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Edelstein-Knigge von Prof. Leopold Rössler

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Glassteine

In der Gemmologie versteht man unter Glassteinen Imitationen von natürlichen Steinen. Glas bietet sich im Schmuck als billiger Steinersatz an und wurde schon in frühkultureller Zeit verwendet. Richtig bekannt wurden die Glassteine, seitdem der österreichische k. und k. Goldarbeiteradjunkt J. Strasser um 1745 die ersten Steine, anläßlich eines Hofballes Kaiserin Maria Theresia, in Form eines Colliers, das seine Gattin trug, der Öffentlichkeit vorstellte.

W. und H: Glassteine weisen unterschiedliche chemische und physikalische Eigenschaften auf. Daher ist es manchmal auch sehr schwierig, sie sofort zu erkennen, denn wenn ein Glasstein einen natürlichen Stein imitieren soll, dann ist dieser von seinem Fälscher sicher so ausgesucht, dass ein natürlicher Stein kaum nachsteht. Sie sind billige Produkte, nur wenn aus Unachtsamkeit ein besonderer Glasstein beschädigt wird, ist er kaum mehr zu ersetzen. Daher muss bei Lötarbeiten mit der Flamme auf die Schliffacettenkanten achtgegeben werden. Diese schmelzen sehr leicht an. Außerdem gibt es auf Grund der unterschiedlichen Eigenschaften Glassteine, die sich ausglühen lassen, ohne dass sie sich beschädigen, andere wieder schmoren sofort an. Bei Fassarbeiten ist das Absplittern bei zu starkem Druck ja bestens bekannt. Die meisten Glassteine sind am Unterteil foliert oder verspiegelt. Bei der sogenannten "Gablonzer Ware" wurden bis vor kurzem nur folierte Glassteine verwendet. Der Goldschmied wie der Einzelhändler sollten aber bei Reparaturen oder Reparaturannahmen wissen, dass es nebst den künstlichen auch natürliche Glassteine im Schmuck gibt. Unterscheidet man bei den künstlichen Glassteinen noch zwischen "Preß- und Gußsteinen", so wird bei den natürlichen zwischen Meteor- und Vulkanglas unterschieden. Die Behandlungsvorschläge fallen unter Modav(w)it und Obsidian.


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