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Berufsbild des Goldschmieds im 21.Jhd.

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Markus Greiff 
Berufsbild des Goldschmieds im 21.Jhd.
geschrieben am: 2003-02-05 09:10:50
habe gerade den beitrag über das berufsbild des goldschmieds im 21. jhd. entdeckt und bin einigermassen überrascht, denn ich dachte immer, dass ein goldschmied so oder so eine künstlerische ausbildung ist. und warum soll tätowierung ein schmuck sein?
Knotek Richard 
AW: Berufsbild des Goldschmieds im 21.Jhd.
Antwort vom: 2003-02-05 22:01:26
Eine Tätowierung ist meiner Meinung nach schon ein Art von Schmuck. Nur wird der Goldschmied aller Wahrscheinlichkeit an so einer Tätowierung nichts bis nicht viel verdienen.
Ob jedoch wirklich nur ein niedriger finanzieller Aufwand nötig ist wage ich zu bezweifeln.
Nicht alles an "Schmuck" muss von einem Goldschmied kommen oder?
mfg Richard
Markus Greiff 
AW: Berufsbild des Goldschmieds im 21.Jhd.
Antwort vom: 2003-04-28 09:25:18
jetzt habe ich wieder mal indas Goldschmiedeforum gesehen und mit Entsetzen festgestellt, dass schon seit Februar niemand mehr etwas geschrieben hat.
Vielleicht sind alle Goldschmiede so beschäftigt...??

Aber etwas Neues tut sich (zumindest in Österreich) eine neue Meisterprüfungsordnung wird erstellt:

Im Zuge einer Angleichung an EU-Regeln muss das Österreichische System transparenter werden und in ganz Österreich auf die gleiche Weise umgesetzt werden.

Soweit mir bekannt, wird aber nun das Berufsbild des Goldschmiedes völlig unverändert (wie es die 60-er Jahre zeichneten) übernommen und keiner der Verantwortlichen macht sich Gedanken darüber was Goldschmieden im 21. Jahrhundert bedeutet. Und eigentlich muß man sich nur umsehen, um festzustellen, dass die Schere Handel - Anfertigung klar und deutlich auseinander geht. Entweder man findet etwas nettes in der Auslage und kauft es, oder man betreibt einen höheren Aufwand und sucht einen Goldschmied, der mit Betreuung, Beratung und Fachverstand ein erträumtes Schmuckstück anfertigt; -klar ist das teurer!

Aber um auf so ein Aufgabenspektrum von Dienstleistung über Anfertigung, aber auch Design und Ästhetik vorzubereiten findet man selten eine Ausbildungs Initiative.
Ulrich Wehpke 
AW: Berufsbild des Goldschmieds im 21.Jhd.
Antwort vom: 2003-12-14 22:26:00
Hallo Markus,

Sie haben es ja bereits selbst festgestellt, die Heissluftverkäufer feiern Triumphe und das Handwerk verkommt. Heutzutage bezeichnen sich Goldschmiede als Künstler und sind oft kaum in der Lage eine Feile vernünftig zu führen. Das weite Feld der goldschmiedischen und artverwandten Techniken verkümmert und die Werkstätten bekommen kein ausgebildetes, ich meine gut ausgebildtetes Personal. Aber in einer Gesellschaft die bei Aldi und Lidl ihre höchste Kaufbefriedigung findet, die im Übrigen nur nach Menge und Preis entscheidet, haben Estheten ohnehin keine Daseinsberechtigung mehr. Es reicht nicht, wenn ein Beruf schön ist, man muss auch von ihm leben können! Und die eben beschriebenen "Verbraucher" können und wollen schon lange keinen individuellen Schmuck mehr, sie wollen ihn auch nicht bezahlen. Sache ist, man orientiert sich nur noch nach dem gerade wohlfeilsten, Geiz ist geil, und sie sollten sich einem vernünftigen Beruf zuwenden und keinem "schönen"!

Rät ihnen,

Ulrich Wehpke, Goldschmiedemeister
Cornelia Wrann 
AW: Berufsbild des Goldschmieds im 21.Jhd.
Antwort vom: 2006-04-18 09:31:57
Guten Tag allerseits!

Zu dem Thema fällt mir einiges ein. Goldschmiede sind sicher Künstler, denn Künstler sind kreativ ebenso wie Goldschmiede. Tätowierer sind auch Künstler, es ziehen sogar Parallelen zum Goldschmied, weil beide eben Dinge entwerfen, das kommt immerhin nicht von Irgendwo. Allerdings ist Goldschmied davor auszusterben aufgrund der Instustrialisierung, sprich: Vieles wird in Fabriken hergestellt und aufgrund des geringen Aufwands eben billiger verkauft (oder?). Der einzige Grund warum Goldschmiede aber noch nicht ganz von der Bildfläche verschwunden sind, ist meiner Meinung nach, weil Maschinen (noch) nicht kaputten Schmuck reparieren können.
Es erscheinen dann aber neue Fragen: Wieviele wissen, dass es den Beruf überhaupt gibt? Wieviele wollen überhaupt Goldschmied werden? Wer will das sicher machen obwohl das ein Beruf mit (derzeit) wenig Zukunft ist? Vor 200-300 Jahren hätte man leben müssen damit sich der Beruf an sich lohnt (ich ignoriere jetzt gekonnt die Umstände die damals herrschten), finde ich, und das ist irgendwie total schade. Heutzutage kommt man nurnoch durch Kommerz weiter, bzw. Mundpropaganda wenn mich nicht alles täuscht. Aber wer hat heutzutage noch das Geld sich Schmuck leisten zu können? Die Armen werden ärmer aufgrund von Kürzungen und die Reichen haben genug Geld und verdienen einfach weiter. Heutzutage hat man kaum noch Chancen sich wirklich selbstständig zu machen, weshalb wahrscheinlich 70% oder mehr eigentlich einen Beruf haben den sie nicht ausüben wollen aber das Geld brauchen und der Beruf den sie eigentlich ausüben wollen würden einfach nicht genug zum Leben hergibt. Die einzige Möglichkeit die ich sehe aus diesem Kreis auszubrechen ist: Kämpfen! Durch die harte Arbeitswelt kämpfen und am Ende wirklich siegen. Mitunter ein Grund warum ich Goldschmieden werden möchte ist: Goldschmied ist ein schöner Beruf und deswegen sollten wir ihn davor bewahren, dass er ausstirbt. So seh ich das!

lg
Cornelia Wrann



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