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Allergie Weißgoldeheringe

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Sandra Schreiber 
Allergie Weißgoldeheringe
geschrieben am: 2003-04-27 20:54:46
Ich habe eine Allergie entwickelt gegen unsere Eheringe die aus Weissgold bestehen. Nach einem Test beim Hautarzt hat sich herausgestellt, daß ich eine hochgradige Nickelallergie habe. Nach Auskunft unseres Juweliers enthält der Ring kein Nickel. Hat jemand eine ähnliche Erfahrung gemacht bzw. Allergien gegen Gold oder hat jemand schon einmal etwas davon gehört.
Danke für jede Antwort.
S.Schreiber
Alfred J. Römer 
AW: Allergie Weißgoldeheringe
Antwort vom: 2003-04-30 10:05:54
Sehr geehrte Frau Schreiber,

Wenn Sie eine medizinisch diagnostizierte Nickel-Allergie haben und im Bereich Ihres Eheringes allergische Reaktionen auftreten, so läßt sich kaum vermeiden, von einer Nickelabsonderung Ihres Ringes auszugehen!

Soweit mir bekannt sollte man daher vermeiden sich Nickel-hältigen Produkten auszusetzen: vielleicht sollten Sie überlegen, sich einen definitiv Nickelfreien Ehering anfertigen zu lassen.

Zur Nickelallergie:

im Englischen Sprachraum übrigens als "Belly-Button-Allergy" bezeichnet, weil die Jeans-Knöpfe/Nieten an der Innenseite erste Auslöser waren.

Als Goldschmied begegnen mir viele Personen, die Hautirritationen an Stellen haben, wo sie Schmuck tragen. Diese sind sehr oft einfach Rauheiten der Oberfläche, die in Zusammenspiel mit Hautschweiß zu Rötungen führen. Auch ist die "Unsitte" weit verbreitet, das Schmuck-Stück nie abzulegen, sodass Seifen, Schampos, Hautpartikelchen etc. sich ansammeln und hygienisch bedenkliche Zustände produzieren.
Vermeiden läßt sich dieses durch eine sorgsame Verarbeitung seitens des Goldschmiedes (Abrunden der Kanten) und durch regelmäßiges Reinigen des Schmuckstückes (durch den/die Trägerin, oder den Juwelier/Goldschmied)

Gegen eine ausgewachsene Nickelallergie nützt das freilich wenig!

Deswegen gibt es (zumindest in Österreich) eine sogenannte "Nickelverordnung" die es verbietet, Schmuckstücke herzustellen die mehr als einen genau festgelegten Höchstwert an Nickel absondern. Ein im Inland gefertigter Ring ist daher mit großer Sicherheit Nickel-unbedenklich!

Dennoch bin ich als Goldschmied dazu übergegangen, statt Weißgold Platin für "weiße" Edelmetallgegenstände zu verwenden: Allergien sind AUSGESCHLOSSEN! es ist vielleicht das edelste der Schmuckmetalle und darüber hinaus war die Erfindung von Weißgold nur eine Behelfslösung für jene Goldschmiede, die anfang des 20.Jhdts kein Platin mehr aus dem Ural bekamen (Russ. Revolution) und dennoch weißen Schmuck herstellen sollten.

Ist vielleicht Platin die Antwort auf Ihre Fragen?

mit besten Grüßen
Alfred J. Römer
Goldschmied in Wien
Alfred J. Römer 
AW: Allergie Weißgoldeheringe
Antwort vom: 2003-04-30 10:13:49
PostSkriptum:

Allergien gegen Gold & Platin sind so gut wie unmöglich (so weit ich weis gibt es 20 Fälle in der Medizingeschichte der Menschheit)

Wiewohl ist Silber BAKTERIOZID (tötet Bakterien ab)und daher eventuell als "gesund" zu bezeichnen. Auf jeden Fall"hygienisch"

A.J.R.
Carsten Saalbach 
AW: Allergie Weißgoldeheringe
Antwort vom: 2003-10-30 14:11:40
Hallo,

sowohl meine Frau als auch ich haben allergische Reaktionen auf unsere Eheringe (750 Gelbgold/Platin). Ein Ring besteht aus drei einzelnen Ringen, die "zusammengeschweisst" wurden (Gold|Platin|Gold). Kann es sein, dass wir allergisch gegen dieses "Verbindungsmaterial" sind, oder handelt es sich um eine "schlechte" Legierung? Sorry, ich bin Laie und kenne die Fachbegriffe nicht :-) Die Ringe wurden hier in Deutschland von einem befreundetem Goldschmied gefertigt.

