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MAUCHER, Johann Michael

Geb. 1645; gest. 1701. In der Literatur werden auch andere Todesjahre angeführt. Durch eine von der Witwe des Bildhauers und Büchsenschäfters gestellte Forderung für die vor dem Tod ihres Mannes abgeschlossenen Bildhauerarbeiten an einem Grabmal in Heilbronn, für eine 1699 verstorbene gewisse Cordula Feyerabend, steht 1701 als Todesjahr aber zweifelsfrei fest.

Abgesehen von seinen mit Elfenbeinschnitzereien reich verzierten Gewehrschäftungen, die wahre Prachtstücke darstellen wurde Maucher auch für Prunkkannen und Platten sowie aufwendig geschnitzte Pokale berühmt . Kaum jemand weiß dagegen Näheres über seine großplastischen Werke, etwa die Arbeiten an den Altären im Kloster Ebrach und in anderen Kirchen. Wenig bekannt sind auch die näheren Lebensumstände des als jüngster Sohn Georg Mauchers d. Ä. zur Welt gekommenen Künstlers. Überliefert ist, dass er sich 1670 mit Anna Barbara Wasserburger, der Tochter eines angesehenen Gmünder Bürgers, verehelichte und zunächst das Leben eines geachteten Bildhauers und Büchsenschäfters führte. Seine Arbeiten waren hochgeschätzt. Selbst seine für Waffen, also für Gebrauchsgegenstände bestimmten Schnitzarbeiten sind meisterliche Kabinettstücke barocker Bildhauerkunst. „Die Maucher-Büchsen lassen sich in ihrer reichen Schäftung, in der Vielzahl der verwendeten Materialien und Bildthemen mit keiner anderen Waffe dieser Zeit vergleichen, sie sind in ihrer spezifischen Art singulär“, schreibt Angelika Ehmer, die über die Familie Maucher dissertiert hat und sicher die profundeste Kennerin der Maucher-Werke ist. (Bibl., A. EHMER, 1992, S. 33).

Unverständlich ist deshalb, warum Maucher versuchte, Geld nachzumachen, und obwohl er der Todesstrafe entging, die zu der Zeit für solche Vergehen noch üblich war, musste er für immer seine Heimatstadt verlassen. „Der sogenannte Schifter, ein großer Künstler … ist aber bei all seiner Kunst ein liderlicher Gesell gewesen, hat Geld gemacht, musste durchgehen ….“, heißt es im zweiten Band der „Chronica“ des Gmünder Historikers Dominikus Debler. Um wieder in seine Vaterstadt zurückkehren zu dürfen, richtete Maucher an Kaiser Leopold I. ein Bittgesuch. Der Überlieferung nach hat der Monarch auch eine von Maucher „in Augsburg mit großer Kunst verzierte Radschlossbüchse huldvoll angenommen und ihm die Gnad erteilt, in allen kaiserlichen Ländern frei und ungehindert leben zu können“. Die Rückkehr in die Vaterstadt soll aber nicht eingeschlossen gewesen sein.

Von den mit Sicherheit von Johann Michael Maucher geschäfteten Waffen lassen sich 21 Radschlossgewehre, 4 Steinschlossbüchsen und 8 Pistolen nachweisen. Die meisten davon sind mit „MM“ monogrammiert. Sechs Radschlossgewehre weisen seine volle Signatur auf. Die Waffen befinden sich im Städtischen Museum in Schwäbisch Gmünd – Inv. Nr. L 44/78, 1978/4957/Bp 24, 1992/L170; im Bayerischen Nationalmuseum in München – Inv. Nr. W 623, W 624, W 627, W 631, W 632, W 633, 2832, 2839, 51/124; im Schloss Berchtesgaden – Inv. Nr. WAF W VI A 14; in der Walters Art Gallery in Baltimore – Inv. Nr. 51.586; im Schloss Vaduz – Inv. Nr. 859; im Metropolitan Museum of Art in New York – Inv. Nr. 28.125, 42.50.8; im Hohenlohe-Museum in Neuenstein –Inv. Nr. NL 82; im Badischen Landesmuseum in Karlsruhe – Inv. Nr. G 303, G 643, G 644; im Kestner-Museum in Hannover – Inv. Nr. W. M. I, 205; im Victoria & Albert Museum in London – Inv. Nr. 124-1897; im Fürstlich Hohenzollerschen Museum in Sigmaringen – Inv. Nr. 4380; in der Waffensammlung des KHM – Inv. Nr. A 2246; im Mainfränkischen Museum in Würzburg – Inv. Nr. 11649; in den Kunstsammlungen der Veste Coburg – Inv. Nr. GJA I 118; im Schloss Örbyhus in Schweden – Inv. Nr. — und in Privatbesitz. (A. EHMER, 1992).

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