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Das Glühen

Werkstättenbezeichnung des Goldschmiedes

für einen Arbeitsvorgang, den man beim Walzen, Ziehen, Hämmern, Kordieren usw. einsetzt um die durch die Bearbeitung entstandenen, gehärteten Metalle wieder weich zu machen.

Glühen von Farbgoldlegierungen

Farbgoldlegierungen werden am besten bei 600 bis 650 °C (Dunkelrotglut) ca. 5-10 Minuten - abhängig von der Größe des Werkstückes - geglüht. Ablöschen in Spiritus ergibt eine gleichmäßige Homogenisierung. Anschließend in warmer Allpex-Lösung abbeizen. (Siehe auch den Begriff ablöschen im Lexikon).

Glühen von Weißgoldlegierungen

Pd-Weißgold-Legierungen werden einige Minuten bei 800 bis 900°C (Hellrotglut), Ni-Weißgold-Legierungen nicht höher als bei 700 bis 750°C (Kirschrotglut) geglüht. Nie auf Kohle oder Gips weichglühen (Gefahr von chemischen Reaktionen)!

Pd-Weißgold-Legierungen können in Wasser abgeschreckt werden; Ni-Weißgold-Legierungen sollte man an der Luft abkühlen lassen; danach mit Allpexlösung bei 60 bis 65 °C im Beizgerät abbeizen. Zur Entfernung von hartnäckigen Ni- oder Co-Oxiden empfiehlt es sich eine Spezialbehandlung mit Flussmittel "H" durchzuführen. Zuerst wird das gesamte Werkstück mit Flussmittel "H" benetzt und anschließen auf 400 bis 450 °C erwärmt. Nach der Temperaturbehandlung bildet sich eine glasige Schicht. Diese muss dann mit heißem Wasser abgewaschen werden.

Falls das Flussmittel "H" in der Konsistenz zu fest ist, kann es mit einer geringen Zugabe von Brennspiritus wieder flüssig gemacht werden.

Glühen von Schmuckplatinlegierungen

Um metallische Reaktionen zu verhindern, sollte vor jedem Glühvorgang und nach jedem Walz- oder Ziehprozess das Metall mit einer 10%igen Salpetersäure (HNO2) abgebeizt werden. Platinlegierungen können nach zwei Möglichkeiten geglüht werden.

a) Glühen mit der offenen Flamme

Platinlegierungen werden auf einer Keramikunterlage, vorzugsweise Keraplat Lötunterlagen, mit offener Flamme bei 950 bis 1000°C (Weißglut) geglüht.

Als bewährte Einrichtungen gelten sauerstoff- und wasserstofferzeugende Apparaturen. Wir empfehlen bei Glüh-, Löt- und Schweißvorgängen die blaue Flamme (Sauerstoff/Wasserstoff).
Ab 1300 °C zum Schutz der Augen unbedingt mit einer Schutzbrille - wegen UV-Abstrahlung, arbeiteten.

Um Schädigungen zu vermeiden, darf man folgende Stoffe mit Platinlegierungen nicht in Verbindung bringen:
  • Kohlenstoff

  • Silizium

  • Borate

  • Fremdmetalle

b) Glühen im Ofen

Bei einer Ofenglühung soll je nach Materialstärke eine Glühtemperatur von 900 bis 1000 °C eingehalten werden. Glühdauer ca. 8 Minuten.


Glühen von Palladiumlegierungen

Palladiumlegierungen überzeugen durch die hohe Verformbarkeit (max. 50 %) ohne Zwischenglühung. Bei Erreichen des max. Verformungsgrades muss jedoch die Zwischenglühung bei 750 bis 800 °C (Dunkelrotglut) erfolgen. Anschließend in Wasser ablöschen. Als Desoxidationsmittel sollte man Patinclean und als Glüh- oder Schweißunterlage Keramik verwenden.

Glühen von Silberlegierungen

Bei der Glühung von Silberlegierungen mit der offenen Flamme muss man möglichst darauf achten, dass mit einer weichen Flamme im abgedunkelten Raum gearbeitet wird. Nur so ist sichergestellt, dass die zu erzielende Dunkelrotglut rechtzeitig erkannt und die erforderliche Glühtemperatur nicht überschritten wird. Nach Erreichen der dunkelrotglühenden Farbe wird in Spiritus abgelöscht.

Wärmeeinbruch

Ein sogenannter Wärmeeinbruch kann dann entstehen, wenn zu früh oder zu stark geglüht wird. Eine Glühung darf erst dann erfolgen, nachdem das Material mindestens 50 bis 60 % Kaltverformung hinter sich hat. Die Flamme muss mit wenig Sauerstoff ausgestattet sein, da es sonst zu einer Blaufärbung kommen kann.

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