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MEUGNIOT (Meugnot), Auguste-Philibert
Geb. am 10. 8. 1802 in Dieppe; gest. am 22. 12. 1842 in Rouen, wie es heißt, im Irrenhaus.
Der Überlieferung nach lernte der Sohn eines Zollbeamten die Bildhauerei bei Louis-Charles-Vincent Belletête. In der Folge machte er sich als Elfenbeinschnitzer und -händler selbständig und eröffnete ein Geschäft in Dieppe, Pollet sur le Pignon 22.
1824 kaufte Meugniot von Louis Charles Antoine Belletête, der mit seiner Familie nach Paris zog, das günstig gelegene Geschäftshaus in der Grande Rue 23 und ehelichte am 3. Mai des gleichen Jahres Fräulein Delarue.
Von Brunel, Heu, Norest und Tellier ist bekannt, dass sie von Meugniot als Elfenbeinschnitzer ausgebildet wurden bzw. in seiner Werkstatt tätig waren. Die Spezialität Meugniots waren Porträtreliefs. Durch die hohe Qualität der Arbeit und sein einnehmendes Wesen kamen seine Bildnismedaillons, Büsten und Figuren regelrecht in Mode. Auch König Louis Philippe stattete dem Atelier Meugniots anlässlich seines Aufenthaltes in Dieppe im Jahr 1833 einen Besuch ab. (Zu diesem Zeitpunkt hatte der Bildhauer bereits das Haus Belletêtes übernommen.).
Mit zunehmendem Bekanntheitsgrad beschränkte sich die Tätigkeit des Künstlers häufig auf die Gestaltung des Kopfes und der Hände. Die Kleidung ließ er von seinen Gehilfen ausarbeiten. Nach zeitgenössischen Berichten hatte er eine bewundernswerte Fertigkeit und benötigte zur Herstellung eines geschnitzten Porträtmedaillons, das ihm 100 bis 200 Francs einbrachte, manchmal nur einen Tag. (Zum Vergleich: Ein angestellter Elfenbeinschnitzer erhielt einen Taglohn von 2 bis 5 Francs.). Die Qualität ließ bei einer solchen „Produktion“ vermutlich nach, und es heißt, dass die Herzogin von Berry die Annahme eines Konterfeis verweigerte, weil sie es als zu wenig ähnlich fand.
Im Anzeiger von Dieppe (Indicateur de Dieppe) warb Meugniot für von ihm geschnitzte Porträts sowie Büsten und Statuetten auf Postamenten speziell mit dem Hinweis, dass sie „von genauer Wirklichkeit“ seien. Die bekannteste Kreation des Bildhauers ist ein Hochrelief, ein in einem Lehnstuhl sitzender, von Altersschwäche gezeichneter Greis, dem man die Erschöpfung, bedingt durch die Last der Jahre und des nahenden Endes, deutlich ansieht. Das mit „Meugniot, Dieppe, 1829“ bezeichnete Werk wurde von der Herzogin von Berry angekauft und gelangte später in das Musée du Louvre, Paris. (Bibl., Ph. de CHENNEVIÈRES, Notes d’un Compilateur; Bibl., A. Milet, 1906, S. 35).
„Der sterbende Greis“, wie das Reliefbild manchmal genannt wird, fand großen Anklang, weshalb das Motiv als Auftragsarbeit mehrmals wiederholt wurde. Ein Exemplar ist im Musée de Dieppe ausgestellt. Anlässlich der Weltausstellung 1855 in Paris präsentierte Brunel zwei von Meugniot stammende Schnitzarbeiten, und zwar eine Diana und das Motiv des hl. Michael, im Kampf mit Luzifer. Beide Kleinplastiken gelangten laut Milet aus dem Nachlass Brunels in das Musée de Dieppe. Bei dem im Museum aufbewahrten hl. Michael handelt es sich aber kaum um das von der Hand Meugniots stammende Werk
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