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TANADEI (Tanadey, Tanade, Canadei, Canadej), Francesco

Geb. am 11. Februar 1770 in Locarno, Schweiz; gest. 1828 in Turin. Mitunter wird auch 1771 als Geburtsjahr angeführt.

Durch ein im Museo Civico in Turin befindliches signiertes und datiertes Selbstporträt des Künstlers steht das Jahr 1770 aber außer Zweifel. Das als silhouettiertes Elfenbeinrelief gestaltete Brustbild, im Profil nach links, wird von einem 12 cm großen Kranz umgeben, bestehend aus winzigen geschnitzten Blüten aus Elfenbein. Die auf dem Holzuntergrund befindliche Umschrift lautet: „François Tanadei sculpteur de S.S.R.M. né l’an 1770 à Locarno en Suisse“. (Bibl., L. MALLÉ, 1969, Abb. 227).

Wie dem Museumskatalog zu entnehmen ist, soll der Bildhauer Antonio Pelleago dem jungen Tanadei die ersten Kenntnisse der Bildhauerei vermittelt haben. Tanadei wird als talentiertester Schüler Bonzanigos bezeichnet, von dem er auch in die Kunst der Mikroschnitzerei eingeführt wurde. Zum Unterschied von Bonzanigo, der auch Buchsbaum und Birnenholz für seine Werke verwendete, bestehen alle bekannten Mikroschnitzereien Tanadeis aus Elfenbein; als Untergrund dient dunkel gebeiztes Holz.

Bei der Ausstellung in Turin im Jahr 1805, anlässlich des Besuches von Napoleon I. und der Kaiserin Josephine, beteiligte sich Tanadei mit 30 Objekten. Unter anderem waren Schnupftabakdosen aus Maserholz und aus gedrechseltem Elfenbein zu sehen, in deren Deckel der Künstler aus Elfenbein geschnitzte Porträtreliefs in Form von Büsten oder Brustbildern eingesetzt und mit einem leicht bombierten Abdeckglas versehen hatte.

In Privatbesitz befindet sich eine solche Dose mit einem silhouettierten Reliefbildnis Napoleons, im Profil nach links, das am Armabschnitt von Tanadei signiert ist. Der Anfangsbuchstabe des Namens weist die für Tanadei typische Schreibweise des „T“ auf, die früher bisweilen als „C“ gelesen wurde (Canadei). Bei der Ausstellung in Turin präsentierte Tanadei auch einige als Wandbilder vorgesehene Reliefschnitzereien mit mythologischen Motiven sowie aus früherer Zeit stammende, als Schmuckstücke gefasste Mikroarbeiten in Form von Blumenarrangements.

1809 stellte Tanadei an der Akademie der Wissenschaften (Accademia delle scienze) in Turin aus und nahm 1812 als „Holz- und Elfenbeinkünstler seiner Majestät, des Generalgouverneurs Prinz Camillo Borghese“, an einer Ausstellung in Turin teil.
1816 wurde Tanadei von Viktor Emanuel I. zum königlichen Holz- und Elfenbeinschnitzer ernannt.
1819 beteiligte er sich am Salon von Paris und präsentierte 1820 erneut einige seiner Schnitzarbeiten in Turin. Anlässlich der Ausstellungen wurde der Künstler mit zahlreichen Preisen geehrt.

Wie es heißt, war Tanadei nur etwa bis zu seinem 30. Lebensjahr in der Lage, Mikroarbeiten zu gestalten, da er dann an einer rasch fortschreitenden Sehschwäche litt, die es ihm unmöglich machte, mikroskopisch feine Details zu schnitzen. Silhouettierte Miniaturschnitzereien und Porträtreliefs stellte er bis zu seinem Tode her. Bei den für Tanadei typischen Mikroschnitzereien handelt es sich in der Regel um Blumenarrangements, die aus winzigen Elfenbeinblüten bestehen. Sie wurden sowohl als eigenständige Kunstwerke geschaffen, um als Schmuckstücke gefasst zu werden:
Mikroschnitzereien von Tanadei, Parure, bestehend aus Kollier, zweiteiliger Brosche und Ohrgehängen, in originalem Etui
Mikroschnitzereien von Tanadei, Parure, bestehend aus Kollier, zweiteiliger Brosche und Ohrgehängen, in originalem Etui
 

als auch in Verbindung mit anderen Motiven zu deren Dekoration, wie z. B. bei dem Bild auf der nächsten Seite.


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