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Augsburg - Geschichte der Silberschmiede

Ab Mitte des 15. Jahrhunderts gehörte Augsburg mit seiner wohlhabenden Bürgschaft zu den wichtigsten Städten der deutschen Silberschmiedekunst.

Im 16. Jahrhundert begann die Augsbuger Silberschmiedekunst, gefördert durch die großzügigen Aufträge der reichen Handelsfamilien Welser und Fugger und der bayerischen Herzöge, eine Konkurrenz zu Nürnberg darzustellen.

Es wurde in Augsburg relativ früh ein Zunftsystem eingeführt, das für viele andere Städte als Vorbild diente. Wie weit der kulturelle Einfluss der Stadt reichte, zeigt beispielsweise der Ausdruck "Augsburger Stück", mit dem die Stockholmer Silberschmiede ihr Meisterstück bezeichneten.

Besonders enge Kontakte unterhielt Augsburg zu Italien, so dass die Renaissance sehr früh in Augsburg an Einfluss gewann.

In der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts zeigen sich in Augsburg starke niederländische Einflüsse, die ihrerseits durch die Schule von Fontainebleau geprägt waren. Der berühmteste Goldschmied dieser Zeit in Augsburg war Christoph Lencker. Nach der Reformation wurde Augsburg der Hauptlieferant für katholisches Kirchengerät. Viele Hausaltäre und Altaraufsätze, dazu die Kunstschränke, waren aus einer Ebenholz-Silber-Kombination.
Das barocke Silber in Augsburg hatte eine sehr expressive Stilrichtung, die Gefäße haben lebhafte Konturen, ihre getriebenen Ornamente zeigen viele Variationen.

Gegen Mitte des 17. Jahrhunderts produzierte Augsburg mehr und mehr für den Export, was zu einem gewissen Qualitätsabfall führte. Ende 17. Anfang 18. Jahrhundert herrschten französiche Einflüsse (Louis-quatorze und Régence) vor, während die Augsburger Silberschmiede dem reifen Rokoko-Stil eine eigenständige Prägung verliehen, die sich in einer gewissen Verspieltheit der Umrisslinien und des Dekors äußerten. Daneben jedoch wurden, auf Wunsch des Auftraggebers, auch Arbeiten "à la mode francaise" und "á la mode anglaise" hergestellt.

Augsburger Silber wurde in ganz Europa gehandelt und war besonders an den Adelshöfen in Bayern, Württemberg, Sachsen, Preußen, Brandenburg, Schweden und Dänemark geschätzt. Neben einer Fülle von Einzelgeräten gehörten vollständige Kaffee-, Tee- und Reiseservice, umfangreiche Tafelausstattungen sowie Silbermöbel zu den besten Arbeiten.

Große Aufträge für Silbergeräte und Möbel wurden oft von mehreren Meistern zusammen angefertigt (Hildesheimer Service). Zu den berühmtesten zählen Johann Jakob Biller, Abraham und Christoph Drentwett, Johann Erhard Heuglin, Johann Heinrich Weyhe. Manche dieser Familiennamen repräsentieren ganze Dynastien von Silberschmieden.

Ab 1529 wurde die Kennzeichnung von Silbergerät mit dem Stadtbeschauzeichen, einem aufrecht stehenden Pinienzapfen, und einem Meisterzeichen Pflicht. Der vorgeschriebene Feingehalt betrug 13 Lot. Ab 1735 wurde ein Jahresbuchstabe unter den Pinienzapfen gesetzt, der bis 1799 alle zwei Jahre und danach jedes Jahr wechselte.

Siehe auch Text über Augsburger Silber im Schmucklexikon

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