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Offener Brief: geplante Abschaltung von AEIOU.at
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Guenther Fuchs
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Offener Brief: geplante Abschaltung von AEIOU.at
geschrieben am: 2005-03-16 22:11:37
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, sehr geehrte Frau Bundesministerin!
Wie aus entsprechenden Kreisen zu erfahren war, ist angeblich eines
der umfassendsten dokumentatorischen Werke der Neugeschichte von
seiner akuten Zerstörung bedroht. In Zeiten, wo gerade die besonders
lobenswerte und weltweit sogar als "Kulturerbe" anerkannte österrei-
chische Philosophie der musealen und historisch orientierten Aufbe-
wahrung sich gerade auch in den aktuellen Ausstellungen widerspiegelt?
(Bsp: "Alt-Wien" im Wiener Künstlerhaus oder "John F. Kennedy Special:
Gipfel Wien 1961" im Karlsplatzmuseum)
Was wäre eine Darstellung österreichischer Geschichte und Fakten ohne
die entsprechenden Exponate? Was wäre ein Museum ohne den in mühseli-
ger Arbeit zusammen getragenen und kategorisierten Schauobjekten?
Viele Stunden an Arbeit und die damit verbundenen Werte - um nicht zu
sagen Steuergelder - sind in die Seiten, Suchfunktionen, Darstellun-
gen, Publikationen, Aufbereitungen und Bekanntmachung der nunmehr in
Verlinkung und Bekanntheit auf dem Level von ORF.at oder Microsoft.at
rangierenden Inhalte des Servers www.AEIOU.at geflossen. In Zeiten, wo
über die Aufbewahrung und Archivierung elektronischer Inhalte ebenso
wie über die Notwendigkeit der Lesbarkeit gesprochen und ausgiebig in
Fachkreisen diskutiert wird - in Zeiten, wo unser Nachbarland Deutsch-
land zu genau diesem Zweck eigene Bunkeranlagen und Mikroverfilmung
derartiger elektronischer Sammlungen nicht nur plant sondern sogar
durch führt - in diesen Zeiten soll Österreich tatsächlich einen
derartigen kulturellen Mord begehen?
Selbst wenn die Aktualisierung der Seiten durch die aktuellen Steuer-
mittel momentan oder auch dauerhaft nicht gewährleistet werden kann,
so sollte doch mit wenigen Massnahmen eine Finanzierung zumindest des
Weiterbetriebs und damit eine Erhaltung der - nachweislich - relevan-
ten wie auch gefragten Inhalte ein Leichtes sein, wie Ihnen jeder
Marketingfachmann einfachst vorrechnen kann:
Im Internet sind Werbegelder nach Anzahl der potentiellen Kontakte
durchaus üblich, einen Betrag von EUR 2,- pro 1.000 Kontakten
(sogenanter TKP) zu erhalten ist auch nicht unüblich.
Bei derzeit rund 7 Millionen Besuchern pro Jahr würde alleine aus
dieser Einkommensquelle eine Refinanzierung der nötigen Services von
über EUR 1.100 pro Monat zur Verfügung stehen - bei Auslagerung des
Betriebs an einen externen Dienstleister würde hier sogar noch ein
Gewinn möglich sein.
Unter Betrachtung dieser Fakten ist es mir völlig unverständlich, von
einer nicht nur geplanten sondern vielmehr angeblich sogar "be-
schlossenen Abschaltung per Ende März 2005" lesen zu müssen. Als
kulturinteressierter Staatsbürger und Unternehmer, der selbst bereits
einige Kulturförderungen im Internet ermöglicht hat, ist es mir völlig
unverständlich, wie der österreichische Staat erzielte Werte aus
österreichischen Steuergeldern unter Vernichtung der Werte und des
damit möglichen Ertrages gleichzeitig eine Vernichtung eines der
grössten österreichischen Kulturgüter im Internet planen und be-
schliessen kann.
Ich ersuche Sie diesbezüglich um Aufklärung und Information - vielmehr
ersuche ich aber insbesondere um Erhaltung dieser einzigartigen Samm-
lung und Dokumentation österreichischer Kultur und Zeitgeschichte.
Einem Werk, das seine Relevanz bereits über Suchmaschinen wie
www.google.at in tausenden Links und hunderttausenden Erwähnungen
dokumentieren kann, das im Relevanz-Ranking dieser weltweit führenden
Suchmaschine einen weltweiten Relevanzwert mit 7 von max. 10 Punkten
erhält, ident zu Seiten wie z.B. www.ORF.at . Eine Abschaltung von
aeiou.at käme einer Abschaltung von orf.at gleich - in Relevanz wie
auch in Tragweite.
In Erwartung Ihrer geschätzten Rückantwort (die ich gerne auch an
tieferstehende Kopienempfänger weiter leite) verbleibe ich
--
Mit freundlichen Grüssen
Günther Fuchs
Wiener Internet-Unternehmer und Staatsbürger
Kopie: SONDERFORUM "Aus für AEIOU", Internetz-Mailingliste VIBE!AT,
news:at.internet.sonstiges
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Guenther Fuchs
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Update: Offener Brief: geplante Abschaltung von AEIOU.at
Antwort vom: 2005-04-04 11:40:37
04.04.2005: Trotz nochmaliger Nachfrage, Abdruck des hier zitierten offenen Briefs in anderen Medien, Nachfrage dieser Medien bei den zuständigen Stellen haben weder Medienvertreter noch ich bis heute eine Antwort. Fakt ist, daß mit jedem Tag des Aprils mehr und mehr Links - gerade auch in Suchmaschinen - ihre Positin verlieren, auf den Inhalt "Wichtige Information" aktualisiert werden, etc.
Gratulation "Österreich" - ein gelungenes Beispiel effizienter Wertevernichtung im Internet!
bedauert Günther Fuchs
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Guenther Fuchs
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AW: Offener Brief: geplante Abschaltung von AEIOU.at
Antwort vom: 2005-04-16 16:40:39
Tja, eine österreichische Lösung: Antworten brauch´ ma den Staatsbürgern ned - wenn z´viel schreien, machm´ma halt an Rückzieher, aber Stellung nehmen? Naa, des is ned notwendig ....
Günther Fuchs, etwas verstimmt - aber froh, daß aoiou wieder läuft
[url=http://www.fuchs.info/]www.Fuchs.info' target='_new'>Link
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