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(Verkaufstück) LIEGENDER HALBAKT, 1912/13 GUSTAV KLIMT Wien 1862 – 1918 Wien Art. Nr.: 21 Anbieter: Wienerroither & Kohlbacher GmbHEingeordnet in: Kunst des 20. Jahrhunderts
Preis: nicht vermerkt
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GUSTAV KLIMT
Wien 1862 – 1918 Wien
21
LIEGENDER HALBAKT, 1912/13
Blauer Farbstift auf Papier, 560 x 370 mm
Diese Zeichnung wird in den Nachtrag des Klimt - Werkverzeichnisses
von Marian Bisanz - Prakken/Albertina, Wien aufgenommen.
Die bisher unbekannte Zeichnung gehört zur großen Gruppe der Studien für Klimts Gemälde „Jungfrau“ (1913, Prag, Nationalgalerie), in denen die in einem unbestimmten Raum kreisenden, eng übereinander gelagerten weiblichen Gestalten verschiedene Grade des Entrückt-Seins oder der erotischen Ekstase aufweisen. Das vorliegende Blatt entstand für die träumende Mittelfigur und demonstriert treffend das Bestreben des Künstlers, seine Modelle in bestimmten Bewegungssystemen zu erfassen. Bei den komplizierten, raumgreifenden Positionen seiner Figuren kommen die formenthüllenden Textilien höchst wirkungsvoll zum Einsatz. Die Dargestellten scheinen oft unmittelbar vom Mysterium des Lebens berührt zu werden, was durch ihre geschlossenen Augen und tranceartigen Bewegungen zum Ausdruck gelangt. Mit einer fast sakralen Ernsthaftigkeit fokussiert Klimt auf das offen dargebotene - im Gemälde verhüllte - weibliche Geschlecht, das auf den Anfang des menschlichen Lebens und zugleich auf den Kernbereich der sexuellen Erregung hinweist. Klimt hat das auf einem Bett liegende Modell von der Draufsicht aus wiedergegeben, um zum Ausdruck eines richtungslosen Schwebens zu gelangen; zugleich entstand so – wie auch im Gemälde – der Effekt des gleichsam aufgeklappten Unterkörpers. Das hier verwendete Zeichenmaterial entspricht einer damals relativ häufigen Praxis des Künstlers; neben seinem Hauptmedium, dem Bleistift, kommen blaue und rote Farbstifte, oft in Verbindung mit der weißen Kreide, wiederholt zur Anwendung.
Marian Bisanz - Prakken
Literatur: Alice Strobl: Gustav Klimt. Die Zeichnungen 1912 – 1918. Band III. Verlag Galerie Welz. Salzburg 1984, 1) vgl. Abb. Nr. 2189 – 2298, S 26.
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