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WILLMANN, Johann Philipp

Geb. am 7. 7. 1846 in Erbach; gest. am 22. 8. 1910 ebenda. (Bisweilen wird 1906 als Todesjahr angegeben; laut Ingeborg Diersch handelt es sich dabei um die Verwechslung mit einem Namensvetter.). Bekannt wurde Willmann vor allem durch seine zumeist „Blumenhand“ genannte Broschen-Kreation.

Frauenhand mit Blumenstrauß, Brosche von dem Erbacher Elfenbeinschnitzer Johann Philipp Willmann, 7,8 x 4,2 cm
Frauenhand mit Blumenstrauß, Brosche von dem Erbacher Elfenbeinschnitzer Johann Philipp Willmann, 7,8 x 4,2 cm
Seine Eltern waren der Graveur Johann Konrad und Karoline Willmann, geborene Drücke. Ein Stipendium des Erbacher Grafenhauses ermöglichte dem Künstler von 1870 bis 1872 den Besuch der Kunstgewerbeschule in München. Danach ging Willmann nach Wien, um seine Bildhauerausbildung an der Kunstakademie fortzusetzen und 1873 an der Weltausstellung teilzunehmen.

Bei seiner „Blumenhand“ handelt es sich um eine Frauenhand mit Blumengebinde. Die „Blumenhand“ zählt neben den „Kehrer-Jagdbroschen“ und der „Erbacher Rose“ zu den populärsten Motiven des Odenwälder Elfenbeinschmucks. Als Vorlage für das von einer zarten Frauenhand gehaltene Blumenbouquet dienten für gewöhnlich Rosen, Vergissmeinnicht und Maiglöckchen, aber auch Trauben und Getreideähren. Den Abschluss der den Strauß haltenden Hand bildet eine Spitzen- oder Rüschenmanschette, die bei manchen Exemplaren äußerst kunstvoll ausgeführt ist.

In der Regel wurden die Blumenhände als kleine, etwa 4 cm lange Broschen gestaltet. Von der zweifellos von Willmann selbst stammenden großen Version sind zumindest zwei Exemplare erhalten, wovon sich eines im Besitz des Deutschen Elfenbeinmuseums Erbach befindet. Der außerordentlichen Beliebtheit wegen übernahmen auch andere Elfenbeinschnitzer das Motiv, und es wurde sogar in Holz und in Jet ausgeführt. Nicht von Willman selbst stammt wahrscheinlich auch die Version der Blumenhand als Ohrgehänge. Neben den berühmten Blumenhänden stellte der Künstler auch vollrunde figürliche Plastiken her.

Durch Überlieferung ist bekannt, dass er mit dem Motiv "Amor unter dem Pantoffel" an der Weltausstellung in Wien 1873 teilnahm. Die Rüschen des Pantoffels sind gleich gestaltet wie der Abschluss der Blumenhand.

Nach der Rückkehr in seine Heimatstadt war er der Lehrmeister von (Johann) Otto Glenz. 1892 beteiligten sich Willmann und Glenz an der vom Kunstgewerbemuseum Dresden ausgeschriebenen Ausstellung mit zahlreichen figürlichen Arbeiten.

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