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Edelstein-Knigge von Prof. Leopold Rössler

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Elfenbein

Mineralart: Tierisches Produkt, das sich aus rund 60 Prozent Zahnbein und zirka 40 Prozent Knorpelsubstanz (Kollage) zusammensetzt. Härte nach Mohs: 2 bis 3. Farben: in der Regel "cremeweißer" Farbton. Dieser ist aber herkunftsabhängig und kann ins gelbliche, grünliche, rötliche und bräunliche übergehen. Auch das künstliche Färben darf nicht ausgeschlossen werden.

W: Elfenbein oder Elfenbeinimitationen treten in den letzten Jahrzehnten verstärkt im Schmuck vorkommend auf. Meistens sind es nur kleine zierliche Stücke, die mit Edelmetall kreiert wurden. Ausgenommen sind Armschmuck und Colliers, die Elfenbein als Steinersatz tragen. Der Goldschmied wird jedenfalls bei Reparaturen oder bei Neuanfertigungen mit dieser begehrten tierischen Substanz konfrontiert.

Elfenbein ist gegen Laugen, Säuren und Hitze äußerst empfindlich! Schon ein rascher Temperaturwechsel kann bei großen und kleinen Stücken zu Rißbildungen führen. Zugluft ist also strikt zu vermeiden, dies gilt besonders für Elfenbeinstücke, die in einem Schauraum ausgestellt sind. Solche Risse kann man nicht mehr reparieren.
Keine Reinigung im Ultraschallgerät! Die beste Reinigungsmöglichkeit bietet lauwarmes Wasser mit Kernseife und weicher Bürste. Wenn Elfenbein nicht gefaßt, sondern im geklebten Zustand in einem Schmuckstück vorkommt, ist das Herausnehmen ratsam. Da der Gegenstand bei geklebten Fassungen zuerst erwärmt werden muss ist der Einsatz mit der Lötflamme nicht ratsam. Man sollte mit einem elektrischen Lötkolben die Grundfläche erwärmen. Das Verbrennen des Elfenbeins fällt dadurch weg. Silberkorpuswaren besitzen Elfenbeinplättchen oder Elfenbeingriffe als Isolationsmaterial bei einer Kaffee- oder Teekanne. Bei Weichlötungen oder Finierarbeiten dürfen keine Lötwasserspritzer mit dem Elfenbein in Verbindung kommen.

Sollte sich ein Goldschmiedemeister mit dem Material "Elfenbein" genauer auseinandersetzen wollen, dann sollte er folgendes beachten: Elfenbein läßt sich schnitzen, drechseln, fräsen, bohren, sägen, feilen, meißeln und biegen. Der Bearbeitungsweg erfolgt fast ausschließlich spanabhebend. Dabei sind zwei wichtige Merkmale zu beachten:
Erstens die Faserrichtung und zweitens darf bei maschineller Bearbeitung keine Überhitzung erfolgen. Die Faserrichtung ist an der Längsbänderung relativ leicht erkennbar. Wenn nicht, dann sollte mit einem Schaber die Oberfläche "aufgerissen" werden. Damit Verbrennungen vermieden werden, soll mit Wasser gekühlt werden und keine hochtourig laufenden Maschinen mit verwendet werden. Beim Schnitzen von Elfenbein können immer nur kleine Späne wegfallen. Allgemein werden nur feine Bohr- und Fräswerkzeuge eingesetzt. Die vorgearbeitete Oberfläche wird dann mit dem Stichel verfeinert und mit dem Schaber geglättet. Bei Drechselarbeiten werden ähnliche Werkzeuge eingesetzt wie bei Holzarbeiten. Das Biegen von Elfenbein kann durch einlegen in kochendes Wasser erfolgen. Zeit ungefähr 20 bis 30 Minuten. Der Biegevorgang ist mühselig und muss mehrmals durch Einlegen in heißes Wasser wiederholt werden.Das Schleifen und Polieren erfolgt nach unterschiedlichen Rezepten. Zum Schleifen eignet sich ein Gemenge von Bimsmehl und Wasser, wobei zur Erzielung von einer sehr glatten Oberfläche italienisches Bimsmehl mit der Körnung 2/0 bis 3/0 zur Vorarbeitung besonders geeignet ist. Die Körnung 5/0 eignet sich zur Nacharbeitung. Beim anschließenden Polieren wird ein Gemenge von Wiener Kalk mit Spiritus teigig gemacht und aufgerieben. Bei größeren Stücken, die maschinell poliert werden, dienen in erster Linie weiche Polierbürsten und Wollscheiben ohne Rouge. Es gibt eigene Polierpasten, sogenannte "Glanzwachse" für Elfenbein.


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