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Edelstein-Knigge von Prof. Leopold Rössler

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Gagat oder Jet

Herkunft: Bitumensierende Kohle, fossiles Holz. Härte nach Mohs: 3 bis 4. Farbe: Mattschwarz bis hochglänzend Schwarz.

W: Sehr häufig in altem Schmuck vorkommend, vorwiegend im Trauerschmuck zu finden. Bei Reparaturen muss bei diesem Schmuckstein äußerst vorsichtig vorgegangen werden, da jede unbedachte Handlung die fossile Substanz beschädigt. Genauer gesagt bedeutet dies keine Wärme, da er gut brennbar ist und mit rußiger Flamme an der Luft verbrennt. Man spricht auch vom Ausgasen. Säure und Säureverbindungen beschädigen den Stein. Auch der Alaunsud greift die Oberfläche an. Bei Fassarbeiten ist auf Beschädigungen bei Facetten- oder Krappenverarbeitungsarbeiten zu achten. Der Stein selbst ist eine amorphe Substanz und daher nicht spaltbar. Wenn ein Schmuckstück mit Gagat geschliffen und poliert werden muss, dann sollte dies ohne den Stein geschehen, da die Borsten der Schleif- oder Polierbürsten die "Steinoberfläche" sicher zerkratzen. Muss aber nachpoliert werden, so gibt es von einzelnen Firmen Schleifpasten, die auf Leinen aufgetragen werden und mit der Hand dann durch Reiben poliert werden. Galvanische Bäder und Ultraschallreinigungen vermeiden. Mit geöltem Leder vorsichtig polieren, da ein späteres Ausschwitzen nicht vermieden werden kann. Bei größerer Beschädigung schwer erhältlich. Ein Vorteil ist aber, dass der Stein mit der Feile behandelt werden kann und somit kann jede Form selbst hergestellt werden.

H: Außer "Jet" findet auch noch die ältere Handelsbezeichnung "Agstein" Anwendung. Besonders beliebt im Trauerschmuck um die Jahrhundertwende. Bekannt schon in der Antike. Bei Neuanschaffung Rücksprache mit Steinhändlern halten. Die englische Form "Jet" stammt aus dem altfranzösischen Jayet, gayet. Die jetzige Rechtschreibung müßte "Jett" lauten. Gagat ist eine dichte, fossile, polierfähige Kohle und bei Neubeschaffungen schwer erhältlich. In kalibrierten Größen sehr selten vorkommend. Für Finger- oder Armschmuck nicht geeignet. Bei Hausarbeiten sollen Ringe oder Armschmuckvarietäten abgelegt werden. Halsketten von Kosmetika fernhalten.


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