 ein Kreis von Kunstgewerblern um William Morris (1834 – 1896) die Erneuerung des Handwerks anstrebte (Arts and Crafts – Movement).

Arthur Mackmurdo (1851 bis 1942), der zu diesem Kreis gehörte, schuf 1883 einen floralen Stil, der die Ornamentik des Jugendstils mit ihrer Vorliebe für Schlangenlinien vorwegnahm.

Auf dem Kontinent brachten die Lehren von Morris den Belgier Henry van de Velde dazu, das Malen aufzugeben und sich der angewandten Kunst zu widmen.

Wenig später entwarf er die Inneneinrichtung der Kunsthandlung, die der Hamburger Kunsthändler Siegfried Bing in Paris eröffnete.

Der Name dieses Geschäftes, "Maison de l‘ Art Nouveau", gab dem neuen Stil in Frankreich, wo bereits mehrere Künstler nach ähnlichen Grundsätzen arbeiten, seinen Namen.

In Deutschland trug die Münchner Zeitschrift "Die Jugend", die erstmals 1896 herauskam, am meisten zur Verbreitung der neuen Tendenzen bei, die unter dem Namen "Jugendstil" bekannt wurden.

In Italien hieß er "Stile florale", in England "Stile Liberty", weitere Namen lauteten:

Stile 1900, Morris Style, Sezessionsstil, Lilienstil Wellenstil, u.a.

Während das Schmuckinteresse des 2. Empire und der Gründerjahre dem kostbaren Diamanten, der Perfektion des Brillantschliffs und dem großen Einzelstein galt, wurde nun dem Wert des Materials der Kunstwert des Schmuckstückes entgegengesetzt. Die künstlerische Gestaltung, die dekorative Wirkung und handwerkliche Perfektion galt der neuen Kunstbewegung mehr als der materielle Wert der Schmuckstücke.

Dem Jugendstil kam es darauf an, eine eigenständige Ornamentik unter Anpassung an die stofflichen und dekorativen Eigenschaften der Materialien zu entwickeln.

So wurden wieder Glas, Email, Bernstein, Perlmutter, Horn, Elfenbein, Bronze, Stahl und Kupfer für Schmuckzwecke verwendet.

Hauptmotive:
Pflanzen (Blumen, Disteln, Lilien), Schlangen, Schmetterlinge und Insekten, Wellenmotive und Frauenkörper.

Materalien:
Gold, Silber, Platin, unedle Metalle, wenig Diamanten, dafür aber Email, Opal, Mondstein, Perlen, Rubine, Achate, Amethyste oder Jade.

Steine wurden vorwiegend im Cabochonschliff verwendet.

<<Siebenbürger Schmuck
Art Deco>>


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