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Tickende Zeitbombe

Der industrielle Goldbergbau produziert mehr giftige Rückstände als alle anderen Bergbausektoren zusammen. Würde man allein den Müll des Jahres 1997 - etwa 725 Millionen Tonnen - auf Lastwagen laden, so könnte man aus ihnen eine Kette bilden, die einmal um den Äquator reicht.

Ungarn: Bergung toter Fische aus der Theiß nach dem Zyanidunfall von Baia Mare im Januar 2000Foto: Tibor Kocsis
Ungarn: Bergung toter Fische aus der Theiß nach dem Zyanidunfall von Baia Mare im Januar 2000
Foto: Tibor Kocsis
Die Rückstände werden nach der Verarbeitung in riesigen Auffangbecken gelagert. Unter dem Einfluss von Sauerstoff und Wasser verwandelt sich der enthaltene Schwefel in Schwefelsäure und löst die Schwermetalle wie Blei, Arsen und Quecksilber heraus. Dieser Prozess, der „Acid Mine Drainage" (AMD) genannt wird, ist eine tickende Zeitbombe. In Großbritannien wurde festgestellt, dass er bis zu 2000 Jahre andauern kann.

Allein in den USA gibt es mehr als eine halbe Million verlassener Minen. Aus zahllosen von ihnen treten beständig die Minenwässer aus. Eine Beseitigung dieser Gefahren würde nach Schätzungen den US-amerikanischen Steuerzahler zwischen 32 und 71 Milliarden Dollar kosten.


Wenn Dämme brechen

Doch immer häufiger brechen die Dämme dieser Becken und verwüsten ganze Regionen. Als im Januar 2000 die rumänische Goldgewinnungsanlage Aurul die Flüsse Ungarns,
Die Cortez-Goldmine des Konzerns Newmont liegt mitten im Gebiet der Western Shoshone-Indianer, Nevada, USAFoto: Project Underground
Die Cortez-Goldmine des Konzerns Newmont liegt mitten im Gebiet der Western Shoshone-Indianer, Nevada, USA
Foto: Project Underground

Rumäniens und Jugoslawiens vergiftete, ging ein Aufschrei des Entsetzens durch Europa. Doch weltweit ereignen sich solche Katastrophen jedes Jahr - oft mit sehr viel schwerwiegenderen Folgen - ohne dass sich die Weltöffentlichkeit dafür interessiert.


Meere zu Müllhalden

Seit einigen Jahren propagieren Bergbaukonzerne wie Rio Tinto oder Newmont ein neues Verfahren, um den Giftbergen Herr zu werden, das sie „Submarine Tailings Disposal" (STD) nennen. Dies heißt nichts anderes, als dass die Rückstände der Goldfabriken über Pipelines direkt ins Meer gepumpt werden.


Erkaufte Zustimmung

In manchen Ländern wie etwa in Papua-Neuguinea befürworten betroffene Bewohner dennoch die Errichtung von Goldminen, denn kurzfristig spülen Entschädigungen und Gewinnbeteiligungen große Summen in die Kassen der oft bettelarmen Landbewohner. Ein Konzern verspricht zusätzlich Straßen, Schulen, Krankenhäuser und vieles mehr. Doch von dem Geldsegen profitiert nur eine kleine Gruppe in der Umgebung der Mine. Menschen, die weiter entfernt leben, verlieren zwar ihre Lebensgrundlage, doch gehen sie bei der Verteilung der Gewinne leer aus. Die versprochene „Entwicklung" bleibt meist aus. Nach weniger als zehn Jahren sind die Vorräte erschöpft, die Minenbetreiber ziehen weiter, und der Geldsegen kommt zu einem jähen Ende. Die Mine hinterlässt ein soziales und ökologisches Desaster.

<<Der Fluch des Midas
Land und Leben sind kostbarer als Gold>>


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