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Strass

Strass ist die Assoziation für die frühere Kurzbezeichnung "Simili" -Glassteine

aus bleihaltigem Glasfluss, die im 18. Jh. als Imitationen von Diamanten verwendet wurden.

Sie gleichen für Laien annähernd im Glanz und Farbstreuung dem Diamanten, ohne aber deren Härte zu besitzen.

Der Erfinder und Juwelier, Georges Frédric Strass (1701 bis 1773) wurde als Sohn einer Pastorenfamilie in Wolfisheim bei Straßburg geboren.
Im Jahre 1719 beendete er in Straßburg seine Ausbildung zum Juwelier.
Ab 1724 arbeitete er bereits in einem angesehenen Pariser Atelier, das der Witwe Prévost (angeblich hätte er sie ehelichen können) gehörte.
1730 eröffnete er einen eigenen Betrieb und widmete sich speziell der Herstellung von Diamantimitationen. Er hatte damit großen Erfolg und durfte sich seit 1734 "Juwelier des Königs" nennen.

Strass ging 1750 mit Georges–Michael Bapst eine Partnerschaft ein, aus der 1752 eine Teilhaberschaft wurde. Während sich sein in alle Produktionsgeheimnisse eingeweihter Kompagnon weiter mit der Herstellung von Simili-Steinen befasste, handelte er von nun an nur noch mit echten Steinen.

Die Bezeichnung " pierres de strass" (Steine von Strass) bürgerte sich im deutschen Sprachraum in der Abkürzung "Sraß" als Synonym für Diamantimitationen ein.

Mit der Erfindung des Straß wird auch Josef Strasser (der Bruder), ein "Kammergoldadjukt" zur Zeit Maria Theresias, in Verbindung gebracht.

Angeblich soll er von seinem Bruder zur Verarbeitung Simili-Steine bekommen haben, die er für seine Frau und zur Werbung für seinen Bruder zu einer "Parure" verarbeitete.

Als seine Frau anlässlich eines Hofballs ein Collier mit darauf abgestimmter Brosche, Armband und Ring aus Simili-Diamanten trug, erregte diese überaus teuer wirkende "Parure" so großes Aufsehen, dass das Ehepaar Strasser wegen des Verdachts auf Diebstahl verhaftet worden sein sollte.

Als Liebhaber teurer Pretiosen erkannte Franz Stephan von Lothringen, der Gemahl Maria Theresias, den ihm vorgelegten Schmuck sofort als unecht. Maria Theresia beglückwünschte Strasser zu seiner vorzüglichen Arbeit. Anlässlich einer Audienz bei Maria Theresia klagte dieser jedoch darüber, dass die Wiener Nobilität die "falschen Steine" ablehne.

Der Adel war darüber aufgebracht, dass sich die Simili-Steine im Aussehen nicht von echten Diamanten unterschieden und sich sogar einfache Bürger solchen Schmuck kaufen könnten.

Maria Theresia soll die von Frau Strasser getragene Garnitur erworben und dem Schmuckkünstler geraten haben Wien zu verlassen.

Sein Bruder Georges Frédric Strass jedenfalls wurde weltberühmt und erarbeitete im 18.Jh. ein beachtliches Vermögen. Strasssteine haben bis zum heutigen Tag ihren Weltruf beibehalten und werden nicht mehr unter "Simili" vermarktet.

Der original Strassstein ist sehr bleireich und am Steinunterteil immer "foliiert", das heißt mit einer Schichte überzogen, damit auf Grund der Spiegelung und Brechung die Steinimitation viele Reflexionen ergeben kann, da das Licht durch die foliierte Schichte gezwungen wird besser zu reflektieren.

Solche Steine hat man insbesondere im alten Edelmetallschmuck mit Blei und später mit Stanniolfolien unterlegt.

In der heutigen Zeit werden unter anderem die sogenannten farblosen Strasssteine mit Metalloxiden bedampft. Es entsteht dadurch ein sogenannter Spektraleffekt, der sehr beliebt geworden ist, denn man findet diese Erscheinung bei Glasskulpturen oder Glasschmuckkettenteilen.

Man bezeichnet solche bedampften Glassteine auch als "Rheinkiesel". Dies ist falsch, denn "Rheinkiesel" ist ein Bergkristall mit einem spektrumähnlichen Effekt. Man nennt dies Irisieren.

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