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Edelstein-Knigge von Prof. Leopold Rössler

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Brillant

Mineralgruppe: Diamant. Härte nach Mohs: 10. Farbe: alle, teils bestrahlt.

W: Trotz seines hohen Härtegrades ist er leicht parallel zu den Oktaederflächen spaltbar. Er ist widerstandsfähig gegenüber allen Säuren und Laugen. Abdecken mit Borsäure soll bei Reparaturarbeiten das oberflächliche Verbrennen des Steines verhindern. Bedingt durch seine chemische Zusammensetzung (reiner kristallisierter Kohlenstoff) verbrennt ein Brillant in Luft ab 800 Grad Celsius, in Sauerstoff ab 720 Grad Celsius zu Kohlendioxd. Im Vakuum verändert er sein Verhalten und geht ab 1200 Grad Celsius in Graphit über. Chromschwefelsäure (der Goldschmied versteht darunter die "rote Silberprüfsäure" oder kurz genannt "Silberwasser") oxidiert den Stein bei einer Temperatur um zirka 200 Grad Celsius. Brillantschmuck oder lose Steine sollen in der Werkstätte nicht in der Nähe des Edelmetallschmelzplatzes Aufbewahrung finden. Der beim Feilungschmelzen frei werdende Sauerstoff ist vermengt mit Salpeter oder Alkalikarbonat. Diese Dämpfe können den Brillant oberflächlich schädigen. Sollte einem Goldschmied jemals das Missgeschick passieren, dass bei einer Reparatur ein Brillant oberflächlich verbrennt, so bedeutet dies, dass der Stein nachpoliert werden muss. Gewichtsverlust und das Herstellen einer neuen Fassung ist die Folge neben den anderen kaufmännischen Schwierigkeiten. Die alte Goldschmiedeweisheit, einen Brillanten kann man unbedacht in das Feuer nehmen, sollte man in der heutigen Zeit mit etwas Vorsicht und ohne vorherige Lupen- und Mikroskopuntersuchung nicht durchführen. Dafür gibt es einige neue Erkenntnisse: Brillanten mit deutlichen Einschlüssen besitzen neben diesen noch grosse innere Spannungen, die sich bei unbedachter Wärmezufuhr negativ auswirken können. Ausserdem gibt es bei "Piqué-Steinen" eine in Russland entwickelte Laserbohrtechnik zur Qualitätsverbesserung dieser Steine. Dabei muss wieder beachtet werden, dass sich in diesen Brillanten feingebohrte hohle Kanäle befinden, die mit Flüssigkeit gefüllt sein können! Bei Wärmezufuhr kann eben dadurch ein Schaden auftreten. Über diese Steine gibt es noch zu geringe Erkenntnisse, um Genaueres darüber schreiben zu können. Bestrahlte Brillanten sind teilweise farbbeständig und ebenso auch nicht! Direkte Sonnenlichteinwirkung oder Spotleuchtenbestrahlung in der Auslage kann bei diesen behandelten Brillanten einen Farbverlust bringen. Dieser Stein besitzt hervorragende Mitverarbeitungseigenschaften. Sehr empfindlich ist er nach einem Wärmeeinfluss bei Reparaturarbeiten beim Abkühlungsprozess. Ein langsames Abkühlen ist notwendig, da schon der geringste kalte Luftzug den Brillanten zerspringen lässt. Schützend die Hände darüber zulegen ist besser als unschützend zahlen!

H: Nur die runde Schlifform des Diamanten mit 57 bzw. 58 Facetten darf laut CIBJO als Brillant bezeichnet werden. Bei allen anderen Schliffarten muss das Mineral mitbenannt sein. Z.B.: Diamantmarquiseschliff, Diamantcarréeschliff usw. Brillanten mit künstlicher Farbveränderung sind so zu bezeichnen, dass die Veränderung deutlich hervorgeht. Ebenso jene, deren Einschlüsse durch "Laserbehandlung" künstlich verändert wurden. Dies muss deutlich als "lasergebohrt" in der Bezeichnung hervorgehen. Synthetischer Brillant hat im Schmuck noch keinen Einzug gehalten. Obwohl es schon seit 1956 synthetischen Diamant gibt. Dieser wird zu zirka 100 Millionen Carat jährlich in Irland, Südafrika, Schweden, Amerika und Russland für Industriezwecke hergestellt. Warum es noch keine synthetischen Schmuckdiamanten im Handel gibt ist einfach erklärt: "Die Herstellungskosten sind weitaus höher als die Gewinnungskosten bei natürlichen Steinen gleichen Gewichtes."


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