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Der Ring wird zum Ausdrucksmittel

Gegen Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre wurde das Tragen von Ringen wichtiger als zuvor. Das Schmuckdesign wurde von jungen Künstlern als eine willkommene Erweiterung in der Umsetzung ihrer Konzepte gesehen. Durch die Gestaltung von Schmuck fanden sie für ihre Kreativität einen breiteren Zugang zu Öffentlichkeit als in den traditionellen Kunstmedien.

Zu Beginn der 50er Jahre war das Design noch mehr an plastischen Formen orientiert. Die Betonung lag auf dem Unwillkürlichen Geschehen beim Guss oder Hämmern. Unregelmäßige Formen, Strukturen waren beliebt. Kiesel und Achte wurden verarbeitet, einfache Techniken und grobe Oberflächen zeigten den Gegensatz zu kommerziell hergestellten Ringen. Durch Flusserosion abgeschliffenen Steine und Schnitte aus gemmologischen Proben waren beliebt zum Einsatz in Ringe.

In den 60er und 70er Jahren erreichte die Ringherstellung auf allen Ebenen Rekordhöhe. Frauen wie Männer war trugen mehrere Ringe. "Folkloristische" Ringe waren am weitesten verbreitet wegen ihrer schönen Verzierungen auf Silber. Oft waren sie mit bunten Steinen wie Türkisen, Karneol, oder Korallen besetzt, und man konnte sie auf jedem Straßenmarkt in Boutiquen und sogar in Kaufhäusern erwerben. Die Preise für diese Ringe waren so niedrig, dass jedermann sich mehrere leisten konnte.

Am anderen Ende der Preisskala schafften sich Künstlerjuweliere überall einen Namen durch ihre Ringkreationen, die nicht einfach eine funktionelle Zierde der Hand, sondern eigenständige Kunstwerke waren. Diese Stücke wurden oft als Teil eines bildhauerischen Ganzen ausgestellt - entweder auf einem Ständer, der den Ring aufnahm oder in einem Kästchen, das ebenso wichtig war, wie der Ring selbst. Manchmal war der Deckel des Kästchens als Brosche verwendbar. Es wurden auch Ringe für praktische Zwecke geschaffen: Pillendöschen, Süßstoffbüchschen oder winzige Gummistempel mit dem Namen und der Adresse des Besitzers sowie einem Tintenkissen.

In den 70er Jahren waren alle Regeln für das Tragen von Ringen aufgehoben. Das Schenken eines Ringes galt aber nach wie vor noch als sehr persönliches Zeichen. Ein Ring bedeutet auch heute noch eine Bindung oder die Bekräftigung einer Beziehung. Viele Leute lehnen zwar die Ehe ab tragen aber trotzdem einen Ring als Zeichen ihrer Beziehung.

Das Aussehen der Ringe änderte sich in den 70er Jahren nochmals durch neue Techniken in der Juwelierbranche und anderen Bereichen. Smaragde wuchsen nun innerhalb kurzer Zeit in den Labors und Diamanten wurden täuschend echt durch Kubische Zirkone gefälscht. Auch die Gestaltungsideen und Materialien der Raumfahrt wurden in die Schmuckherstellung einbezogen.

Der Hauptakzent eines Ringes liegt heute nicht mehr auf seinem Materialwert, sondern auf seinem Schöpfer und der Form. Ein Ring lässt den persönlichen Stil seines Trägers erkennen und nicht mehr die soziale Stellung.

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