Kunst Verkaufsstücke: Kunst des 20. Jahrhunderts
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(Verkaufstück) GROSSER PRIEL UND ROTKÖGEL, 1949 HERBERT BOECKL Klagenfurt 1894 – 1966 Wien Art. Nr.: 6 Anbieter: Wienerroither & Kohlbacher GmbHEingeordnet in: Kunst des 20. Jahrhunderts
Preis: nicht vermerkt
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HERBERT BOECKL
Klagenfurt 1894 – 1966 Wien
6
GROSSER PRIEL UND ROTKÖGEL, 1949
Aquarell und Fettkreide auf Papier, 375 x 563 mm
Signiert und datiert rechts unten: Boeckl 49
Im gesamten Œuvre von Herbert Boeckl – von den Anfängen vor dem Ersten Weltkrieg, die noch von den Gebrüdern Willroider geprägt waren, bis zu den letzten Aquarellen aus Saas Fee – spielt die Landschaft im allgemeinen und im besonderen tektonisch erlebbare Felsformationen wie im vorliegenden Blatt, eine zentrale Rolle als Ausdrucksträger. Bezogen sich in der Zwischenkriegszeit diese Aussagen eher auf menschliche Fundamental- und Schicksalsfragen im Sinne der Erkundung jener Lebenswelt, in die man hierzulande geworfen war, so löst sich in der Zeit nach 1945 diese Symbolhaftigkeit zusehends in ein Gespinst aus freien Formen und Farbtupfern. Dieser Spätstil repräsentiert nicht zuletzt auch die Öffnung gegenüber dem Kubismus und seinen Folgen, die dann Boeckls Schüler zum Informel weiterentwickelten. Seine eigene Lebenswelt blieb aber – mit der Ausnahme der Studienreisen nach Spanien, Griechenland und Ägypten – vorwiegend die österreichische Landschaft, wo das Tote Gebirge eine besondere Faszination auf den Künstler ausübte. Die dramatischen, endlos scheinenden, hochalpinen Zerklüftungen repräsentieren gleichzeitig die gewohnte tektonische Gebautheit, durch ihre Spitzen und Zacken aber auch eine dynamische Befreiung aus dieser formalen Gebundenheit. Jedes Bildelement – sei es ein Kreidestrich oder ein Farbtupfer – gewinnt in dieser aufgeladenen Wahrnehmungsweise eine besondere, magische Präsenz.
Matthias Boeckl
Literatur: Werner Hofmann: Herbert Boeckl. Zeichnungen und Aquarelle. Wien 1968, vgl. S. 60, Abb. 49.
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