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Der Wandel des Ringes von 1500 bis 1900

Die Steine sind nun der Hauptschmuck des Rings, dessen Schiene und Schultern glatt und ohne die kunstvollen plastischen Verzierungen des vorangegangenen Jahrhunderts gestaltet werden.

Zwei wichtige Aspekte der Ringgestaltung in dieser Zeit:

  • 1. Die Entwicklung in der Facettierung der Edelsteine und die zunehmende Vorherrschaft der Edelsteinschleifer über die Goldschmiede.

  • 2. Die Verfeinerung der Edelsteinschleiferei während der gesamten Renaissance und Moderne führte schließlich zur Mode des Solitärs: ein schlichter Goldreif mit einem reinen weißen Diamanten in Brillantschliff und in Krappenfassung als Kopf. Die Mode des Solitärs nahm in Amerika ihren Anfang und wurde spätestens in den 20 er Jahren in ganz Europa nachgeahmt.


Anfang des 16. Jahrhunderts waren Edelsteine mit einfachen spitzen Facetten üblich. Die häufigste Form des Diamanten war die Pyramide, die der Oktaeder-Kristallform des Diamanten in ungeschliffenem Zustand entspricht.

Andere gebräuchliche Schliffformen: Rautenschliff und Schweinerückenschliff (bei Initialringen und Monogrammen) und der Rosenschliff woraus sich der Brillantschliff entwickelte.

Im 14. Jahrhundert wurde der Ring zum Ausdruck der gesellschaftlichen Stellung

Seit dem 14. Jahrhundert gab es Aufwandsgesetze, die das Tragen von Ringen aus edlen Materialien auf bestimmte Gesellschaftsschichten beschränkten. Der Ring wurde Ausdruck der gesellschaftlichen Stellung. Fast ohne Ausnahme zeigen königliche und adlige Bildnisse aus dem 16. Jahrhundert, dass die Modelle mehrere prächtige edelsteinbesetzte Ringe besaßen.
Die Schmuckringe jener Periode blieben aufgrund ihres künstlerischen Wertes erhalten. Jeder einzelne ist ein kleines Kunstwerk mit fein ziselierter und geschnitzter Goldschmiedearbeit, dem besten Email und mit Edelsteinen oder antiken Kameen und Intaglios besetzt.

Ringe mit schlichten unverzierten Fassung aber mit hohem Gold- oder Edelsteinwert wurden später fast alle zerstört. Das Wissen über rein dekorative Ringe aus der Zeit zwischen 1500 und 1900 beschränkt sich deshalb auf Ringe, die mit Steinen von relativ geringem Wert besetzt sind.
Der künstlerische Ring mit Miniaturschnitzerei gehört in diese Kategorie. Die künstlerische Ausarbeitung war bei diesen Ringen viel bedeutender als der Geldwert.

Minuziöse Szenen mit unzähligen Leuten waren eine Spezialität der Familie van Blarenberghe, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Paris arbeitete. Im späten 18. Jahrhundert kamen Ringköpfe mit winzigen Elfenbeinschnitzereien unter Glas in Mode, ebenso kleine Figuren und Landschaften aus Buchsbaum- und Obstbaumholz. Als die Vorliebe für wissenschaftliche Experimente wuchs, kamen Ringe in Mode, die sich Möglichkeiten der Zeitmessung zunutze machten, wie Sonnenuhren, Himmelsringgloben, Kompasse oder Uhren.

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