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Edelstein-Knigge von Prof. Leopold Rössler

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Topas

Mineralart: fluorhältiges Tonerdensilikat. Härte nach Mohs: 8. Farbe: aller, außer Schwarz, möglich.

W: Ein Edelstein mit einem hohen Härtegrad, der aber eine ausgeprägte Spaltbarkeit besitzt. Bei Reparaturarbeiten muss indirekte Wärmeeinwirkung vermieden werden. Er kann, falls dies nicht geschieht, mehlig und dadurchleicht zerrieben werden. Es wird nur hoffentlich kein Kollege ausprobieren, denn das kann unter Umständen teuer sein. Reine konzentrierte Schwefelsäure greift den Stein an der Oberfläche an. Bei direkter Einlegung wird er sogar zersetzt. Richtig verdünnte Schwefelsäure in Form von "Sud" schädigt ihn nicht. Rascher Temperaturwechsel führt zu Rissen oder Sprüngen. Sehr problematisch ist die Farbe bei Topasen, weil viele ihren Farbton durch Behandlung erhalten haben. Dadurch ergeben sich Hitze- und Lichtempfindlichkeiten. Ein kleiner Einblick in die Welt der künstlichen Farberstellung am Beispiel Topas soll zeigen, was der Goldschmied am Werkbrett eigentlich alles wissen sollte, um bei Artikulierungen mit vorne sein zu können: Farblose Topase werden seit rund zehn Jahren auf verschiedene Art und Weise kommerziell bestrahlt um eine blaue, braune oder grünliche Farbe zu erzielen. Mit Gammastrahlen CO-60 lassen sich in der Regel nur hellblaue Farben erzeugen, während aber durch Elektronenbestrahlung mit Linearbeschleunigungern sowie durch Bestrahlung in Kernreaktoren intensive Blaufärbung erzielt wird. Mit Gammastrahlen und durch Elektronenbestrahlung werden zunächst braun oder grünlichbraun gefärbte Topase erzeugt, deren Färbung durch Erhitzen in Blau umwandeln lässt. Damit die Steine überhaupt in den Schmuckhandel gelangen können, ist außerdem je nach Art der Behandlung eine etwaige Abklingzeit der Radioaktivität von ein bis vier Jahren notwendig. Somit ist der Topas kein unproblematischer Stein für den Goldschmied geworden. Bei Beschädigung oder Neubeschaffung gibt es keine Probleme, da genügend Anbote im Edelsteinhandel vorliegen.

H:Punktstrahlerbeleuchtung soll vermieden werden. Farbloser Topas wird als Diamantersatzstein mit dem klingenden Namen " Sklavendiamant" angeboten. Die Vorsilbe "edel" ist irrelevant und braucht laut Handelsnomenklatur nicht mehr gesetzt werden. Die Bezeichnung Topas allein genügt, weil der Handelsname "Gold- oder Madeira-Topas" als Falschbezeichnung zu verstehen ist. Richtig müsste es in diesen Fällen lauten "Gold Citrin" oder "Madeira Citrin". Das gleiche gilt für "Rauchtopas = Rauchquarz".


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