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Carlos Holguín

Präkolumbianische Goldschmiedekunst aus Kolumbien

Ende des 19. Jahrhunderts, als man eigentlich annehmen sollte, dass sich der Mensch der Bedeutung der Kunstschätze des eigenen Landes schon voll bewusst war, geschahen noch unbegreifliche Dinge:

Carlos Holguín, ein konservativer kolumbianischer Politiker und Diplomat, von 1888 bis 1892 Präsident der Republik, schenkte Unmengen Kolumbianisches Gold dem spanischen Hof. Er wollte bei Königin Isabell II. Eindruck hinterlassen.

Er war großzügig wenn es nicht um sein Geld ging, galant und vor allem sehr protzig. Dieses Merkmal trug er leidenschaftlich gerne zur Schau. Seine Uniformen waren immer reich verziert mit Brustschnüren in Verbindung mit Goldposamenturen.

Nachdem im Februar 1886 Kolumbien und Venezuela beschlossen hatten ihre Grenzproblematik der Spanischen Krone vorzulegen, musste ein Schiedsgericht einberufen werden.

Der Lösungszeitraum war gewaltig. Fünf Jahre musste man warten, bis 1891 die Königinmutter und Regentin Dona Maria Cristina von Habsburg (die zweite Frau des Königs Alfons XII. und nach dessen Tod 1885 bis 1902 die Regentin Spaniens, da der Thronfolger Alfons XIII. ebenfalls bereits verstorben war) den Schiedsspruch verkündete. Die Grenzlinie zwischen Kolumbien und Venezuela verlief nun von der Karibik bis zur Piedra del Cocuy an der brasilianischen Grenze. Ein großer Gewinn für Kolumbien.

Aus Dank für ihre Dienste schenkte Carlos Holguìn der Königinmutter den Schatz der Quimbaya. Dieser Schatz entsprach im Jahre 1892 dem Wert des heutigen Goldmuseums von Kolumbien.

Der gesamte gesammelte Schmuck der letzten vier Jahrhunderte wurde eingeschmolzen, um daraus Münzen mit dem Relief von Königen oder von Simon Bolivar (1783 - 1830), Anführer der lateinamerikanischen Unabhängigkeitsbewegung und Namensgeber für Bolivien, zu machen.

Diese Gewohnheit dauerte von der Kolonialzeit bis zur Gründung der Republik an.

Jedes Mal wenn man eine Grabkammer entdeckte oder eine "Guaca" (verborgener Schatz) gefunden wurde, sammelten die Eingeborenen die Schmuckstücke und trugen sie zum Münzamt. Es waren vorwiegend Ohrringe, Armbänder oder Armreifen, Halsketten, Brustplatten, goldene Frösche und kleine Schlangen. Die "Tunjos" (so nannte man kleine Figuren) wurden gewogen und dem Überbringer Geld dafür gegeben.

Die Schätze wanderten in den Schmelztiegel und die Barren in dunkle Kanäle.

Beim Quimbaya-Schatz wurde zum ersten Mal eine Ausnahme gemacht und Don Carlos der Weltbürger, war galant genug, diesen Schatz der Königinmutter zum Geschenk zu machen.

Heute wäre es nicht möglich das Goldmuseum einfach einzupacken und es einem Monarchen zum Geschenk zu machen. Aber damals musste Holguín nicht einmal um Erlaubnis fragen. 

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