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Kunst Verkaufsstücke:
Bergwelt
Maritime Motive
Kunst des 20. Jahrhunderts

(Verkaufstück)
HAFEN VON GENUA, 1947

GEORG JUNG Salzburg 1899 – 1957 Wien
Art. Nr.: 17
Anbieter: Wienerroither & Kohlbacher GmbH

Eingeordnet in:
Kunst des 20. Jahrhunderts
Maritime Motive

Preis:
nicht vermerkt


 

GEORG JUNG
Salzburg 1899 – 1957 Wien

17
HAFEN VON GENUA, 1947
Öl auf Leinwand, 74 x 100 cm
Signiert und datiert links unten: G. Jung 47

Georg Jung ist neben Anton Faistauer einer der wichtigsten, aus Salzburg stammenden Maler und Koloristen von überregionaler Bedeutung, und aus der österreichischen Kunstgeschichte der ersten Hälfte des „Zwanzigsten Jahrhunderts“ nicht mehr wegzudenken. Jung wurde zum großen Experimentator dieser Zeit und hat im Rahmen seines intellektuellen Suchens verschiedenste künstlerische Phasen durchlaufen. Der Maler entwickelte sich bedingt durch die Farbenlehre des Anthroposophen Rudolf Steiner zu einer neuen, ihm eigenen Farbigkeit, die sich immer mehr der Abstraktion näherte und schließlich zu den Farbdramaturgien und kinetischen Objekten führte. Zwei der gelungensten Beispiele auf dem Weg zur Losgelöstheit der Farbe sind das prachtvolle Gemälde „Hafen von Genua“ und die große, mehr der Vereinfachung der Form nahe stehende Komposition „Die Badenden“.
Das Hafenbild von Genua ist viel mehr einer Form des magisch expressiven Realismus verpflichtet und ist trotzdem schon ein Vorläufer der späteren Kompositionen des Künstlers, wie „Dunkelgrün baut auf“ oder „Rot, Blau, Grün ziehen formlos durch das Dunkel“. Hier erlebt der Betrachter den Übergang vom Realistischen zum Bereich einer Welt der Verinnerlichung und der Farben. Der Dampf der Lokomotive zieht sich über die ganze Komposition, verleiht ihr ein geheimnisvolles, nebeliges Licht um sich im Hintergrund in ein Spiel der Farben zu vermischen und wird so zum Vorläufer seiner &Mac226;Farbdramaturgie’. Trotzdem strahlt das Gemälde in seiner südländischen Farbigkeit, dominantes Englischrot und gebranntes Siena, dem strahlend weißen Licht gegenübergestellt, das flirrend pulsierende Flair des mediterranem Raumes aus und wird so zu einer seiner schönsten und wichtigsten Arbeiten, die eine typische Stadt im Süden zeigt.

Thomas H. Fischer


Literatur: Albin Rohrmoser: Georg Jung. Museum Carolino Augusteum. Salzburg 1982, vgl. S. 126, Abb. 90; Thomas Heinz Fischer: Georg Jung. Dissertation mit Werkverzeichnis. Universität Salzburg. Salzburg 1984, Werkverzeichnis Nr. 66.