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Kunst Verkaufsstücke:
Kunst des 20. Jahrhunderts

(Verkaufstück)
LANDSCHAFT BEI PERCHTOLDSDORF, 1931

HERBERT BOECKL Klagenfurt 1894 – 1966 Wien
Art. Nr.: 5
Anbieter: Wienerroither & Kohlbacher GmbH

Eingeordnet in:

Kunst des 20. Jahrhunderts

Preis:
nicht vermerkt


 

HERBERT BOECKL
Klagenfurt 1894 – 1966 Wien

5
LANDSCHAFT BEI PERCHTOLDSDORF, 1931
Kohle auf Papier, 473 x 620 mm
Signiert und datiert links unten: Böckl 1931

Boeckl wählte in den 1920er Jahren im Vergleich zu den meisten anderen bekannten Kärntner Malern den umgekehrten Lebensweg: Suchten diese ihre künstlerische Inspiration fernab von der dämonisierten Großstadt in der ursprünglichen Lebenswelt des lieblichen Landstrichs südlich der Alpen, so entschloss sich Boeckl zur Erkundung der Möglichkeiten der Metropole Wien. Zu diesem Zweck übersiedelte er, auch weil er sich in Kärnten – etwa durch die kränkende Verhängung seines Maria Saaler Kirchenfreskos – zunehmend unverstanden fühlte, nach Perchtoldsdorf bei Wien, von wo aus er in sein Atelier am Elisabethplatz in Wien-Wieden pendelte. Die späten 1920er und frühen 1930er Jahre waren für den Künstler die schwierigste Lebensperiode, da die Sorgepflicht für seine wachsende Kinderschar dramatischen Wirtschaftsverhältnissen jener dunklen Jahre gegenüberstand. Diese existentiellen Bedrohungen jemer Jahre thematisierte Boeckl immer wieder indirekt in Bildern, wie etwa der melancholischen „Donna Gravida“.
Die vorliegende Zeichnung der Landschaft bei Perchtoldsdorf ist ein weiteres Dokument seiner kraftvollen künstlerischen Transformation der Strukturen dieser Lebenswelt. Wie jede Landschaft von der Hand Boeckls thematisiert sie vor allem ihre Gebautheit und akzentuiert eher die kantigeren Formationen. Der Übergang von der Hügellandschaft des Wienerwaldes in die Ebene des Wiener Beckens ist dabei präzise festgehalten.

Matthias Boeckl


Literatur: Gerbert Frodl: Herbert Boeckl. Mit einem Werkverzeichnis der Gemälde von Leonore Boeckl. Salzburg 1976, Werkverzeichnis Nr. 168, Abb. S. 188.