Ein neues Metall wurde entdeckt - ganz glücklich war man darüber nicht!
Erst im 18. und 19. Jh. gewann das Platin bei den Goldschmieden Europas zunehmend an Bedeutung. Nur zuerst musste die Wissenschaft ihre Fühler ausstrecken und das neue Metall für die Metallverarbeitung vorbereiten.
Eines erkannte man jedenfalls sofort: "dieses Metall ist mit besonderen Eigenschaften ausgestattet und keineswegs nur eine minderwertige Abart des Silbers, so wie die Spanier und manche Wissenschafter glaubten".
Leider ist aus der anfänglichen Schmuckgeschichte des Platins nur ein Stück erhalten geblieben, das man zu jenen zählt, die das große Können der damaligen Goldschmiede widerspiegelt. Es ist ein Messkelch von Chaberaud, ein Geschenk Karls III. von Spanien an Papst Pius VI.
Der Platinkelch ist heute im Besitz der Erzdiözese von Philadelphia. Eine weitere noch besondere Platinarbeit befindet sich im Metropolitan Museum of Philadelphia. Es ist eine Zuckerdose von Marc Etienne Janey, dem Hofgoldschmied Ludwigs XVI. von Frankreich. Dazu sollte es auch eine "Cafetiere" geben, die aber seit dem 2. Weltkrieg verschollen ist.
Die Chinesen verwendeten Platin unter anderem zur Dekoration von Porzellangeschirr. Die englischen Porzellanmaler übernahmen diese Technik und stellten damit um 1805 ein Teeservice her.
Das bekannte Döbereiner-Feuerzeug, erfunden vom deutschen Physiker J. Döbereiner, war eine wissenschaftliche Sensation. Döbereiner erkannte, dass sich Wasserstoff unter Luftzufuhr an Platin entzündete.
1879 entwickelte Thomas A. Edison die erste brauchbare Glühbirne unter Verwendung von Platinelektroden. Russland gab 1828 die erste Platinmünze heraus, die 1845 wieder eingezogen wurde.
Im Zeitalter der Vorindustrialisierung begann der Wert des Platins zu steigen, bis es das Gold um das 8-fache übertraf.