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BLUMENGARTEN, um 1909
Öl auf Leinwand, 100 x 100 cm
Signiert rechts unten: KOLO MOSER, Originalrahmen
Verso mit rotem Farbstift bezeichnet: 277 (Nachlassnummer)
Nach seinem Austritt aus der Wiener Werkstätte 1907 beginnt Kolo Moser sich wieder intensiv seinem ursprünglichen Metier, der Malerei, zuzuwenden. Zwischen 1907 und 1910 malt er Stillleben, Gartenstücke und Blumenbilder, die in ihrer Farbigkeit und den erzählerischen Inhalten noch entfernt an die Malweise Carl Molls oder des Stimmungsimpressionismus erinnern. Das Bild „Blumengarten“ weist in Komposition und Ausführung deutliche Parallelen zu anderen in dieser Zeit entstandenen Bildern Kolo Mosers auf: das quadratische Format, die hingetupfte Üppigkeit der Pflanzen und Blüten und das Kompositionselement der weißen Stabelemente des Gartenzauns im Hintergrund. Eine Abbildung der von Josef Hoffmann errichteten Doppelvilla Carl Moll / Kolo Moser auf der Hohen Warte in Wien zeigt einen entsprechenden Zaun und lässt vermuten, dass hier ein Motiv aus dem eigenen Garten wiedergegeben ist. Bemerkenswert ist, dass ein beinahe identisches, allerdings unsigniertes Bild existiert, das sich nur in minimalen Details vom genannten „Blumengarten“ unterscheidet.
Maria Rennhofer
Literatur: Maria Rennhofer: Koloman Moser. Leben und Werk. Verlag Christian Brandstätter. Wien 2002, vgl. S. 203, Abb. 344.