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Aussprechen - Versprechen

Schmuck begleitet mich eigentlich schon mein ganzes Leben lang. Beginnend mit den Anhängern für mein Bettelarmband, die ich zu Geburtstagen uns sonstigen Anlässen von meiner Taufpatin geschenkt bekam, die mich als Kind im einzelnen entzückten - wie das goldene aufklappbare Häuschen, in dem ein Mann und eine Frau in einem Bett lagen - aber damals wie später nie als Ganzes getragen wurden.

Dann der erste eigene Ring, durchbrochen mit kleinen Edelweißen - trachtig und zum nicht besonders geliebten Dirndl gedacht - der prompt beim Spielen abhanden kam, eine Situation, in der ich Verlust zum erstan Mal mit Wert im materiellen wie ideellen Sinn verband.

Am Beginn des Erwachsenwerdens äußerte ich erstmals selbst den Wunsch nach Schmuck in einer damals zeitgeistigen Form, als Ausdruck einer sanften Rebellion und der Emazipation von Bettelarmband und dem Brillantring meiner Mutter, Ein Wunsch, der mir von meinem Vater auch erfüllt wurde. Einige Jahre später überfiel mich die plötzlich auftretende Gier nach altem Schmuck, der käuflich erworben werden musste, da es in der Familie keinen entsprechenden Fundus gab. Aber das Schmücken mit der Geschichte und dem ehemaligen Eigentum anderer Menschen verlor plötzlich seinen Reiz, erschien fast obszön und ich beschränkte mich auf die klassische weibliche Rolle. Ich ließ mich beschenken, zum Beispiel zur Geburt meiner Tochter, und trug diesen Schmuck, ohne einen wesentlichen Bezug zu dieser Art der Belohnung zu entwickeln.

Erst in oder besser nach dem Ende einer Beziehung, in der ich mir mehr als je zuvor einen Ring, als Versprechen andauernder Verbundenheit und Zuneigung wünschte - ein Wunsch, der nie ausgesprochen und dsaher wie viele andere auch nicht erfüllt wurde - habe ich begonnen, mir selbst diese Freude an Farbe und von mir mitbestimmter Form zu ermöglichen.

So erinnert mich mein Schmuck, auch der nicht mehr getragene, an mich selbst, und das wird auch weiter so sein.

Bettina, Salzburg


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