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VIER TÖCHTER DES KÜNSTLERS, 1930
(MARTINA, MARIA, CHARLOTTE UND FELIZITAS)
Öl auf Leinwand, 118,5 x 141 cm
Provenienz: Herbert Boeckl Nachlass B 103
Als einem der hervorragendsten Maler des österreichischen Expressionismus gehörte das Bildthema Porträt für Boeckl stets zu den besonderen Herausforderungen. Das Interesse daran hielt ihn bereits in seinem Frühwerk seit 1915 fest und ließ ihn bis zu seinem Tod nicht mehr los. Dabei spielte die Tradition und zunächst der Einfluss der jungen Expressionisten Wiens (Kokoschka, Schiele) um 1910/1915 ebenso eine Rolle wie die etwas spätere Berührung mit den Malern des Nötscher Kreises in den zwanziger Jahren. Diese (Kolig, Wiegele) waren es vor allem, die durch ihren Zugang zur menschlichen Figur als absolutem Zentrum ihrer Kunst, durch ihre monumentalen Familienbilder und Aktfiguren die Augen des jungen Boeckl für die Komposition von Gruppenbildern öffneten. In diesem Sinn spielte seine eigene Familie eine bedeutende Rolle. Im Gesamtwerk Boeckls nehmen Porträts seiner Frau und der Kinder in verschiedenen Gruppierungen – auch mit sich selbst – einen für das Verständnis seiner Kunst wichtigen Platz ein. Das vorliegende Gemälde besticht durch Kühnheit und Bewegtheit der malerischen Handschrift in der unverwechselbaren Kombination mit der starken, expressiven Farbigkeit.
Gerbert Frodl
Literatur: Gerbert Frodl: Herbert Boeckl. Mit einem Werkverzeichnis der Gemälde von Leonore Boeckl. Salzburg 1976, Werkverzeichnis Nr. 168, Abb. S. 188.