Stücksuche:
Bitte mind. 2 Zeichen eingeben. Weitere Suchmöglichkeiten »

HOLSCHUH, Jan

Geb. 1909 in Beerfelden im Odenwald. In Erbach ausgebildeter Elfenbeinbildhauer.

Eine Fortsetzung der bildnerischen Entwicklung erfolgte an der Kunstgewerbeschule in Königsberg und an der Hochschule für bildende Kunst in Weimar. Geprägt wurde der Künstler auch durch seine Tätigkeit in den Werkstätten der Staatlichen Bernsteinmanufaktur Königsberg, für die er als Entwerfer tätig war und zu deren Leiter er 1933 gewählt wurde.

1934 übernahm er die Bernsteinklasse der Kunstgewerbeschule in Königsberg. Damit der Gesamteindruck einer aus Bernstein bestehenden Plastik nicht, bedingt durch die Transparenz des Materials, durch Doppelsichtigkeiten leide, hat Holschuh die Gestaltungen absichtlich nicht hinterschnitten, was eine gewisse abstrahierte Ausformung zur Folge hatte.

Seine aus dieser Zeit stammende Bernstein-Kreation eines schreitenden Eisbären wurde 1929 bei der Weltausstellung in Barcelona mit dem Grand Prix prämiert, zählt aber zu den Kriegsverlusten. Erhalten ist dagegen eine 7,5 cm hohe Figur eines aufbäumenden Pferdes aus dem gleichen Material, bei der die erwähnte Reduzierung der Formen gut zum Ausdruck kommt.

Einen weiteren Grand Prix erhielt der Künstler bei der Weltausstellung in Paris für Geräte und Ehrengaben aus den Königsberger Werkstätten. 1948 kam Holschuh wieder nach Erbach, wo er als Bildhauer, Designer und ab 1950 als Lehrer an der Fachschule für Holz und Elfenbein tätig war, und das bis 1978, d. h. über seine Pensionierung hinaus. Aus der Sammlung Holschuh des Deutschen Elfenbeinmuseums Erbach ist auf eine 1956 entstandene 27,5 cm hohe Plastik mit dem Titel „Mädchenakt“ zu sehen.

Zu den bekanntesten und am häufigsten abgebildeten Kreationen des Künstlers zählt die 1959 entstandene „Bergpredigt“, für die der Künstler ein durch Bodenlagerung stark zerklüftetes und verwittertes, 35 cm langes Stück fossiles Elfenbein verwendete.
Mädchenakt von Jan Holschuh. Die 27,5 cm hohe Plastik entstand 1956, Deutsches Elfenbeinmuseum Erbach.
Mädchenakt von Jan Holschuh. Die 27,5 cm hohe Plastik entstand 1956, Deutsches Elfenbeinmuseum Erbach.

Danach beschäftigte sich Holschuh etwa 20 Jahre lang mit anderen Materialien, aus denen er zum Teil großformatige Objekte schuf, bevor er wieder Elfenbein als Werkstoff verwendete.

Einen Überblick seines Schaffens aus dieser Zeit vermittelte 1981 die Ausstellung „Bernstein Elfenbein Aluminium“, im Deutschen Elfenbeinmuseum Erbach. Für seine Leistungen als Designer und Pädagoge erhielt Holschuh 1966 den Bayerischen Staatspreis und eine Goldmedaille der Münchener Internationalen Handwerksmesse

<<HINKEL, Fritz
HORN, Leonhard>>


Aktuelle Objekte:

Gina Müller >

"La Gaude" >



Aktuelle Objekte:

WACKER, Rudo... >

Hugo Darnaut >