in Kooperation
 mit
 www.beyars.com
  Kunstlexikon | Kunstwissen  
     
Kunst Verkaufsstücke:
Kunst des 19. Jahrhunderts
Kunst des 20. Jahrhunderts

(Verkaufstück)
PRESQU´ ÎLE DE GIENS, 1927

WILLY EISENSCHITZ Wien 1889 – 1974 Paris
Art. Nr.: 8
Anbieter: Wienerroither & Kohlbacher GmbH

Eingeordnet in:

Kunst des 20. Jahrhunderts

Preis:
nicht vermerkt


 

WILLY EISENSCHITZ
Wien 1889 – 1974 Paris

8
PRESQU´ ÎLE DE GIENS, 1927
Öl auf Leinwand, 87 x 105 cm
Signiert und datiert links unten: Willy Eisenschitz 1927

1927 stellt Eisenschitz im „Salon des Indépendants“ in Paris aus und erntet großes Lob für seine Bilder: „Eisenschitz zählt dort zu den vier oder fünf Landschaftsmalern, die man besitzen möchte. Ein subtiler und feiner Blick für das symphonische Zusammenwirken von Maler und Leinwand“ schreibt der Kunstkritiker Louis Benoist. Im selben Jahr übersiedelt die Familie nach Valette-du-Var in der Nähe von Toulon und die Landschaften der Gegend halten als Motive Einzug in die Malerei Willy Eisenschitz’. Vorliegende Küstenlandschaft zeigt den Blick über einen pinienbestandenen Hang auf das Mittelmeer und einen kleinen Hafen mit Fischerbooten. In der Ferne sieht man die Insel Giens, im Osten von Toulon neben den Îles d’Hyères gelegen. Ein Weg führt schlangenförmig vorbei an glutroten, von wenigen Büschen und Gräsern bewachsenen Erdhängen hinunter ans Meer. Das Motiv eines mäandernden Weges, der den Blick des Betrachters durch das Bild führt, setzt Eisenschitz in seinen Malereien immer wieder als Kompositionselement ein. Es wird so ein bewegter Kontrapunkt zu den betonten Vertikalen der Bäume gesetzt. Die zwei Hauptkompositionsachsen werden von den Hafenmauern aufgenommen und weitergeführt. Das Auge des Betrachters setzt dem Weg folgend im Bildvordergrund an, um sich dann in der weiten Ferne des Meeres, das am oberen Bildrand mit dem Horizont verschwimmt, zu verlieren. Auch der hohe Horizont ist ein Stilelement, das Eisenschitz immer wieder anwendet, um seinen Landschaften den größtmöglichen Raum im Bild zu schaffen. Es ist eine schöne, reiche, südliche Landschaft, die der Künstler in einem glücklichen Moment eingefangen hat. Sie spiegelt das Lebensgefühl wider, das jene erfüllte Zeit prägt, die die Familie Eisenschitz im Landsitz „Les Minimes“ in La Valette verbringt. In „Les Minimes“ leben sie das einfache, französische Landleben, dort treffen sich aber auch die „interessantesten Köpfe der Kunstwelt“. Es werden gemeinsam Konzerte veranstaltet, es wird gemeinsam getafelt und es „herrscht(e) ein außerordentliches Klima künstlerischer Verbrüderung“ (Bruno Bassano, Galerist in Toulon).

Sophie Cieslar


Literatur: Jean Perreau: Willy Eisenschitz. Werkverzeichnis. Edition Schütz. Linz 1999, Werkverzeichnis Nr. H 793, Abb. S. 237; Metlewicz-Tromayer: Willy Eisenschitz. Leben und Werk. Eigenverlag Erich Tromayer. Wien 1988, Farbabb. S. 42.