Wie könnten wir versuchen, die Ringe umarbeiten zu lassen? Vielleicht an der Innenseite komplett Gold anlegen lassen, oder Titan? Wäre so etwas überhaupt möglich und wie lange würde diese Lösung halten?

Vielen Dank für Ihre Hilfe und viele Grüße
Carsten Saalbach
Ulrich Wehpke 
AW: Allergie Weißgoldeheringe
Antwort vom: 2003-12-09 23:58:04
Wenn Metalle unterschiedlichen Spannungspotentials zusammengelötet auf der Haut getragen werden, fließen immer Ströme. Dabei geht das negativere Metall in Lösung und bildet Salze. Bei Mehrfachkombinationen können mehrere Metalle gleichzeitig in Lösung gehen. Meist sind jedoch die eigentlichen Allergieauslöser nicht die Metalle, sondern deren gebildtete Salze. Das war mit dem Nickel genau so. Seit Menschengedenken verwendete man Nickel für viele Gegenstände des täglichen Gebrauchs, machte Brillen und Uhrgehäuse daraus und kein Mensch hatte irgend welche Allergien. Erst als man dazu überging galvanisch aufgetragenes Nickel wegen seiner glanzbildnerischen Eigenschaft als billige Methode zur Erzeugung einer Hochglanzpolitur zu verwenden, kam es zu besagter Reaktion zwischen Basismetall und Galvano-Auflage und damit zu den gefürchteten Allergien. Ganz schlimm wurde es, als man diese Nickelschichten vergoldete oder versilberte. Der Spannungsunterschied zwischen Nickel und Silber beträgt mehrere Volt! Die so zwangsläufig entstehenden galvanischen Zellen arbeiten 24 Stunden am Tag! Sie sollten Ihr Problem unbedingt unter diesen Gesichtspunkten betrachten. Wir fertigen im Zweifelsfall immer nur Schmuckstücke aus einem Material. Allerdings hatten wir auch schon Fälle, in denen gar kein Gold getragen werden konnte. Dann steht aber immer noch Platin zur Verfügung, oder Chrom-Cobalt-Molybdän, ein medizinischer, hochweißer Werkstoff von enormer Härte. Darüber hinaus bietet sich auch Titan an, was aber wenig dekorativ ist.

Ulrich Wehpke
Goldschmiedemeister
Nic 
AW: Allergie Weißgoldeheringe
Antwort vom: 2005-04-20 17:05:44
Noch eine Frage meinerseits zu Platin:
Platin kommt doch in Schmuckstücken immer in Legierungen vor - z.B. mit Palladium.
Sind Allergien hier wirklich ausgeschlossen?
Mein Juwelier sagte mir, dass sie kein reines Platin verarbeiten (Hild in Bonn).

Nic
Siegfried 
AW: Allergie Weißgoldeheringe
Antwort vom: 2005-04-20 17:28:03
Sehr geehrte Frau Schreiber!

Fragen Sie einmal Ihren Juwelier, wie er denn festgestellt hat, dass der Ehering kein Nickel enthält. Ich habe immer wieder mit ähnlichen Erscheinungen zu tun. Eine Röntgenfluoreszenzanalyse des betroffenen Gegenstandes bringt es meistens zu Tage: Die Legierung enthält sehr oft Nickel; zwar nicht viel aber dennoch. Das muss zwar nicht zwangsläufig bedeuten, dass Nickel auch abgegeben wird. Dafür gibt es wiederum eigene Tests über die Nickellässigkeit von Gegenständen.
Dabei möchte ich auf keinen Fall ihren Juwelier jetzt beschuldigen; er hat die Ringe wahrscheinlich als nickelfrei gekauft und im guten Glauben an Sie weiterverkauft.
Ob diese Ringe tatsächlich nickelfrei sind kann zerstörungsfrei nur eine Röntgenfluoreszenzanalyse bestätigen.

Viele Grüße

Siegfried Schmuck

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