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Austria Presse Agentur 6.4.2001

APA0288 5 KI 0490
Kunst/Messen/Salzburg

26.Kunst- und Antiquitätenmesse in der Salzburger Residenz

Mikrobilder aus Elfenbein in Sonderausstellung zu bewundern

Salzburg (APA) - Die 26. Kunst- und Antiquitätenmesse öffnet
morgen, Samstag, in der Salzburger Residenz ihre Pforten. 45
Aussteller präsentieren vom 7. bis 16. April Exponate aus allen
Epochen der Kunstgeschichte sowie aus unterschiedlichen Genres.
Exklusive Möbel, Grafik, Skulpturen, Teppiche und Textilkunstwerke,
Silber, Glas, Porzellan, Keramik, antike Zeitmesser, Schmuck und
Volkskunst warten auf Bewunderer sowie potente Käufer. In einer
Sonderausstellung werden Mikrobilder aus Elfenbein gezeigt, die schon
in Japan und Wien Aufsehen erregten.

Die kostbaren Mikroschnitzereien stellen Meisterwerke der
Bildhauerkunst dar. Es bleibt bis heute unerklärbar, wie es Künstlern
vor über 200 Jahren gelungen ist, mit feinsten Sticheln aus
Toledo-Waffenstahl derart feine Formen in das edle Material zu
schnitzen. Die Ausarbeitung der winzigen Details bewegt sich nicht
etwa im Zehntel-Millimeter-Bereich. Sogar die feinsten Zwischenräume
bei den Landschaftsbildern - mit nur wenigen Hundertstel Millimeter
breiten Zweigen von Bäumen und Sträuchern - betragen stellenweise nur
ein Hundertstel Millimeter.

Zu ihrem Schutz sind die Elfenbeinreliefs mit Glas oder
Bergkristall abgedeckt. So auch das Prunkstück der Schau, die
sogenannte "Maria-Theresien-Brosche" von Sebastian Hess (Wien, 1733),
in der drei Reliefs zusammengefasst sind. Das Kleinod zählte schon im
Vorjahr in Wien zu den meist bewunderten Stücken der Ausstellung, als
die Gegenstände aus der "Connoisseur Collection" im Kunsthistorischen
Museum gezeigt wurde. Versuche von Spezialisten, auch nur ein Detail
der Miniaturen nachzumachen, scheiterten bisher - so auch in Japan,
als dies 1998 im Zusammenhang mit der dort erfolgten Ausstellung "Die
Frauen des Hauses Habsburg" versucht wurde, wie Kunstexperte P. W.
Hartmann bei der Pressekonferenz in der Mozartstadt berichtete.

Im Dezember 2000 hätte die "Connoisseur Collection" im Rahmen der
"European Sculptutre"-Auktion im Londoner Auktionshaus Christie's
versteigert werden sollen, wurde aber einen Tag vor der Auktion von
den Besitzern zurückgezogen. Große Divergenzen gab es zuvor bei der
Bewertung der Sammlung, die von Christie's auf 50.000 bis 80.000
engl. Pfund geschätzt wurde (ca. 1,15 bis 1,85 Mill. S), während ein
anderes Schätzgutachten eine Gesamtsumme von rund 32 Mill. Schilling
ergab. Tatsächlich, so der Leiter der Wiener Pretiosenschätzstelle,
Walter Mican, im November zur APA, handle es sich dabei streng
genommen um Objekte von "unschätzbarem" Wert, da zur Preisfestlegung
notwendige Vergleichstücke am Markt fehlten.

Die stilistisch und epochal breit angelegte Kunst- und
Antiquitätenmesse will ihr Pendant "Maastricht nicht kopieren", wie
Michael Menzel, Kunsthändler und Wirtschaftskammer-Funktionär,
betonte. Vielmehr gebe die Salzburger Provenienz zahlreicher Exponate
der Schau ein eigenes Profil. Menzel hofft auf junges Publikum,
analog zu einem "Generationswechsel", den er bei den Ausstellern
feststellte. Mit ihrem vielfältigen Angebot richten sich die
Kunsthändler nicht nur an ihre Kollegenschaft. Auch Kunstliebhaber
sind am Tag der offenen Tür - am kommenden Dienstag (10. April) -
eingeladen, einen Rundgang durch die Prunkräume der Residenz
vorzunehmen.
(Schluss) fsa/aku

<<Austria Presse Agentur 22.11.2000
Salzburger Nachrichten 07.04.01>>


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