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Die verschiedenen Ringtypen im Mittelalter

Steigbügelförmiger Ring:
- Oft mit Saphir, Rubin oder Granat: Schmuckring
- Größe und Gewicht sind unterschiedlich. Der Hauptstein wurde gelegentlich durch kleinere Steine hervorgehoben, jedoch selten.
- Vor allem im 15. Jahrhundert bilden Form und Verzierung des Reifs die einzige dekorative Wirkung.
- Niello, schwarzes Metallsulfid, diente zur Dekoration der Schienen und Ringköpfe. Besonders beliebt an italienischen Liebesringen des 15. Jahrhunderts.

Siegelringe:
- Gravierte Köpfe, um das Zeichen des Besitzers auf Wachs zu prägen.
- Wurden Im 12. und 13. Jahrhundert sehr geschätzt, was ein Zeichen für die in
Frankreich und Italien neu erwachten Verehrung für das Altertum war.
- Gravierung von neuen Gemmen, aber auch Wiederverwendung alter; eingefasst in
Gold und von einem Goldband umschlossen.
- Im Spätmittelalter dann häufiger Siegelringe aus graviertem Metall. Motive waren
Köpfe im Profil (klassisches Vorbild), Handwerkerzeichen, Bilderrätsel,
Monogramme, Initialen, Wappenschilder

Ikonographischer Ring:
- englischer Ringtyp des späten 14. Und 15. Jahrhunderts
- Auf dem Kopf eingraviertes Heiligenbild.
- Oft mit Liebesinschriften in Fraktur, vermutlich meist Geschenke.
- Motive waren Jungfrau mit Kind, Heilige: Barbara, Christophorus, Georg, Johannes
der Täufer.

Dekadenring:
- Funktion wie Rosenkranz: Ave Maria beim Berühren der kleineren Knöpfe auf der
Schiene und Paternoster beim Kopf. Oft mit Heiligenfiguren geschmückt.
- Amulettartige Ringe mit Schutzwirkung: Schutz entweder durch Stein oder
Inschrift
Der Saphir wirkt gegen Neid, entdeckt Betrug und Hexerei, heilt Schlangenbisse
Der Smaragd wirkt gegen Epilepsie und Krämpfe
Der Diamant steht für Mut und hilft gegen Albträume
- Die Steine wurden oft so gefasst, dass sie die Haut berührten.
- Manche Ringe erhielten ihre magische Kraft aber nicht durch Steine, sondern durch Inschriften. Der Glaube an die Kraft amulettischer Inschriften und an die Wirkung der Steine hielt zwar noch durch die Renaissance und darüber hinaus an, war aber nie wieder so ausgeprägt wie im Mittelalter.

Bischofsring/Weihering:
- wesentlicher Bestandteil der mittelalterlichen Bischofsweihe
- Beschluss der 7. Synode von Mailand: Bischofsring muß aus reinem Gold sein und
einen Edelstein tragen. Die meisten Bischofsringe waren mit Saphiren besetzt.

Liebesringe/Hochzeit/Verlobung:
- Liebesringe tragen eine Inschrift "Mon Cuer Avez - Ihr habt mein Herz" " Sans Departier - Ohne Trennung", einfache innen oder außen gravierte Reife
- Liebesringtyp "fede"-Ring: Darstellung zweier sich fassender Hände; dieses Motiv war in der klassischen Welt verbreitet
- Verlobungsringe: Zur Verlobung war es üblich, dass Mann und Frau einen Ring austauschen. Manchmal gab auch nur der Mann seiner Partnerin einen Ring an der Kirchenpforte.
- Ehering: Der Ring wurde gesegnet; glatte Silber oder Goldreife ohne Steine und
Inschriften waren üblich.

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Der Ring zwischen 1500 und 1900>>


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