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Perlbildende Süßwassermuscheln

Perlbildende Süßwassermuscheln werden innerhalb der Klasse Bivalvia in die Überfamilie Unionoidea eingeordnet, die umgangssprachlich als Najaden bezeichnet und in zwei Familien, Margaritiferidae und Unionidae, unterteilt wird. Die europäische Flussperlmuschel gehört in die erste Familie, die nur verhältnismäßig wenige Arten aufweist. Die zweite Familie ist wesentlich umfangreicher, sie wird in insgesamt acht Unterfamilien unterteilt, die zusammen über tausend Arten umfassen.

Perlbildende Arten treten in Ostasien auf, wo sie heute in Japan und China für die Perlzucht verwendet werden. Hier sind insbesondere die Gattungen Hyriopsis Conrad, 1853 und Cristaria Schumacher, 1815 zu nennen. Die europäischen Unioniden, zu denen unsere einheimischen Bach- , Fluss- und Teichmuscheln gehören, haben nie eine Rolle in der Perlbildung gespielt. Sie können vom Aussehen her auf den ersten Blick mit der Flussperlmuschel verwechselt werden.

Die größte Bedeutung erreichen die Unioniden in Nordamerika, wo es auf fünf Unterfamilien verteilt etwa 600 Arten gibt, die sich im Wesentlichen auf das Mississippi- Einzugsgebiet konzentrieren. In wenigstens 300 Arten entstehen Perlen, die im 19. Jahrhundert während der später als »Pearl Rush« beschriebenen Zeit zwischen 1850 und 1920 eine einzigartige Rolle gespielt haben. Die amerikanische Perlmuttindustrie, die in Iowa begann und ihre Entstehung einem deutschen Knopfmacher aus Ottensburg verdankt, hatte ihre große Zeit zwischen 1890 und 1940, sie ist aus dem »Pearl Rush« hervorgegangen und machte nachhaltigen Gebrauch von den großen, dicken und so reichlich zur Verfügung stehenden Muschelschalen.

Über die letzten fünf Jahrzehnte hinweg wurden die Schalen hauptsächlich nach Japan exportiert, wo sie zu Kernen für die Herstellung japanischer Zuchtperlen verwendet werden. Die amerikanischen Bestände sind jetzt drastisch gefährdet und stehen unter besonderem Regierungsschutz. Seit 1983 gibt es Farmen zur Perlzucht in Tennessee und wenigen anderen Staaten, die mehrere Arten von Süßwassermuscheln verwenden.



Elisabeth Strack / Gemmologisches Institut Hamburg
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