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Fortsetzung Elfenbeinkunst in Erbach

Der Name Kehrer ist mit der Schnitzkunst in Erbach untrennbar verbunden. Die verwandtschaftlichen Zusammenhänge dieser Familie wurden durch Frau Ingeborg Diersch im Zuge ihrer ehrenamtlich durchgeführten Sichtungstätigkeit im Stadtarchiv Erbach eruiert, sind aber kaum bekannt. Die nachstehende Übersicht soll deshalb helfen, Klarheit zu schaffen. Ausgehen muss man von dem bekannten Tiermaler und Archivrat Christian Wilhelm Kehrer, in der Folge kurz Archivrat genannt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er entscheidend an der künstlerischen Entwicklung des berühmten „Elfenbeingraveurs“ Ernst Kehrer mitwirkte und dadurch indirekt auch die Elfenbeinschnitzer beeinflusste, die sich an dessen Wild- und Pferdebroschen orientierten.

Der Archivrat und Tiermaler Christian Wilhelm Kehrer kam am 30. 5. 1775 in Erbach zur Welt. (Kirchenbucheintragung Nr. 30). Gestorben ist er am 21. 2. 1869 in seiner Geburtsstadt (Sterberegister-Nummer 10). Die Eintragungen werden angegeben, da in manchen Lexika fehlerhafte Daten aufscheinen. Nach der Schule hielt sich Kehrer (der spätere Archivrat) mit Hilfe des Grafen Franz I., der sein künstlerisches Talent erkannt hatte, von 1793 bis 1797 in Würzburg auf, wo er von Prof. Christoph Fesel (ein Schüler Raphael Mengs) in der Malerei unterwiesen wurde. Mit 28 Jahren war er in Saarbrücken in den Diensten der Herzogin von Braunschweig-Bevern, mit einem Tagesverdienst von 4 Gulden, freier Wohnung, Heizung und Beleuchtung.

Nach einem Parisaufenthalt, bei dem er die Ansprüche der Herzogin und ihrer Schwester gegen Frankreich vertrat, allerdings ohne Aussicht auf Erfolg, kehrte Kehrer in seine Heimat zurück und nahm dort, trotz vergleichsweise schlechter Dotierung, ein berufliches Angebot wahr. Er begann als Privatsekretär des Grafen Franz I. von Erbach-Erbach, mit einem Jahressalär von 200 Gulden sowie freier Wohnung und Verpflegung.

1814 übertrug man ihm die Leitung des gräflichen Archivs, und es wurde ihm der Titel Archivrat verliehen. Im Erbach-Fürstenauischen Cabinets-Protokoll ist diesbezüglich vermerkt: „Wir haben uns bewogen gefunden, dem Maler Kehrer umso mehr diese Stelle zu übertragen, als dessen heller Verstand und vielseitige Belesenheit ihn auch ohne juristische Kenntnisse zu dieser Stelle qualifizierbar machen.“ (A. RÖDER, 1982, S. 2-3) In der Literatur wird Christian Wilhelm Kehrer mitunter fälschlich als Hofrat bezeichnet. (Es gab auch einen Hofrat Kehrer, und zwar Ludwig Gottfried, einen Bruder des Archivrates. Er war gräflicher Regierungssekretär, danach Steuerkommissar in Erbach und schließlich Hofrat in Worms, wo er auch starb.).

Obwohl auch der Archivrat Christian Wilhelm Kehrer mitunter als Elfenbeinschnitzer bezeichnet wird, waren weder er noch seine leiblichen Söhne bildhauerisch tätig. Seine große Begabung als Maler prädestinierte den Archivrat für die Mitarbeit an diversen Kunst-Katalogen über die im Schloss Erbach befindlichen antiken Marmorskulpturen, wertvollen alten Waffen, römischen Ausgrabungsfunde sowie interessanten Trophäen.

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