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Die europäische Flussperlmuschel

Margaritifera (M.) margaritifera (L., 1758)

Ein Artikel von Elisabeth Strack

Mollusken oder Weichtiere, die zu den wirbellosen Tieren (Invertebraten) gehören, sind mit etwa 128.000 Arten der zweitgrößte Tierstamm. Er wird in zwei Unterstämme unterteilt, die wiederum in Klassen, Unterklassen, Ordnungen, Unterordnungen, Überfamilien, Familien, Gattungen, Arten und Unterarten unterteilt werden.

Perlen entstehen nur in Mollusken, die in den zweiten Unterstamm der Conchifera oder Schalen-Weichtiere gehören. Die zoologische Taxonomie beginnt 1758 mit der 10. Auflage von Linnés »Systema Naturae«, in dem er den Tier- und Pflanzenarten einen zweiteiligen, latinisierten Namen gibt. Das binominale System ist bis heute beibehalten worden. Linnés System enthält bereits perlbildende Muscheln.

In den mehr als zweihundert Jahren, die seither vergangen sind, folgten viele neue Erstbeschreibungen und Ergänzungen. Vor allem im 19. Jahrhundert haben eine Reihe von Zoologen Pionierarbeit geleistet. Der erste Teil des wissenschaftlichen Namens einer Art bezeichnet die Gattung, der zweite benennt die Art und wird klein geschrieben. Hinzu kann noch ein dritter Name für eine Unterart kommen. Gattung und Art werden in Schrägschrift wiedergegeben. Es folgen der Name des Erstbeschreibers und die Jahreszahl. Sie werden in Klammern gesetzt, wenn der ursprünglich gegebene Namen später geändert worden ist. Wenn ein und dieselbe Art mit unterschiedlichen Namen versehen worden ist, verlangt der »International Code of Zoological Nomenclature«, dass der erste Name gilt. Spätere Namen werden als Synonyme betrachtet.

Mollusken gehören zu den am frühesten entstandenen Lebewesen. Die Urform wird in das Paläozoikum oder Erdaltertum datiert (frühes Kambrium, 550 Millionen Jahre), Vorläufer mit nicht mineralisierten Schalen treten wahrscheinlich schon im Präkambrium auf. Die ersten Süßwassermuscheln entwickelten sich wahrscheinlich ebenfalls im Paläozoikum (Devon, 350 Millionen Jahre) aus marinen Mollusken, die ins Süßwasser abgewandert waren. Am wichtigsten für die Perlbildung sind Muscheln oder Bivalvia, die die 4. Klasse darstellen. Die Bezeichnung »Bivalvia« ist von der zweiklappigen Schale abgeleitet.

Weniger bedeutend ist die 2. Klasse der Schnecken oder Gastropoden. Insgesamt gibt es etwa 20 000 Muschelarten, die im Meer- und Süßwasser leben. Auf dem Land kommen sie, im Gegensatz zu Gastropoden, nicht vor. In mehreren Gattungen mariner Bivalvia können Perlen entstehen, die für Schmuckzwecke verwendet werden. Für die Perlbildung im eigentlichen Sinn ist nur die Gattung Pinctada Röding 1798 von wirklicher Bedeutung.

Fünf verschiedene Arten von Pinctada haben über die Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende hinweg die begehrten Perlen aus den bekannten Fundgebieten im Indischen und Pazifischen Ozean und im Westatlantik geliefert. Die Bezeichnung »Perlenauster«, die so oft anzutreffen ist, ist übrigens nicht korrekt. Die Auster liefert keine Perlen, von wenigen Ausnahmefällen perlenähnlicher Bildungen abgesehen.




Elisabeth Strack / Gemmologisches Institut Hamburg
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