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Die Goldschmiedetechniken

Präkolumbianische Goldschmiedekunst aus Kolumbien

Fasst man die einzelnen Techniken zusammen, kann man sagen, dass die Metallbeherrschung einen hohen Standard erreicht hat.

Die Technologie umfasste:

  • Hämmern; darunter versteht man, dass natürliche Gold-, Silber- und Kupferlegierungen in Form von Fragmenten oder Barren (man spricht von "Tejuelos" ),alluvialer Lagerstätte, mit speziellen harten Äxten aus Meteoreisen oder verschiedenen Steinen, meist in ovaler Form, bearbeitet wurde. Damit man einen zylindrischen oder flachen Metallkörper hämmern konnte, wurde dass flüssige Metall über eine Steinform gegossen und anschließend mühevoll gehämmert.


  • Treiben oder Repousse-Technik; verschiedene Möglichkeiten wurden angewandt. Entweder man legte auf eine vorgravierte Platte aus weichen Stein das gehämmerte Gold auf und bearbeitet wieder mit einem Hammer um die Reliefartigkeit zu erlangen, oder man versuchte mittels Meisseln die Ornamentik zu erreichen.


  • Verbindungstechniken; um einen dreidimensionalen Körper zu schaffen, wurde mittels Goldstifte oder durch Übereinanderhämmern der Goldränder auf einen Holzkern Teile zusammengefügt. Auch Ton konnte beobachtet werden.


  • Granulation; bereits diese schwierige Technologie wurde von den präkolumbianischen Goldschmieden verwendet. Das Verbinden des Goldbleches mit verzierenden Kügelchen ohne eines metallischen Lotes, zeigte das hohe Können auf. So mancher Goldschmied in der Jetztzeit hat damit große Schwierigkeiten. In Österreich beherrscht diese Technik nur der Goldschmiedemeister J. Neumeister aus Völs in Tirol.


  • Goldschmelzen; dazu verwendete man aus Ton hergestellte Schmelztiegel. Als Wärmequelle diente das Holzkohlenfeuer, welches mit zylindrischen Blasrohren aus Zuckerrohr oder Ton angefacht wurde.


  • Wachsausschmelzverfahren; eine Technik die heute unter "Schleuderguss" und seit einigen Jahren in der weiteren Form als "Vakuumguss" bekannt ist. Man modellierte in Wachs und bettete in Ton ein. Der Ton wurde gebrannt, das Wachs schmolz aus, und die hohle Gussform entstand. Das Gold wurde eingegossen, die Tonform zerschlagen und das Schmuckstück war fertig. Die Nacharbeit setzte ein.


  • Hohlguss; damit Gefäße oder andere hohle Körper hergestellt werden konnten, fertigte man zuerst ein Kernstück aus Ton an, das mit Wachs umhüllt und mit kleinen Stiften versehen wurde. Die Stifte mussten während des Gießens das Modell an seinem Platz halten. Anschließend wurde eine äußere Tonschicht angebracht und das gleiche Verfahren wie beim Schleuderguss setzte ein. Die Löcher, die durch die Stifte entstanden, wurden verhämmert.


  • Gusstechnik in verschiedener Färbung; diese Verfahren ermöglichte es, Goldgegenstände in verschiedener Färbung herzustellen. Man erstellte zuerst ein Modell im Wachsmodellausschmelzverfahren, dann übergoss man dieses Stück mit einer höher angereicherten Goldlegierung aus Kupfer, wobei man bereits wusste, dass diese Legierung einen niedrigeren Schmelzpunkt hatte als das erste Modell! Bei großer Geschicklichkeit und Können des Goldschmiedes konnte man den Vorgang mehrmals wiederholen, wobei immer eine Legierungen mit unterschiedlichen Schmelzpunkten genommen werden musste. So konnte man auch bewegliche, mehrfarbige Objekte, so wie sie bei dem Quimbaya-Kulturen beobachtbar sind, herstellen.


  • Serienguss; auch das hat es bereits gegeben. Sie fertigten Matrizen aus Stein an, damit sie die Wachsform anfertigen konnten, um annähernd gleiche Stücke zu erzielen.


  • Oxydationsvergoldung; um die gegossenen Objekte, "Tumbaga" genannt, gegen eine schnelle Oxydation zu schützen, erhitzte man den gegossenen Gegenstand, bis das Kupfer eine Oberflächenschicht von Kupferoxyd erhielt, die sorgfältig mit einer, aus einer oxalsäurehältigen Pflanze, gewonnenen Lösung entfernt wurde. Es können nur Legierungen mit hohen Kupferanteil in Frage kommen. Die gereinigte Oberfläche war mit einer Goldschicht überzogen, die sich bei mehrmaliger Wiederholung verstärkte. Dies ist ein ähnliches Verfahren, wie unser jetziges Abbeizen oder wie das Färben der Goldlegierungen im 19. Jh.

Die metallurgischen Untersuchungen ergaben bei den präkolumbianischen Goldarbeiten sehr hohe Feingehalte, die sich zwischen 550/000 und 900/00 bewegten.

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